Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Stallbaupläne der Bundes Hybrid Zucht Programm GmbH gehen in die nächste Runden. Das Unternehmen will seine Marktposition ausbauen, die Kapazitäten am Standort Ellrignen nahezu vervierfachen. Foto: A/be
Die Stallbaupläne der Bundes Hybrid Zucht Programm GmbH gehen in die nächste Runden. Das Unternehmen will seine Marktposition ausbauen, die Kapazitäten am Standort Ellrignen nahezu vervierfachen. Foto: A/be

Ausbaupläne schreiten voran

kre Ellringen. Früher war alles einfacher: Noch bis Mitte vergangenen Jahres war der Kreis für die Genehmigung der geplanten Schweinezuchtanlage in Ellringen zuständig. Doch im September 2013 wurde das Baugesetzbuch geändert. Jetzt also ist es die Gemeinde  sprich der Flecken Dahlenburg selbst  der für ,,gewerbliche Anlagen dieser Art“ einen Bebauungsplan aufstellen muss. Und dieser Aufgabe will sich der Rat auch nicht entziehen: Jetzt tagte der Bauausschuss des Fleckenrates  und gab mit großer Mehrheit die Empfehlung, mit dem Vorentwurf des B-Planes in die frühzeitige Bürgerbeteiligung zu gehen.

Der geplante Bau der neuen Stallanlagen auf dem Gelände der Bundes Hybrid Zucht Programm GmbH (BHZP) in Ellringen sind im Ort ein heikles Thema  das weiß auch Dahlenburgs Rathauschef Christoph Maltzan. Das Unternehmen, nach eigenen Angaben im Besamungsebersegment deutscher Marktführer, will für rund fünf Millionen Euro auf dem firmeneigenen Gelände, wenige hundert Meter außerhalb des Ortes am Ende einer Sackgasse, den Betrieb erweitern.

In der neuen Schweinezucht-Anlage östlich der Straße An der Wassermühle sollen auf vier Hektar 3168 Jungsauen, 2393 Ferkel, 746 Sauen und vier Eber Platz finden. Damit umfasst die neue Anlage fast die vierfache Kapazität des jetzigen Komplexes. Die alten Ställe auf der anderen Straßenseite sollen abgerissen werden. Bereits 2012 erklärte BHZP-Geschäftsführer Dr. Conrad Welp, sie „genügen weder den tierschutzrechtlichen noch unseren unternehmerischen Anforderungen“.

Die Vergrößerung der Anlage solle dazu beitragen, die Marktposition des Unternehmens zu halten und auszubauen. Ellringen sei als Standort besonders geeignet, da im Umfeld relativ wenig Schweine gehalten würden und die Gefahr einer Keimübertragung gering sei. Zudem befinde sich das Unternehmen seit 43 Jahren in Ellringen, habe hier quasi seine Wiege stehen.

Trotzdem gab und gibt es auch kritische Stimmen im Ort: Viel zu groß sei die geplante Anlage, Ellringen würde in ,,Gülle ertrinken, die Besucher wegen des Gestanks wegbleiben“. Der Tourismus in der Region, so die Gegner der Ausbaupläne, werde mit Sicherheit leiden.

Maltzan kennt die Argumente: ,,Als ich mich um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters beworben habe, habe ich bei meinen Hausbesuchen in Ellringen die Menschen auch auf dieses Thema angesprochen“, berichtet der Rathauschef. Eine eindeutige Mehrheit gegen das Großprojekt habe er aber nicht ausmachen können. Im Gegenteil: ,,Die meisten Bürger, mit denen ich gesprochen habe, sehen die Ausbaupläne recht gelassen.“

Letztlich, so Maltzan weiter, gehe es doch nur um die eine Frage: ,,Wollen wir die Erweiterung der BHZP zulassen oder nicht?“ Wer dagegen ist, müsse auch damit rechnen, dass das Unternehmen über kurz oder lang seine Pforten in Ellringen schließt: ,,Dann verlieren wir in einer ohnehin schon strukturschwachen Gegend weitere Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen“, ruft Maltzan in Erinnerung. Dass daran niemand Interesse habe, zeige sich schon daran, dass der Rat schon vor Monaten die Aufstellung des B-Plans beschlossen habe. ,,Und wer A sagt, muss auch B sagen“, betont Christoph Maltzan  also auch grünes Licht für die frühzeitige Bürgerbeteiligung geben.

Für den Dahlenburger Rathauschef hat diese Vorgehensweise sowieso handfeste Vorteile: ,,Wir stehen mit dem Vorentwurf noch ganz am Anfang der Planungen: Änderungen, Wünsche und Anregungen können jetzt noch berücksichtigt und gegebenenfalls eingearbeitet werden.“ Und für manche Probleme sieht der Bürgermeister schon jetzt Abhilfe  beispielsweise, um die Besitzer des Kronshofes nicht über Gebühr durch die An- und Abfahrt der Güllewagen zu belasten: ,,Da gibt es Überlegungen, eine Gülleleitung bis an die Kreisstraße zu legen, damit die Fahrzeuge nicht mehr am Kronshof vorbeifahren müssen.“

Gegen Ende des Verfahrens kommt der Kreis doch noch einmal ins Spiel  wenn der Flecken seinen B-Plan aufgestellt hat. ,,Dann wird der Kreis nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz prüfen“, erklärt Kreissprecherin Frauke Noweck.