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Pünktlich zum Saison-Start am 29. März, darf im Heide-Park in Soltau auch der Wing Coaster seine Runden drehen. Foto: Heide-Park
Pünktlich zum Saison-Start am 29. März, darf im Heide-Park in Soltau auch der Wing Coaster seine Runden drehen. Foto: Heide-Park

,,Wing Coaster“ kann pünktlich starten

pet Lüneburg. Sabrina de Carvalho, Geschäftsführerin des Heide Soltau Resorts, fiel nach drei Stunden im Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) ein Stein vom Herzen. ,,Ich freue mich riesig, dass unseren Auffassungen jetzt Recht gegeben wurde. Wir haben uns im Recht gefühlt und jetzt haben wir auch Recht bekommen“, sagte sie gestern am späten Nachmittag.

Zufrieden waren auch Rechtsanwalt Dr. Christian Klöver, der den Heide Park vertrat, und die Vertreter des Heidekreises. Der ,,Wing Coaster“, die für 15 Millionen Euro gebaute neueste Attraktion des Freizeitparks, die kurz vor der Vollendung steht, könne jetzt pünktlich zum Saisonstart am 29.März in Betrieb genommen werden, so de Carvalho. In zwei Verfahren, die der Gründer und langjährige Betreiber des Heide Parks angestrengt hatte, bekam der Heide Park Recht.

Zweimal also hatte der 1. Senat des OVG (Vorsitzender Richter: Sören Claus) zu entscheiden. Zum einen hatte der Heide-Park-Gründer, der die Anlage 2001 verkauft hatte, im vergangenen Herbst vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg Recht mit der Feststellung bekommen, dass die vom Heidekreis erteilte Baugenehmigung für sein Mitte der 1980er-Jahre gebautes Wohnhaus ,,ohne Einschränkungen auf einen bestimmten Nutzerkreis“ erfolgt ist. Der Heide Park-Gründer hatte ein Wohnhaus mit einer Wohnfläche von knapp 700 Quadratmeter errichtet, nach Recherchen des Gerichts, das im Internet eine Immobilienanzeige gefunden hatte, sogar ,,1100 Quadratmeter plus 300 Quadratmeter Nutzfläche“.

Der Heidekreis sah das anders, ist der Auffassung, dass das Wohnhaus, östlich des Parks gelegen, als ,,Betriebsleiterwohnhaus“ beantragt und auch nur als solches genehmigt wurde. Dem schloss sich gestern das Oberverwaltungsgericht an. Zwar sei, so der Vorsitzende Richter Claus, im Bauschein nicht von einer eingeschränkten Nutzung durch Betriebsangehörige die Rede. Aber bei der Entscheidung sei die Vorgeschichte der Baugenehmigung zu berücksichtigen und in der sei durchaus von einer ausschließlichen Nutzung als ,,Betriebsleiterwohnhaus“ auszugehen. Die Nutzungsbeschränkung sei eindeutig aus zuvor verfassten Anträgen des Klägers und anderen Auflagen bei Genehmigungen der Baubehörden hervorgegangen.

Die Entscheidung über die Nutzung des Wohnhauses war entscheidend für die Zukunft des ,,Wing Coaster“ und die im vergangenen Frühjahr in einem Zelt gestartete Show ,,Madagascar“ für die hatte der Heide Park-Gründer nämlich wegen der seiner Auffassung zu hohen Lärmemissionen einen Baustopp bzw. eine Stillegung beantragt. Schon das Verwaltungsgericht schloss sich dem nicht an, der 1. Senat des Oberverwaltungsgerichts bestätigte diese Auffassung.

Sowohl der Heide Park als auch dessen Gründer hatten Lärmgutachten erstellen lassen mit unterschiedlichen Ergebnissen. Entscheidend für die Zukunft des ,,Wing Coaster“, der Show ,,Madagascar“ und der anderen Fahrgeschäfte ist, dass durch die Einordnung des angrenzenden Hauses als ,,Betriebsleiterwohnhaus“ höhere Lärmwerte zu tolerieren seien.

Gegen das Urteil im Berufungsverfahren in Sachen Wohnhaus hat der 1. Senat die Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen dagegen ist aber eine Beschwerde zulässig. Die Option ließ Anwalt Dr. Ulf Hellmann-Sieg als Vertreter des Heide Park-Gründers sich offen. Der Beschluss im Beschwerdeverfahren in Sachen ,,Wing Coaster“ und ,,Madagascar“-Show ist unanfechtbar.