Aktuell
Home | Lokales | Kumpir statt Pizza
Nach Lüneburg wollen sie mit Eatclever nun Hamburg erobern: (von links) Robin Himmels, Marco Langhoff und Mohamed Chahin. Foto: nh
Nach Lüneburg wollen sie mit Eatclever nun Hamburg erobern: (von links) Robin Himmels, Marco Langhoff und Mohamed Chahin. Foto: nh

Kumpir statt Pizza

jae Lüneburg. Essen ist ihre Leidenschaft, darin sind sich Marco Langhoff, Robin Himmels und Mohamed Chahin einig. Und noch eine Gemeinsamkeit teilen die Freunde: Durch ihre Adern fließt Gründerblut. Anders lässt es sich wohl kaum erklären, dass sie – vom Schnäppchenblog bis zum Nachhilfeportal alle schon ein eigenes Projekt auf die Beine gestellt haben. Ihre neueste Idee verwirklichten die drei nun gemeinsam: Ein Online-Lieferservice, der auf gesundes Essen ohne Zusatzstoffe setzt.

„Als Marco mit dieser Idee kam, ich konnte echt nicht glauben, dass es funktioniert“, sagt Mohamed Chahin und lächelt. Heute weiß er es besser. Vor rund zwei Monaten ging eatclever.de online. Nicht nur Salatklassiker, auch der aktuelle Trendsnack Kumpir (gefüllte Backkartoffel) oder Wraps gehören zum Angebot, das insgesamt 19 Gerichte und Getränke umfasst. Für alle gilt: Sie sind gesund, ohne Geschmacksverstärker und zusätzliche Konservierungsstoffe, versprechen die Macher. Das kommt offenbar gut an: „Diese Wochen haben die ersten Schüler bei uns bestellt. Das hat uns mega gefreut, weil wir damit überhaupt nicht gerechnet haben. Mit 16 denkt man auch noch nicht daran, dass McDonald’s schlecht für einen ist“, sagt Mohamed Chahin.

Dabei startete das Projekt alles andere als rosig. Zurück zum Anfang der Geschichte: Der war im Oktober 2012 beim Start-Up-Weekend, einem Austauschwochenende für Gründungswillige, an der Leuphana Universität. Hier präsentierte der Hamburger Marco Langhoff seine Idee von einem Online-Lieferportal, über das einzelne Gerichte bewertet werden können. Damit sollte dem Konsumenten eine bessere Orientierung im Pizza- und Pastadschungel des Internets gegeben werden. Die Lüneburger Mohamed Chahin und Robin Himmels mussten nicht lange von er Idee überzeugt werden, gemeinsam machten sie sich daran, das Projekt auf den Weg zu bringen. Ein paar Monate später folgte die Erkenntnis: „Es reicht nicht“. Mohamed Chahin: „Unsere Datenbank war zu klein, es gab viele Sachen, die nicht richtig funktioniert haben.“

Die Geschäftsidee scheiterte, doch das Team wurde stärker. Mit der fertigen Software machten sie sich auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten, den Traum vom eigenen Unternehmen doch noch zu verwirklichen. Schließlich war es ein Problem, dass den Jungunternehmern half: „Wenn ich nach Feierabend nach Hause komme, möchte ich gerne etwas Gesundes bestellen. Also ich finde Pizza auch lecker, aber ich fühle mich danach nicht gut“, sagt Marco Langhoff.

Damit war das neue Konzept geboren, die Freunde machten sich an die Arbeit, sprachen mit Lieferdiensten, Köchen und Ernährungsberatern, entwickelten nach und nach die Gerichte. Zunächst wurden Currys und Co. in der eigenen Küche gebrutzelt, dann die Köche eines Parnter-Restaurants geschult. „Wir stellen die Vermarktung und die Prozesse zur Verfügung, das ist unser Part. Wir haben gemerkt, um unsere Gerichte zuzubereiten, können wir nicht mit irgendwem zusammenarbeiten“, sagt Marco Langhoff. Mohamed Chahin: „Der größte Pluspunkt für unsere Partner ist, dass sie in einem Liefergebiet keine Konkurrenz haben. Wenn man die Postleitzahl eingibt, kommt immer nur ein Lieferservice.“

Noch gibt es eatclever nur in Lüneburg, doch längst streben Marco Langhoff, Mohamed Chahin und Robin Himmels nach mehr. „Unser größter Wunsch ist es, dort Vollzeit zu arbeiten und eatclever nach ganz Deutschland zu bringen“, sagt Mohamed Chahin. Und dann könnten die neuen Lüneburger Spezialitäten wie der Hähnchen-Wrap „Feurige Leichtigkeit“ zum Exportschlager werden.