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Eiszeit am Stauwehr bei Geethacht: Die ersten Tage mit strengem Nachtfrost in diesem Winter haben zu Eisbildung auf der Elbe und den Kanälen geführt. Bis zu zehn Zentimeter dick sind die Schollen. Foto: tja
Eiszeit am Stauwehr bei Geethacht: Die ersten Tage mit strengem Nachtfrost in diesem Winter haben zu Eisbildung auf der Elbe und den Kanälen geführt. Bis zu zehn Zentimeter dick sind die Schollen. Foto: tja

Eiszeit an der Elbe

tja Geesthacht. Zwei extrem eisige Tage und Nächte haben ausgereicht, um die Elbe und den Elbe-Lübeck-Kanal in ein Eismeer zu verwandeln. Nur dank der Hilfe der Eisbrecher-Flotte ist die Schifffahrt zurzeit noch möglich. Der „Stier“ kämpft sich von Lauenburg kommend schon durch den Elbe-Lübeck-Kanal voran, der „Bison“ hält die Geesthachter Schleuse gangbar und der „Wisent“ räumt das Eis stromaufwärts in den Schutzhäfen der Elbestädte Hitzacker und Bleckede.

„Wir beurteilen die Situation jetzt jeden Morgen aktuell, wollen aber versuchen, die Schifffahrt aufrecht zu erhalten“, sagte gestern Bettina Kalytta, die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Lauenburg. Von dort aus wird der Eisaufbruch koordiniert. Zehn der bis zu 1170 PS starken Spezialschiffe sind im Hafen von Geesthacht einsatzbereit.

War es am Wochenende mit minus 15 Grad bisher in diesem Winter am kältesten, gab es gestern leichte Entspannung. Mittags wurden zwei Grad im Plusbereich erreicht. In den kommenden Tagen und Nächten soll es aber wieder unter dem Gefrierpunkt bleiben, sagen die Meteorologen voraus. Vorsorglich wurden am Geesthachter Stauwehr deshalb gestern Vormittag die Warntafeln vor der Strömungsgefahr eingeholt. Am Stauwehr können sich die mächtigen Eisschollen, die bis zu einer Dicke von einem halben Meter verklebt sind, gefährlich auftürmen. Kommt es hier zum Eisstau, droht Hochwasser. Das war zuletzt 2012 der Fall. Damals war der Verkehr auf den Wasserstraßen völlig eingestellt.

Die normalen Eisschollen auf der Elbe und im Elbe-Lübeck-Kanal sind zurzeit etwa zehn Zentimeter dick. Für die Eisbrecher ist es noch ein leichtes Spiel, das Eis zu knacken. Das Eis bildet sich bei starkem Frost als Grundeis auf der Flusssohle der Elbe und steigt dann auf, oder als Randeis in den Buhnen. Das typische Treibeis kann bei starkem Frost auch zum Stillstand kommen. Darauf muss das WSA achten, denn die Eisbrecher-Flotte muss rechtzeitig zum Großteil nach Hamburg verlegt werden, um den Kampf gegen das Eis stromaufwärts anzupacken. Nur so kann das Eis hinter dem Aufbruch geordnet abfließen.

Zurzeit besteht diese Gefahr nach Einschätzung der Experten aber nicht. Doch wie schnell das gehen kann, zeigte sich am Wochenende. Freitag war die Elbe noch eisfrei, am Sonnabend zogen erste Eisschollen auf und seit Sonntag ist der Strom fast vollständig mit Treibeis bedeckt. Die Binnenschiffe bahnen sich dazwischen ihren Weg.