Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Mit Hammer und Folien bauen Mitglieder des Nabu am Hasenburger Weg Schutzzäune für Kröten auf. Foto: t&w
Mit Hammer und Folien bauen Mitglieder des Nabu am Hasenburger Weg Schutzzäune für Kröten auf. Foto: t&w

Kröten-Einsatz

ca Lüneburg. Die Straße kann zum Friedhof werden: Wenn sich in wenigen Tagen Frösche, Kröten und Molche auf den Weg aus den Wäldern machen, um ihre Laichplätze in Seen und Teichen zu erreichen, schaffen es viele Tiere nicht: Sie sterben, weil sie Wege überqueren müssen und von Autos überfahren werden. Der Naturschutzbund (Nabu) wird da zum Lebensretter. Mitglieder haben am Sonnabend an der Hasenburg Planen aufgestellt, um die Wanderung zu unterbrechen. Abends und früh morgens sammeln Helfer wie Gudrun Bardowicks die Frösche in Eimern ein und tragen sie zum sicheren Teich.

Knapp 3000 Gras- und Wasserfrösche, Molche und Erdkröten kamen vergangenes Jahr so in den Genuss des Nabu-Transports, berichtet der Lüneburger Vereinsvorsitzende Thomas Mitschke. Im Herbst beziehen die Teichbewohner ihr Winterquartier im Wald, unter Laub, in Mauselöchern und in alten Baumstümpfen. Mancher der quakenden Zeitgenossen verirrt sich aber auch in einen Keller. Die Naturschützer bitten, ihn nach dem Winterschlaf nach draußen zu tragen. Mitschke: „Am besten Handschuhe anziehen, die vorher keinen Kontakt mit Chemikalien hatten.“ Denn Rückstände könnten die empfindliche Haut der Amphibien verletzen.

Gudrun Bardowicks ist von Anfang an dabei, seit 14 Jahren gehört sie zu den Aktivisten, welche die Fangzäune aufstellen. Die Biologin erzählt, dass Ende Februar/Anfang März Bewegung in die Langschläfer kommt und sie zu den Gewässern hüpfen: „Bei Regenwetter und einer Temperatur zwischen fünf und sieben Grad beginnt die Wanderung.“

Die Nabu-Gruppe beobachtet, dass die Population der Frösche und Kröten seit Jahren zurückgeht. Die Helfer sehen dafür eine Ursache in der Landwirtschaft: Dünge- und Pflanzenschutzmittel machten vielen Tieren den Garaus. Sie wünschen sich ein Umdenken bei den Bauern. Doch auch an Autofahrer appellieren sie, in den kommenden Wochen vorsichtig zu fahren. Denn da sie nur wenige seien, könnten die Kröten-Schützer nicht überall Schutzzäune aufstellen.

Wer helfen will, ruft Mitschke an: 01577/4155270.

One comment

  1. Toll! Danke an alle die da mitmachen!