Aktuell
Home | Lokales | Bauern beregnen früh wie selten
Auf einem Feld bei Embsen laufen bereits die Beregnungsmaschinen. Um Trockenheitsschäden bei Wintergetreide und Raps zu vermeiden, haben die Landwirte derzeit keine Alternative. Denn Regen ist vorerst nicht in Sicht.
Auf einem Feld bei Embsen laufen bereits die Beregnungsmaschinen. Um Trockenheitsschäden bei Wintergetreide und Raps zu vermeiden, haben die Landwirte derzeit keine Alternative. Denn Regen ist vorerst nicht in Sicht.

Bauern beregnen früh wie selten

off Embsen. Als Landwirt kennt sich Carsten Beecken aus mit Wetterkapriolen. Doch das hat auch er noch nie erlebt. So „früh wie noch nie“ musste der Südergellerser jetzt mit der Beregnung beginnen  und Beecken ist nicht allein. Im gesamten Kreisgebiet laufen auf Raps- und Wintergetreidefeldern mittlerweile die Beregnungsmaschinen. Ein Einsatz, auf den die Landwirte gerne verzichten würden, der allerdings entscheidend ist für den Ernteertrag des gesamten Jahres.

Nur knapp 70 Millimeter Niederschlag, 70 Liter pro Quadratmeter, sind in den vergangenen drei Monaten gefallen, „gerade mal die Hälfte des langjährigen Schnitts“, sagt Dieter Dreetz von der Lüneburger Landberatung. Das bedeutet für Raps und Wintergetreide langsam aber sicher Trockenheitsstress, „bekommen die Pflanzen jetzt kein Wasser, reduzieren sie ihre Triebe“, sagt Dreetz. Von etwa sieben Gerstentrieben, die aus einem Saatkorn wachsen, würden dann womöglich nur noch drei übrig bleiben. Der erste Ernteausfall des Jahres.

Eine wichtige Rolle spielt die Beregnung außerdem für die Nährstoffversorgung der Pflanzen. „Ohne Wasser kann der Dünger, den die Pflanzen jetzt brauchen, nicht aufgenommen werden“, sagt Dreetz. Ein weiterer Grund für Carsten Beecken und seine Kollegen mit der Beregnung nicht länger zu warten. „Lange hatten viele noch die Hoffnung, dass es endlich regnet“, sagt Landberater Dreetz. Ein Wunsch, den die aktuellen Wettervorhersagen zunichte gemacht haben.

Bis zum Ende der Woche ist kein Regen in Sicht. „Am Wochenende könnte es regnen“, sagt die Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes, Sabine Krüger. „Doch versprechen kann ich das auch nicht.“ Bleibt vielen Landwirten nichts anderes, als für künstlichen Regen zu sorgen. „Viel zu früh“, findet Carsten Beecken, „aber das können wir uns leider nicht aussuchen.“

Mit rund 20 Millimeter beregnet der Ackerbauer Raps, Wintergerste und Winterroggen, „das ist nicht allzu viel, aber wir versuchen so sparsam wie möglich zu sein“. Denn die Beregnung kostet nicht nur Arbeitszeit und Energie, für Beecken und seine Kollegen gibt es bei der Wasserentnahme auch gesetzliche Grenzen. „70 Millimeter darf ich pro Jahr beregnen“, sagt der Südergellerser Landwirt, „20 davon sind jetzt schon weg.“ Das einzig Positive an der frühen Trockenheit. „Es gibt kaum Verdunstung“, sagt Beecken. Gestern hielt sich die Sonne lange zurück, es herrschte kaum Wind, die Temperaturen waren nicht allzu warm. „Optimale Bedingungen für die Beregnung.“ Sind alle Raps- und Wintergetreidefelder mit Wasser versorgt, hat der Landwirt vorerst Ruhe  und kann hoffen, dass bald der nächste natürliche Regenschauer kommt.