Aktuell
Home | Lokales | Schüler shaken für die Zukunft
Man nehme Milch, Vanillezucker, Zitronen, Buttermilch und Bananen: Lena (vorn) und weitere Zukunftsforscher bereiten in der Küche der Grundschule Bienenbüttel leckere Milchshakes zu.
Man nehme Milch, Vanillezucker, Zitronen, Buttermilch und Bananen: Lena (vorn) und weitere Zukunftsforscher bereiten in der Küche der Grundschule Bienenbüttel leckere Milchshakes zu.

Schüler shaken für die Zukunft

emi Bienenbüttel. Süßer Vanilleduft mischt sich mit dem Geruch frisch gepresster Zitronen. In der Küche der Bienenbütteler Grundschule herrscht Gewusel und Gedränge. Während ein Schüler Pfirsiche im Mixer zerkleinert, füllen andere Buttermilch in Plastikschüsseln, und am Spülbecken trocknet eine kleine Gruppe einträchtig Becher ab. Im Rahmen des Pilotprojektes „Zukunftsforscher an Ganztagsschulen“ des Umweltbildungszentrums „Schubz“ haben die Mädchen und Jungen jetzt Milchshakes hergestellt und sich mit Fragen rund um das Thema verantwortungsbewusster Konsum beschäftigt. Seit Februar laufen Aktionen an insgesamt fünf Modellschulen, mit denen das „Schubz“ Bausteine einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Ganztagesbereich entwickeln will.

„Ziel ist es, über den Zeitraum von 18 Monaten Module zu verschiedenen Bereichen zu erproben“, erklärt Frank Corleis, Leiter des „Schubz“. Die Themenpalette an den Schulen ist vielfältig: Schüler der IGS Lüneburg planen zum Beispiel die Stadt der Zukunft, in der Grundschule Adendorf steht die Schulhofgestaltung im Hinblick auf die Artenvielfalt im Vordergrund, die Anne-Frank-Grundschule beschäftigt sich mit dem Thema Energie, an der Grundschule „Rotes Feld“ liegt der Schwerpunkt wie in Bienenbüttel auf nachhaltigem Konsum.

Die Schüler werden vom „Schubz“ und dessen Projektpartnern zu Zukunftsforschern ausgebildet, die dann auch im schulischen Vormittag an den Ganztagsschulen wirken sollen. So wie es jetzt in Bienenbüttel der Fall war. Während der Pause verkauften dort die Jungen und Mädchen ihre selbstgemixten Getränke an Mitschüler und Lehrer.

„Himbeere hat mir am besten geschmeckt“, verrät die neunjährige Lena. „Das alles vorzubereiten, war super. Das war so ein Trubel.“ Und auch Mitschüler Kester ist begeistert. „Am meisten Spaß gemacht hat mir, die Milchshakes zuzubereiten“, sagt der Achtjährige. „Ich habe Buttermilch mit Vanillezucker gemischt und stand am Mixer.“ Zu Hause müsse er nicht so oft in der Küche helfen, aber „hier hat es richtig Spaß gemacht“. Das finden auch Tim, Lorenz und Nico, die sich um den Verkauf kümmern. Lenas Fazit: „Das wollen wir auf jeden Fall nochmal machen.“

Frank Corleis wird es gern vernehmen. Denn Aktionen wie diese sollen nicht nur für eine sinnvolle Nachmittagsgestaltung sorgen, „sondern auch die Verknüpfung zwischen Vormittags- und Nachmittagsunterricht herstellen“. Die Lehrer und Ganztagsmitarbeiter erhalten dazu passende Unterrichtsmaterialien und Fortbildungen. „Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt wollen wir dann landesweit weitergeben“, sagt der Leiter des „Schubz“. Im November soll eine Tagung mit Vertretern aus niedersächsischen Ganztagsschulen und Umweltbildungszentren stattfinden.

Das Pilotprojekt „Zukunftsforscher an Ganztagsschulen“ wird von der Niedersächsischen „Bingo“ Umweltstiftung, der Hanns R. Neumann Stiftung und der Lüneburger Bürgerstiftung gefördert.