Aktuell
Home | Lokales | Solarbahn für Bad Bevensen
Die Lüneburger kennen Andreas Gensch seit Jahren als Kutscher. Nun sattelt er um und fährt von Sommer an mit einer Solarbahn durch Bad Bevensen. Foto: A
Die Lüneburger kennen Andreas Gensch seit Jahren als Kutscher. Nun sattelt er um und fährt von Sommer an mit einer Solarbahn durch Bad Bevensen. Foto: A

Solarbahn für Bad Bevensen

ca Bevensen/Lüneburg. Die in Lüneburg hoch umstrittene Solarbahn rollt von Sommer an durch Bad Bevensen. Betreiber Andreas Gensch und die Bad Bevensen Marketing GmbH (BBMG) haben jetzt einen entsprechenden Vertrag geschlossen. Gensch berichtet, dass er in der Kurstadt auf zwei Linien einen Verkehr anbietet: „Wir verbinden die Kliniken, Hotels und das Kloster Medingen.“ Wer eine Kurkarte vorzeige, nutze die 18 Meter lange Bahn kostenlos, auch Bevensener selber könnten zusteigen. Dem Vernehmen nach soll Gensch für den Service rund 110 000 Euro erhalten. Er sagt, der Betrag stimme nicht, will aber keine Summe nennen. Den Betrieb soll er im Juni aufnehmen. Für Lüneburg ist das Thema Wegebahn damit aber nicht vom Tisch. Denn Gensch erklärt auch, er halte an dem Konzept einer Touristenbahn fest. Nach den Oberbürgermeisterwahlen im Mai werde er sein Projekt weiterverfolgen.

Die Lüneburger kennen Gensch seit mehr als einem Jahrzehnt als Kutscher: Seine Pferde ziehen schwere Wagen durch die Stadt, in denen rund 20 Kunden Platz finden. Doch dann begann der Mechtersener über eine Elektrobahn mit 60 Plätzen nachzudenken. Die mache weniger Arbeit, könne mehr Gäste befördern und sei das ganze Jahr einsatzfähig, zählte er Vorteile auf. Zudem sei der kleine Zug durch Solar- und Strombetrieb umweltfreundlich. Für rund 300 000 Euro hat Gensch Zugmaschine und zwei Wagen in Holland bestellt.

Hatte die Politik das Thema zwei Jahre kaum interessiert, änderte sich das im vergangenen Sommer. Bei einer Bürgerversammlung im Glockenhaus erntete die Bahn überwiegend Ablehnung. In einem Genehmigungsverfahren hatten Stadt und Landesnahverkehrsgesellschaft Bedenken, ein Stichwort war der Brandschutz, ein anderes die Enge der Rosenstraße. Gensch hatte dann erklärt, er fahre mit den Kutschen weiter. Denn der Markt mit seinen Abertausenden Touristen ist attraktiv. Im März will er den regelmäßigen Saisonbetrieb aufnehmen. Er muss allerdings erstmals gegen Konkurrenz antreten: Jens Bußmann möchte mit einer zehn Passagiere fassenden Kutsche die Altstadt rund um Michaelis ansteuern.

In Bevensen löst Gensch eine Dieselbahn ab, dort stößt er mit seiner stillen und abgasenfreien Bahn auf Zustimmung. Gleichwohl „lasse ich Lüneburg nicht aus den Fingern“, sagt der Bahnchef. Wie berichtet, hatte er angekündigt, im Zweifel vor Gericht ziehen zu wollen und rechnet sich gute Chancen aus, am Ende doch eine Genehmigung auf seiner gewünschten Route Markt, Neue Sülze. Heiligengeiststraße, Sand, Berge, Brodbänken zu erhalten.

One comment

  1. Irgendwann wird sich auch Dad Bevensen an ihre kleine Bimmelbahn zurückerinnern. Wie dem auch sei. Die Gedanken des Herrn Gensch sind durchaus nachzuvollziehen. Seine Auusagen geben alles her, was man zu einer Solarbahn wissen muß und noch mehr.
    Aber mein Vorschlag an die Hansestadt Lüneburg: Gründung eines neuen Unternehmens unter dem Dach der bereits besthenden Marketinggesellschaft, welche dann die Stadtrundfahrten in unserer schönen Stadt in Eigenregie durchführt. Die Finanzierung einer derartigen Unternehmung könnte nach folgender Formel erfolgen: 40 x 8 x 4 x 6 x 26 – (?) = 150000. Auf Nachfrage bin ich gerne zu einer kostenfreien Erläuterung bereit, man könnte so die Gutachterkosten für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung gleich einsparen. Allerdings sollte man das ganze erst nach den anstehenden Bürgermeisterwahlen angehen, wie von Herrn Gensch schon richtig angedacht.
    Was halten Sie von diesem Vorschlag, Herr Oberbürgermeister Mädge.