Mittwoch , 28. September 2016
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Die ersten Lüneburger sind auf den Sülzwiesen startklar für die Fahrt zur Großdemo nach Hannover.
Die ersten Lüneburger sind auf den Sülzwiesen startklar für die Fahrt zur Großdemo nach Hannover.

Bürger auf Streik vorbereitet

rast/js Lüneburg. ,,Alle waren gut drauf“, sagt Matthias Hoffmann, ver.di-Geschäftsführer im Bezirk Lüneburger Heide, und meint damit die Stimmung während der Protestaktion auf dem Opernplatz in Hannover und nicht die Stimmung, was die Bezahlung im öffentlichen Dienst angeht. Von den rund 20­000 Teilnehmern kamen etwa 900 aus dem Heidebezirk. Die Lüneburger machten sich am Morgen um 7.45 Uhr mit sieben Bussen auf. Hoffmann: ,,Fünf Busse kamen aus dem Heidekreis, einer aus Harburg. Außerdem waren etwa 250 Beschäftigte aus den Bereichen Uelzen und Celle mit der Bahn angereist.“ Sie gaben in Hannover ihren Forderungen lautstark Nachdruck. Wie berichtet, wollen die Beschäftigten eine 3,5-prozentige Lohnerhöhung und einen Sockelbetrag von 100 Euro, dazu fordern sie die Übernahme der Auszubildenden.

In Lüneburg wurden wie schon in der vergangenen Woche einige Kitas bestreikt, es war für eine Notbetreuung gesorgt. In den Ämtern wurde es laut Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck lediglich in der Ausländerbehörde ,,ein wenig eng“, da viele Mitarbeiter streikten. Und im Bürgeramt sei der Betrieb ,,fast ganz normal gelaufen“. Das bestätigt Amtsleiterin Susanne Twesten: ,,Wir hatten mit weit mehr Bürgern gerechnet. Doch durch die LZ-Berichterstattung waren viele Lüneburger offenbar gut vorbereitet und haben ihre Erledigungen wohl auf den Donnerstag verschoben.“ Heute hat das Bürgeramt wie immer mittwochs geschlossen.

Während der Busverkehr durch den Streik in Hannover laut ver.di-Geschäftsführer Hoffmann gestern lahmgelegt war, gab und gibt es in Lüneburg keine Beeinträchtigungen: ,,Die KVG in Lüneburg hat einen Hausvertrag, und der steht nicht zur Verhandlung.“ Die nächste Verhandlungsrunde läuft am Montag, 31. März. Bis dahin sind keine weiteren Streikmaßnahmen geplant. Hoffmann kündigt allerdings an: ,,Wir haben bereits einiges in Planung, falls dann nichts passiert.“

Der Lüneburger Kreisverband der Partei Die Linke verabschiedete bei einer Mitgliederversammlung eine Erklärung, zeigt sich solidarisch mit den Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Statt bei den Beschäftigten zu sparen, sollte lieber die Vermögenssteuer erneut und eine Millionärs- und Finanztransaktionssteuer eingeführt werden. Landratskandidat Jörg Venderbosch: „Ich bin dafür, die Forderungen der Gewerkschaft ver.di zu erfüllen, auch wenn die finanziellen Mittel von Stadt und Kreis wie die aller öffentlichen Kassen knapp sind. Die hochmotivierten Mitarbeiter der Verwaltung sollten für ihre gute Arbeit angemessen bezahlt werden.“