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Die Gaststätte Schifferbörse ist das dritte Haus von rechts. Während der Flut wurde die Stützmauer zur Elbuferpromenade unterspült, jetzt besteht Einsturzgefahr. Für weitere Gebäude wird ein Domino-Effekt befürchtet. Foto: tja
Die Gaststätte Schifferbörse ist das dritte Haus von rechts. Während der Flut wurde die Stützmauer zur Elbuferpromenade unterspült, jetzt besteht Einsturzgefahr. Für weitere Gebäude wird ein Domino-Effekt befürchtet. Foto: tja

Einsturzgefahr am Elbufer

tja Lauenburg. Nun also doch: Lauenburgs Altstadt wurde von der Elbe-Flut im Juni vergangenen Jahres doch deutlich stärker getroffen als bisher vermutet. Wegen Einsturzgefahr von tragenden Stützmauern musste jetzt ein erster Abschnitt der Elbuferpromenade gesperrt werden. „Mit ein bisschen Beton, der da über Risse gewischt werden kann, ist es diesmal nicht getan“, sagt Bürgermeister Andreas Thiede. Hintergrund: Unklar ist, wie die Stützmauer verankert ist und wie das Gebäude darauf gegründet ist. Außerdem könnte eine mögliche Baustelle nur von der Wasserseite aus beschickt werden.

Bei dem betroffenen Gebäude handelt es sich um das Lokal „Schifferbörse“ an der Elbstraße 82. Ein in den 1960er-Jahren errichteter Anbau steht direkt auf der Stützmauer, die von tiefen Rissen durchzogen ist. „Bereits seit einigen Wochen steht die Stützmauer der Gaststätte unter regelmäßiger Kontrolle“, sagt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. „Nachdem uns jetzt Bausachverständige aufgrund verstärkter Rissbildung und mangelhafter Standfestigkeit der Mauer dringenden Handlungsbedarf attestiert haben, blieb uns keine andere Wahl als die Sperrung“, erklärt Nieberg.

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Die Elbuferpromenade ist eines der touristischen Aushängeschilder der Stadt Lauenburg. Aus Sicherheitsgründen wurde sie jetzt aber teilweise gesperrt. Foto: tja

„Das ist natürlich jetzt eine brisante Situation“, sagt Thiede. Lauenburg steht, sobald sich der Frühling durchsetzt, vor dem Start in eine sehnsuchtsvoll erwartete neue Touristensaison. Das Hochwasser hatte vielen Wirten und Hoteliers im vergangenen Jahr extrem zugesetzt. Nach den nötigen Sanierungen sollte jetzt durchgestartet werden. Und nun das: Die Sperrung der Elbuferpromenade, die als eines der Aushängeschilder der Stadt gilt.

Thiede: „Wir wollen eventuelle Maßnahmen deshalb auch nicht auf die lange Bank schieben, sondern zeitnah loslegen.“ Die Besitzer der Immobilie, eine Architektengemeinschaft aus Lüneburg, habe eine Frist von zwei Wochen bekommen, um Handlungswege zu erklären, so Thiede. In dieser Woche sollen bereits spezielle Untersuchungen durch Grundbauexperten durchgeführt werden.

Vermutlich hatte das Wasser, das auf beiden Seiten der Stützmauer stand, den Untergrund ausgespült. Eine Gefahr, vor der Architekt und Altstadt-Experte Peter Szymanski immer gewarnt hatte. „Fällt ein Haus, zieht es im Domino-Effekt weitere mit, die stützen sich gegenseitig“, sagte er stets, wenn um Hochwasserschutz für Lauenburg diskutiert wurde. Fällt die Stützmauer, fällt auch der Anbau der „Schifferbörse“. Was noch, lässt sich aktuell nicht beurteilen.

Nach der Flut im Juni und ersten Aufräumarbeiten hatte Wirt Karsten Neugebauer sein Restaurant „Schifferbörse“ relativ schnell wieder geöffnet. Doch noch vor dem Jahreswechsel schloss er es wieder ab. Zu groß ist, dass bei Betrieb etwas passiert. Während Einnahmeverluste von Gastronomen und Geschäftsleuten durch den von Bund und Land aufgelegten Wiederaufbaufonds nicht abgedeckt sind, hofft Nieberg, die erforderliche Sanierung der Stützmauer aus diesem Topf finanzieren zu können. „Denn dass die Flut für diese Schäden verantwortlich ist, ist selbst für den Laien erkennbar.“

One comment

  1. Im jahr 2056 ist alles fertig 🙂