Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Vor dem Lüneburger Landgericht muss sich der 17-Jährige wegen des Verdachts der Brandstiftung verantworten. Foto: A
Vor dem Lüneburger Landgericht muss sich der 17-Jährige wegen des Verdachts der Brandstiftung verantworten. Foto: A

Wie oft zündelte der 17-Jährige?

rast Lüneburg. Hinter verschlossenen Türen wird am Lüneburger Landgericht gegen einen17-Jährigen verhandelt, dem die Staatsanwaltschaft sechsfache Brandstiftung und eine Sachbeschädigung vorwirft. Die Hauptverhandlung ist laut Gericht nicht öffentlich, da sich das Verfahren gegen einen Jugendlichen richtet. Der Prozess startet am 11. März und ist zunächst auf fünf Verhandlungstage angesetzt, an denen mehrere Zeugen und ein psychiatrischer Sachverständiger gehört werden. Ein Urteil könnte am 25. März gesprochen werden.

Dem 17-Jährigen wird die Brandserie zwischen dem 2. und 12. September 2013 vorgeworfen, die die Bewohner der Elbmarsch in Angst und Schrecken versetzte. So soll er unter anderem in Bütlingen und Tespe drei Häuser in Brand gesteckt, dazu Strohballen und Müll angezündet haben. Gesamtschaden: mehr als 700000 Euro.

Rechtlich sieht die Staatsanwaltschaft Taten in unterschiedlicher Schwere. Die Vorwürfe reichen von einfacher bis schwerer Brandstiftung, weil in den angezündeten Häusern Menschen in Todesgefahr gewesen seien. Der 17-Jährige hatte in seiner ersten Vernehmung gestanden, auf einem Feld Strohballen abgefackelt zu haben, bestritt aber, die anderen Brände gelegt zu haben. Danach schwieg er. Der Angeklagte hatte als Feuerwehrmann bei einigen Bränden selbst mitgelöscht. Laut Staatsanwaltschaft hatten Spürhunde der Polizei den Geruch des Jugendlichen auch an Tatorten erschnüffelt, an denen er nicht als Feuerwehrmann im Einsatz war. Der 17-Jährige war nach seiner Festnahme in der Psychiatrie untergebracht, er sitzt nun in Untersuchungshaft.