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OB-Kandidat Michèl Pauly (r.) und Landratsanwärter Jörg Venderbosch von den Linken sind sich über ihre politischen Inhalte einig. Foto: t&w
OB-Kandidat Michèl Pauly (r.) und Landratsanwärter Jörg Venderbosch von den Linken sind sich über ihre politischen Inhalte einig. Foto: t&w

Die Linke schickt Kandidaten-Duo ins Feld

mm Lüneburg. In einem Atemzug wählte der Lüneburger Kreisverband der Linken nun seine Kandidaten für die Oberbürgermeister- und Landratswahl am 25. Mai. Auch mangels Gegenkandidaten fiel die Entscheidung für beide Bewerber eindeutig aus. Die bei der Wahlversammlung 16 anwesenden Mitglieder votierten einstimmig für Michèl Pauly (29) als Kandidat für die Wahl des Oberbürgermeisters. Jörg Venderbosch (45) freute sich über das gleiche Vertrauen der Parteibasis für die Landratswahl.

Pauly gab aus, als Chef im Rathaus wolle er sich weiterhin für eine Kommunalisierung der Lüneburger Stadtwerke stark machen: „Wir dürfen als Stadt nicht von Energiekonzernen abhängig sein. Gerade haben Thüringer Kommunen vorgemacht, dass eine Rekommunalisierung der Stromnetze möglich ist. Das ist auch mein Ziel für Lüneburg.“ Dem Ratsfraktionsvorsitzenden liegt auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs am Herzen. „Wir brauchen bessere Taktzeiten, außerdem eine Ermäßigung für Hartz-4-Empfänger.“ Das HVV-Ticket soll es für Hartz-4- und Wohngeldempfänger zur Hälfte des normalen Preises geben, das würde in der Stadt schon diskutiert. Darüber erfreut zeigte sich auch Landratskandidat Venderbosch, der eine landkreisweite Einführung fordert: „Dies war einer der ersten Anträge der Linken im Kreistag. Damals ist die Einführung abgelehnt worden, weil es sich um eine freiwillige Leistung handele, die angeblich nicht zu finanzieren sei. Unser beharrliches Eintreten für die Sozialcard hat sich gelohnt“, ist sich der Verwaltungsfachangestellte nun sicher.

Venderbosch will den Landkreis sozialer und ökologischer gestalten, ist gegen den Bau der A39: „Das Projekt ist wirtschaftlich und ökologisch überflüssig“, sagt er. Der soziale Wohnungsbau solle vorangetrieben werden, finanziert durch die Inanspruchnahme von Fördermitteln vom Land und durch Bürgerdarlehen. Zurzeit arbeitet der Kreistagsabgeordnete in der Landesgeschäftsstelle der Linken in Hannover. Als Landrat würde er sofort in den Landkreis zurückkommen, am liebsten in die „schöne Lüneburger Altstadt“ ziehen.

In Lüneburg schon beheimatet ist OB-Kandidat Pauly, der bei dem Bauunternehmen Manzke in Volksdorf als Assistent der Geschäftsführung tätig ist. Für ihn sei „Mietwucher“ in Lüneburg nicht länger akzeptabel. Pauly fordert einen Mietpreisspiegel, nur dann könnten sich Bürger auch gegen Mietpreissteigerungen zur Wehr setzen. Der Wohnungsbau müsse vorangetrieben werden, anstatt Großprojekte zu fördern. An solch einem üben die beide Kandidaten besonders harsche Kritik: dem Neubau des Uni-Zentralgebäudes. „Den Protzbau brauchen wir nicht“, sagt Venderbosch deutlich. Parteikollege Pauly befürchtet, dass am Ende doch die Stadt für weitere Baukostensteigerungen aufkommen müsse. Kosten scheuen würde er hingegen nicht bei einer Umwandlung der Theodor-Körner-Kaserne in einen Sportpark.