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Von den Eltern und Mitgliedern des Trägervereins bekam Martina Kirschke einen Spruch von Goethe als Bild geschenkt. Dieser Spruch des Dichters war für sie der Motor, den Kinderhof zu eröffnen.  Foto: ki
Von den Eltern und Mitgliedern des Trägervereins bekam Martina Kirschke einen Spruch von Goethe als Bild geschenkt. Dieser Spruch des Dichters war für sie der Motor, den Kinderhof zu eröffnen. Foto: ki

Ein Hof für Steddorfs Nachwuchs

ki Steddorf. Goethe hat sie inspiriert: „Was immer du kannst, beginne es Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie Beginne es jetzt“, hatte der deutsche Dichterfürst einst geschrieben. Daran erinnerte sich Martina Kirschke, als sie die Pläne für den Kinderhof umsetzte. Am Sonnabend nun wurde der nach drei Jahren Vorarbeit in Steddorf auf einem zwei Hektar großen Bauernhof offiziell eingeweiht. Der gerahmte Goethe-Spruch wurde Kirschke von Birgitt Braumann vom Verein Kinderhof Steddorf unter dem Beifall der Gäste überreicht.

Die Idee zu dem Kinderhof kam von Eltern, die ihre Kinder auch nach der Krippenzeit bei Martina Kirschke betreut wissen wollten, da kein Kindergarten in der Nähe ist. Bereits 2010 nahm die Erzieherin als Tagesmutter das erste Kind unter ihre Fittiche. Heute betreut sie zusammen mit Kollegin Merle Sannes bis zu zwölf Kinder im Krippenalter von ein bis drei Jahren auf dem „Kinderhof Steddorf“. Künftig steht der Hof als Naturkindergarten insgesamt 15 Kindern von zwei bis sechs Jahren offen. „Ich bin vielen Leuten unsagbar dankbar für die Unterstützung, ob durch materiellen Einsatz oder durch finanzielle Unterstützung“, sagte Kirschke.
Täglich werden die Mädchen und Jungen im Alter von 8 Uhr bis 12.30 Uhr betreut. „Wir streben an, eine noch längere Bereuung zu bieten, augenblicklich sind unsere Mittel aber ausgereizt“, sagt Kirschke. Denn der Kinderhof finanziert sich rein privat, bekommt keine gemeindliche Unterstützung.
Der Weg zum Naturkindergarten war nicht ganz einfach, viele Hürden mussten aus dem Weg geräumt werden, um den Naturkindergarten zu verwirklichen. Es wurde der Verein „Kinderhof Steddorf“ gegründet, der die Trägerschaft und die Finanzierung übernimmt. Die Kosten für die Kinderbetreuung richten sich nach der Sozialstaffel der Gemeinde Bienenbüttel.

Der Kinderhof Steddorf ist ein kleines Paradies für Kinder, ein Bauwagen bietet für die Kleinen ebenso eine Anlaufstelle wie das Haus mit gemütlichen Räumen, sanitären Anlagen und einer Küche. Im Freigelände gibt es neben viel Platz zum Toben einen Stall, in dem die Ponys Emmi und Chinchin täglich darauf warten, von den Kindern versorgt, gepflegt und bewegt zu werden.

„Das Konzept unseres Kindergartens besteht darin, die Kinder aktiv an allen Abläufen teilhaben zu lassen. Wir arbeiten eng an den Jahreszeiten da wird im Sommer Holunderblütensirup hergestellt, im Herbst roden wir Kartoffeln und verarbeiten sie zu Suppe“, erzählt Kirschke. Und nach dem Reiten werden die Pferde auch gefüttert und geputzt, „damit die Kinder wirklich von A bis Z lernen, Verantwortung zu übernehmen“.
Lob gab es von allen Seiten. So wie Altbürgermeister Heinz-Günter Waltje war auch die Nachbarschaft erfreut über das, was der Kinderhof bietet. „Es ist richtig toll geworden“, sagte Nachbarin Moni Athner. Und Nachbarin Ute Meyer wünschte sich, dass ihre Enkel einmal in den Kinderhof kommen.