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Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Krankenhaus Buchholz und Winsen gGmbH" geben den Grünen eine Mitschuld daran, dass "Curagita" aus Heidelberg die Geschäftsbesorgung der Klinik übernehmen soll. Die weisen den Vorwurf zurück. Foto: pet
Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Krankenhaus Buchholz und Winsen gGmbH" geben den Grünen eine Mitschuld daran, dass "Curagita" aus Heidelberg die Geschäftsbesorgung der Klinik übernehmen soll. Die weisen den Vorwurf zurück. Foto: pet

Misstöne auf Weg aus der Krise

emi Salzhausen. Der erste Schritt in Richtung Zukunft ist gemacht, doch derzeit prägen Misstöne die Diskussion um das insolvente Krankenhaus Salzhausen. Über Kreuz liegen die Grünen im Kreisverband Harburg und Arbeitnehmervertreter aus den Reihen des Aufsichtsrats der Krankenhäuser Buchholz und Winsen.

Ursprünglich wollte der Landkreis Harburg der schwächelnden Klinik die helfende Hand reichen: Im Januar hatten sowohl Kreisausschuss als auch der Aufsichtsrat der „Krankenhaus Buchholz und Winsen gGmbH“, die dem Kreis gehört, mehrheitlich dafür votiert, dass der Kreis Harburg für drei Monate die Geschäftsbesorgung des Salzhäuser Krankenhauses übernimmt. Die Grünen im Kreisausschuss stimmten dagegen. Letztlich erhielt den Zuschlag vergangene Woche der Radiologiedienstleister „Curagita“ aus Heidelberg. Eine Mitschuld daran geben die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Krankenhäuser Buchholz und Winsen den Grünen. Die weisen die Vorwürfe zurück.

Die Arbeitnehmervertreter sollen den Grünen zuletzt öffentlich „Meinungsmache zugunsten einer Heuschrecke“ vorgeworfen haben. Die Grünen hätten „der Curagita AG das Wort geredet“ und damit dazu beigetragen, dass die Heidelberger Firma das Rennen gemacht habe.

Der Streit schwelt allerdings schon länger. Eine Pressemitteilung, mit der die Grünen nach eigener Aussage ihr Abstimmungsverhalten begründen wollten, hatte die Arbeitnehmervertreter offenbar erst zu den Vorwürfen veranlasst. Laut Ludwig Wilsing, Betriebsratvorsitzender des Krankenhauses Winsen, störten sie sich dabei vor allem an einer Formulierung der Grünen: Diese bezeichneten die angestrebte, vorübergehende Geschäftsführung der Klinik durch den Kreis Harburg als „Versuch, das insolvente Krankenhaus endgültig zu zerschlagen“.

Eine Aussage, die Wilsing jetzt gegenüber der LZ als „unglücklich“ bezeichnete. Zumal Grünen-Kreistagsmitglied Dr. Erhard Schäfer Mitglied im Aufsichtsrat der „Krankenhaus Buchholz und Winsen gGmbH“ sei. Die Arbeitnehmervertreter forderten Schäfer daraufhin öffentlich auf, sein Aufsichtsratsmandat niederzulegen.

Die Forderung weisen die Grünen in ihrer aktuellen Pressemitteilung als „sachlich und rechtlich unbegründet“ zurück. Dass die Grünen mitverantwortlich für den Zuschlag für die „Curagita“ sein sollen, sei eine „haltlose und verleumderische Unterstellung“. Die Grünen-Politiker betonen: „Dr. Erhard Schäfer und wir Grünen haben uns in der Vergangenheit immer für unsere Kreiskrankenhäuser eingesetzt und wir werden das auch in Zukunft tun. In diesem Sinne hoffen wir, dass alle Beteiligten sich diesem gemeinsamen Ziel verpflichtet fühlen und wieder zu sachlicher Zusammenarbeit zurückfinden.“