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Ort: Häcklingen - Alter Hessenweg
von links: Rebecca Masemann, Vanessa Masemann, Franzi Kant
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Noch besser gerüstet für die nächste Flut

pet Lüneburg. Zwölf Tage lang galt Katastrophenalarm im Landkreis Lüneburg. Insgesamt hielt das Elbehochwasser die Menschen in der Region im Juni 2013 sogar noch länger in Atem. Tausende organisierte und freiwillige Helfern stemmten sich mit aller Macht gegen die Flut. Letztlich mit Erfolg.

Die ,,Auswertung der Katastrophenabwehr anlässlich des Elbehochwassers 2013″ stand jetzt auf der Tagesordnung der Sitzung des Kreistagsausschusses für Feuer- und Katastrophenschutz, der beim Technischen Hilfswerk in Lüneburg zu Gast war.

Fachbereichsleiter Wolfram Kallweit führte die Ausschussmitglieder noch einmal in die Vergangenheit. Er berichtete über die widersprüchlichen Wasserstandsvorhersagen, über die noch nie erlebten Wasserdurchflussmengen, die die Elbe zu bewältigen hatte, über die Erhöhung der Deiche mit Hunderttausenden von Sandsäcken. Hochwasserereignisse wie im Juni 2013 seien ,,in Zukunft häufiger zu erwarten“, sagte Landrat Manfred Nahrstedt (SPD).

Regelrecht seziert und in all seine Einzelteile zerlegt worden war der Einsatz während der Elbeflut in den vergangenen Monaten. Um künftig noch besser auf Katas­trophen vorbereitet zu sein, hatte es zahlreiche Gespräche zwischen dem Landkreis auf der einen und den an der Hochwasserabwehr beteiligten Stellen, wie Bürgermeistern, Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Fachberatern oder Deichverbänden, auf der anderen Seite gegeben.

Aus den Gesprächen ergaben sich dann zahlreiche Verbesserungsvorschläge, die Wolfram Kallweit dem Ausschuss vortrug. So habe sich etwa gezeigt, dass der Teilnehmerkreis der zweimal täglich stattfindenden Lagebesprechung zu groß gewesen sei.

Noch im April soll getestet werden, ob die Notstromversorgung für die Einsatzleitung in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Scharnebeck ausreicht. Geprüft werden soll, ob für die Zukunft eine Sandsackfüllmaschine angeschafft werden soll.

Auch konkrete Maßnahmen, so Kallweit, habe es bereits gegeben: So hat der Landkreis, was er bisher nicht hatte, 300000 Sandsäcke eingelagert auch, um überzogenen Preisforderungen von Händlern während eines Katastrophenfalls zu entgehen. Ausschussmitglied Norbert Thiemann, der gleichzeitig Geschäftsführer des Artlenburger Deichverbands ist, berichtete von Preissteigerungen von 25 Cent vor der Flut auf bis zu 2,50 Euro während der Flut.

Ebenfalls konkret ist die Vergrößerung des Teams der Technischen Einsatzleitung, die von der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck aus die Katastropheneinsätze leitet. Zwölf Tage lang hatten sich etwa 25 Ehrenamtliche dort die Arbeit teilen müssen, so Kallweit. Mittlerweile seien insgesamt 16 Männer und Frauen von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk ausgebildet, die die TEL künftig verstärken und auf 40 Köpfe vergrößern können.

Auch die in den Gesprächen gefundenen zahlreichen Verbesserungsvorschläge sollen in das Einsatzpapier ,,Organisation Hochwasser“ eingehen, das 1. Kreisrat Jürgen Krumböhmer vorstellte. Einer der Schwerpunkte dort: Die Frage, wie der Landkreis die Vorlaufzeit vor einem Katastrophenalarm noch besser nutzen kann.

Ingo Perkun, Ortsbeauftragter des THW in Lüneburg, hatte die Ausschussmitglieder begrüßt und über das Technische Hilfswerk berichtet. Das hat allein in Lüneburg 136 Mitglieder, davon 68 Aktive und Reservekräfte. 22 Auslandseinsätze fanden bisher statt. 28 Jugendliche sind Mitglieder des THW in diesem Bereich herrscht sogar ein Aufnahmestopp. Während des Elbehochwassers waren 203 Helfer des THW, aus Lüneburg und anderen Ortsverbänden, im Einsatz.