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Das Kopftuch führte bei der Bewerbung einer Bürokauffrau um eine Stelle zu einer Ablehnung. Während das Landgericht Lüneburg darin kein Problem sah, kam das OLG Celle zu einem anderen Ergebnis: Dies sei diskriminierend. Der Muslima steht ein Schadensersatz zu. Foto: nh
Das Kopftuch führte bei der Bewerbung einer Bürokauffrau um eine Stelle zu einer Ablehnung. Während das Landgericht Lüneburg darin kein Problem sah, kam das OLG Celle zu einem anderen Ergebnis: Dies sei diskriminierend. Der Muslima steht ein Schadensersatz zu. Foto: nh

Streit um das Kopftuch

rast Celle/Lüneburg. Die Bewerberin schien nach ihren Unterlagen passend für die ausgeschriebene Stelle als Bürokauffrau bei einer Hamburger Spedition, so bat die Personalvermittlerin, die sich vor sieben Jahren als Arbeitsvermittlerin in Lüneburg selbstständig machte, die Frau um einen Anruf. Als die sich im Juni 2011 meldete, wurde in dem Telefonat zunächst ihre Qualifikationen gelobt. Doch als der Blick aufs Bewerbungsfoto fiel, auf der sich die Jobsuchende mit Kopftuch präsentierte, sagte die Vermittlerin klar, dass sie aufgrund des für sie untragbaren religiösen Symbols nicht bereit sei, die Bewerbung an die Spedition weiterzugeben.

Die Bewerberin fühlte sich diskriminiert, zog vors Lüneburger Landgericht und forderte Schadensersatz. Da der verneint wurde, ging sie in die nächste Instanz vors Oberlandesgericht (OLG) Celle. Und da hat jetzt der 13. Zivilsenat eine inzwischen rechtskräftige Entscheidung gefällt: Die Vermittlerin muss der Frau 1850 Euro Schadensersatz zahlen, die Ablehnung aus diesem Grund sei eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, der Eingriff wiege schwer. Die 1850 Euro entsprechen dem Brutolohn für einen Monat. Das OLG begründete die Entscheidung laut seinem Sprecher Dr. Götz Wettich mit dem ,,verfassungsrechtlichen und europarechtlichen Verbot der Diskriminierung“, die von der Klägerin behauptete Diskriminierung rechtfertige eine Geldentschädigung.

Der Senat glaubte folgender Darstellung der Bewerberin: Das Telefonat sei zunächst sehr gut verlaufen. Es sei zunächst über ihren Lebenslauf gesprochen worden und über das von ihr zu der damaligen Zeit besuchte Seminar. Die Vermittlerin habe gefragt, ob sie die Stelle sofort antreten könne, denn mit den Power-Point-Kenntnissen der Bewerberin würde es passen. Die Bewerberin hatte das Gefühl, dass die Vermittlerin während des Telefonats ihre Bewerbung gelesen habe, da diese ihren Lebenslauf nach und nach durchgegangen sei. Im weiteren Verlauf des Gesprächs habe die Vermittlerin plötzlich geäußert, es gebe „ein Problem mit dem Kopftuch“. Auf Nachfrage der Bewerberin habe die Beklagte erklärt, dass es sich bei dem Kopftuch um ein religiöses Symbol handele und das Kopftuch ein Zeichen der Unterdrückung darstelle. Sie, die Vermittlerin, wisse nicht, wie die Kunden dem gegenüberstünden. Sie selbst dürfe dagegen sein, dies sei ihre Freiheit sie habe das Foto zu spät gesehen. Danach habe sie erklärt, es könne zu einem Einstellungsgespräch kommen, wenn die Bewerberin aufs Kopftuch verzichte.

Die Vermittlerin selbst konnte vor dem OLG keine konkreten Angaben zum Inhalt des Telefonats machen, da sie täglich bis zu 30 Bewerbungen erhalten und monatlich bis zu 400 Telefongespräche führe. Ihre Einlassung, so eine diskriminierende Äußerung würde sie nicht tätigen, überzeugte die Richter nicht. Die Lüneburgerin hatte übrigens auf ihrer Internetseite damit geworben, Arbeitgeber könnten durch Einschaltung der Personalvermittlerin die Diskriminierungsverbote umgehen und dabei anonym bleiben dieser Hinweis ist inzwischen von der Homepage gelöscht worden.

2 Kommentare

  1. Arne Friedrich

    Das Kopftuch ist ein Symbol des politischen Islams.
    Damit wollte Mohammed damals die Muslime und Nicht-Muslime in seinen besetzten Ländern (durch Feldzüge erobert) kennzeichnen und sichtbar machen. Das Ziel: Eine Sichtbare Unterscheidung herbei fügen: Wer ist Muslim und wer nicht. Wer folgt mir (Mohammed) und wer nicht?
    Zum Beispiel:
    Sobald die Mehrheitsgesellschaft ( >50% ) Kopftuch trägt oder auf Schweinefleisch verzichtet, kommt es zu einem Druck auf die Minderheitsgesellschaft (die dem Islam nicht angehört):
    Entweder unterwirft man sich der Mehrheitsgesellschaft und trägt Kopftuch oder verzichtet auf Schweinefleisch, oder man wird ausgegrenzt und „gemobbt“
    Im Iran, Ägypten, Syrien, Lybien, Afghanistan,… ist dies der Fall.
    „Westliche“ Frauen und Männer werden verfolgt und müssen sich verstecken, weil
    die Mehrheitsgesellschaft die Bekleidung oder Essgewohnheit nicht akzeptiert.
    Damit die „westlich“ gekleideten Frauen nicht verfolgt werden unterwerfen sie sich letztlich der Mehrheitsgesellschaft, da sie nicht eingesperrt sein wollen zu Hause.
    Diese Kettenreaktion geht so lange, bis alle sich dem „Symbol“ Kopftuch unterworfen haben oder auf Schweinefleisch verzichten.

    Noch was Grundlegendes:
    Warum sollte sich ein „Gott“ Gedanken um die Haare der Frau machen?
    Warum sollte sich ein „Gott“ Gedanken um das Essen von Schweinefleisch machen?
    Sehr komisch oder? Hat er nichts besseres zu tun?

    Das sind alles „Symbole“ und Instrumente des politischen Islams um die Gesellschaft zu spalten:
    Die/Der isst Schweinefleisch? -> Kein Muslim
    Die trägt kein Kopftuch? -> Keine Muslima

    Das Kopftuch hat wie gesagt nicht mit dem „religiös“ sein zu tun, es ist einfach ein Instrument um die Gesellschaft zu spalten.

  2. Die Arbeitsvermittlerin hat zurecht Lehrgeld bezahlen müssen. Wie kann man nur so dumm sein, so offen eine „Diskriminierung“ (die ich nicht erkennen kann) zuzugeben. Niemand kann gezwungen werden, eine Kopftuchträgerin einzustellen, und niemand ist gezwungen, eine Absage zu begründen…