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Illusion nennt Bernd Uhde diese aus der Vogelperspektive aufgenommene Impression. Foto: nh
Illusion nennt Bernd Uhde diese aus der Vogelperspektive aufgenommene Impression. Foto: nh

Neues vom Überflieger

lz Eitzen I/Hamburg. Mit dem Helikopter oder im Heißluftballon fliegt bzw. fährt er über norddeutsche Landschaften und Städte und erschafft Bilder, denen eine ganz eigene Bildsprache zugrunde liegt. Nicht das Dokumentarische, sondern die Abstraktion und die Reduktion auf minimale Bildelemente sind Themen der Arbeiten von Bernd Uhde. In seinem neuen Buch „White Album“ (Verlag seltmann+söhne, 120 Seiten, 39 Euro) zeigt Uhde urbane und ländliche Welten im Schnee.
Es ist sein vierter Fotoband mit Motiven aus der Vogelperspektive. Die großformatigen Winterbilder, entstanden in einem Zeitraum von fünf Jahren, sind parallel zur Buchveröffentlichung in einer großen Einzelausstellung in der neuen Holthoff-Mokross-Galerie in Hamburg-Ottensen zu sehen, noch bis zum 22. März.
„Meine Leidenschaft für den senkrechten Blickwinkel auf die Erde entdeckte ich vor vielen Jahren während einer Ballonfahrt in Umbrien. Als ich mir die Aufnahmen ansah, die dabei entstanden sind, hatte ich die Antwort auf all meine Fragen“, so Bernd Uhde. „Jeder Flug bedeutet für mich ein neues Abenteuer, immer auf der Suche nach neuen Motiven. Von oben betrachtet, zeigen sich ganz gewöhnliche Landschaften voller ungewöhnlicher Bilder: geometrische Texturen, verspielte Figurationen und Flächen wie mit einem Pinselstrich dahingetuscht. Baumreihen, Traktorspuren oder Fabrikdächer werden zu abstrakten Gemälden.“
Galerist Thomas Holthoff wertet Bernd Uhdes Bilder als grafische Kunstwerke. „Die Ästhetik der abstrakt wirkenden Landschaften hat etwas Magisches. Seine Bildsprache ist einzigartig und damit unverwechselbar“, so Holthoff.
Bernd Uhde, 1950 bei Düsseldorf geboren, studierte Malerei an der Hochschule der Künste Berlin und anschließend Film an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Nach langjähriger Tätigkeit als Filmemacher kehrte er inspiriert von besagter Ballonfahrt zurück zur Kunst. Seine Arbeiten zeigte er in zahlreichen Ausstellungen und Veröffentlichungen. Uhde lebt und arbeitet auf einem restaurierten Niedersachsenhof in Eitzen I und auf Mallorca.
Die Holthoff-Mokross-Galerie öffnet Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, am Sonnabend von 12 bis 16 Uhr.