Dienstag , 27. September 2016
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Trickst ein Betrüger Technologie-Riesen aus?

rast Lüneburg. Die Geschäftsführerin einer Lüneburger Hausverwaltung staunte nicht schlecht, als sie die Rechnung über 923,53 Euro für ein 13,3-Zoll-Notebook aus dem Hause Hewlett Packard (HP) erhielt, denn ein Notebook hatte Dorothee Mennrich nie bestellt  wie auch zuvor andere Hardware-Produkte nicht, die ihr vom HP-Online-Shop in Rechnung gestellt wurden. Mehrfach hatte sie sich seit August 2011 bei HP beschwert, doch immer wieder kamen neue Rechnungen. Sie schaltete den Lüneburger Anwalt Henning Grewe ein, der nicht nur zu dem Schluss kam: ,,Der Technologieführer hat die Technologie nicht im Griff“, sondern jetzt auch am Amtsgericht Lüneburg eine Unterlassungsklage gegen die HP Deutschland einreichte.

Einen Betrüger vermutet Grewe hinter der Geschichte, der den Namen der Lüneburger Haus & Hof Verwaltungsgesellschaft missbraucht: ,,Meine Mandantin ist zwar als Rechnungsadressat angegeben, die Rechnungen aber weisen immer abweichende Lieferadressen auf.“ Das habe Dorothee Mennrich HP mehrfach klar zu machen versucht. ,,Sie erklärte, dass sie derartige Bestellungen nicht ausgelöst und dass sie die angeblich bestellte Ware nicht erhalten habe.“ Zunächst habe HP ihr entsprechende Gutschriften geschickt: ,,Sie ging davon aus, dass der Vorgang damit erledigt war.“ War er nicht, weitere Rechnungen folgten. Schließlich forderte die Geschäftsführerin HP auf, ihre Firmendaten aus dem System zu löschen. Grewe: ,,Dies wurde meiner Mandantin zwar zugesichert, trotzdem gab es neue Rechnungen.“

In dieser Phase schaltete sie Grewe ein: ,,HP teilte mir mit, dass hier wohl ein ,technischer Fehler vorliege. Dies überrascht natürlich, denn HP ist eines der weltweit größten IT-Unternehmen und nicht in der Lage, den Online-Shop so zu gestalten, dass Rechnungen an eine bestimmte Adresse nicht mehr übermittelt werden.“ Als dann im November 2013 erneut eine Rechnung in den Briefkasten flatterte, forderte Grewe HP auf, eine strafbewährte Unterlassungserklärung abzugeben: ,,HP hat sich daraufhin wieder auf einen angeblich technischen Defekt, einen ,Fehlerteufel, berufen und sich geweigert, die Erklärung zu unterschreiben. Offenbar ist das Unternehmen selbst nicht davon überzeugt, dass der Fehler nun endgültig abgestellt wurde.“ Jetzt hat Grewe für die Hausverwaltung eine Unterlassungsklage eingereicht und beantragt, das Unternehmen bzw. dessen Geschäftsführer für jeden Fall, in dem erneut Rechnungen kommen, zu einem Ordnungsgeld von bis zu 250000 Euro oder zur Ordnungshaft zu verurteilen.

Die LZ bat HP um Stellungnahme. Ina Ramsaier vom HP-Bereich Unternehmenskommunikation sagt: ,,Es handelte sich offenbar um ein technisches Problem. Wir bedauern die damit verbundenen Unannehmlichkeiten. Das Problem wurde in der Zwischenzeit gelöst.“