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Peter Nerger und Martina Ihbe aus Dessau sind das erste, aber nicht das letzte Mal in Lüneburg und bewundern den Marktplatz. Foto: t&w
Peter Nerger und Martina Ihbe aus Dessau sind das erste, aber nicht das letzte Mal in Lüneburg und bewundern den Marktplatz. Foto: t&w

Heide als Urlaubsziel beliebt

lj Lüneburg. Während die Übernachtungszahlen 2013 landesweit zurückgegangen sind, konnte die Lüneburger Heide noch einmal zulegen. Mit 5,08 Millionen Übernachtungen erreichte die Region ein Plus von 0,5 Prozent und damit den besten Wert seit zwölf Jahren. „Wieder einmal wachsen wir überdurchschnittlich“, freut sich Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, über die Zahlen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen, die jetzt veröffentlicht worden sind.

Doch das Plus von 14000 Gästen und 27000 Übernachtungen verteilt sich recht unterschiedlich. Während die Landkreise Celle (plus 4,9 Prozent) und der Heidekreis (plus 0,3 Prozent) zulegen konnten, zählt der Landkreis Lüneburg (minus 1,5 Prozent) zu den Verlierern. Allerdings nur in der Fläche, denn auch die Hansestadt konnte bei Übernachtungen (plus drei Prozent) und Tagesgästen noch einmal zulegen.

Zu denen, die Lüneburg auch im Winter besuchen, zählten gestern Peter Nerger und Martina Ihbe aus Dessau in Sachsen-Anhalt. Das Paar macht zurzeit Urlaub in Bad Bevensen und ist für einen Tagesausflug in die Hansestadt gekommen. „Die schöne Altstadt mit ihren Giebeln und der Wasserturm haben uns besonders gefallen, gleich besichtigen wir noch das Rathaus“, erzählen die beiden Urlauber. „Wir können uns sehr gut vorstellen, während der Heideblüte für Radtouren wiederzukommen,“ sagt Martina Ihbe, „obwohl es hier gar nicht so flach ist, wie man bei Heide vermuten könnte.“

Unterdessen betreiben Lüneburgs Tourismusexperten Ursachenforschung. Grund für die eher durchwachsene Statistik sind von dem Bruch zufolge die Wetterkapriolen des vergangenen Jahres. „2013 war eines der schwierigsten Jahre“, sagt von dem Bruch. Nach einer langen Schneeperiode im ersten Quartal folgte im Juni das extreme Elbehochwasser. „Man sieht in der Statistik deutlich, dass das Hochwasser im Norden der Lüneburger Heide zu starken Rückgängen geführt hat, insbesondere im Landkreis Lüneburg“, erklärt der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Das bestätigt Jens Kowald, Geschäftsführer der Flusslandschaft Elbe GmbH mit Sitz in Bleckede. Genaue Zahlen liegen ihm zwar noch nicht vor, aber er sagt: „In einigen Bereichen haben wir einen Rückgang von bis zu zehn Prozent.“ Und zu Beginn des Hochwassers sah es noch schlimmer aus: „Mehr als 50 Prozent der Buchungen sind zunächst storniert worden.“ Doch hätten viele Gastgeber ihre Gäste überzeugen können, doch noch die Reise anzutreten. Nun hofft auch von dem Bruch auf einen Nachholeffekt darauf, dass diejenigen, die 2013 abgesprungen sind, in diesem Jahr an die Elbe fahren.

Dass Ende 2013 dennoch eine positive Entwicklung in der Heide-Region zu verzeichnen war, führt die Lüneburger Heide GmbH als Dachorganisation und Interessenvertretung der Tourismusbranche auf das starke Kurzfristengeschäft im langen Sommer zurück. „Unsere Strategie, im Laufe des Sommers auf eine Last-Minute-Vermarktung zu setzen, hat sich ausgezahlt. Wir konnten damit einiges aufholen“, sagt der Geschäftsführer.

Für 2014 sagt das Marktforschungsunternehmens Gfk mehr Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands voraus. Alleine die Internetbuchungen der Lüneburger Heide GmbH liegen bislang 35 Prozent über Vorjahresniveau. „Abgerechnet wird zwar zum Schluss, aber ich bin optimistisch“, sagt von dem Bruch. „Die Lüneburger Heide kann auf mehrere starke Säulen setzen wie das Naturthema, verschiedenste Freizeitparks und die Städte Lüneburg und Celle mit ihrem kulturellen Angebot. Diese Stärken der Region gilt es noch besser zu präsentieren.“

Nicht zuletzt soll eine innovative sogenannte Lifestyle-Marktforschung, die über fünf Jahre laufen wird, das Marketing verfeinern, die Kundenorientierung verbessern und die Gastgeber in der Lüneburger Heide mit neuem Wissen versorgen, um so neue Gäste für die Region zu gewinnen. „Wir sind die erste Region in Deutschland, die ein solches Projekt aufgesetzt hat, den Vorsprung wollen wir nutzen“, erklärt Ulrich von dem Bruch.