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Ziel Gesamtschule: Die Eltern von 368 Viertklässlern in Stadt und Landkreis Lüneburg präferieren aktuell diese Schulform. Für Lüneburg wurden 233, für Embsen 135 Trendmeldungen genannt.
Ziel Gesamtschule: Die Eltern von 368 Viertklässlern in Stadt und Landkreis Lüneburg präferieren aktuell diese Schulform. Für Lüneburg wurden 233, für Embsen 135 Trendmeldungen genannt.

Zwei Schulen liegen weit vorn

ahe Lüneburg. Aktuell genießen die Viertklässler in Stadt und Landkreis Lüneburg wie alle anderen Schüler auch ihre Osterferien. Doch danach beginnen für sie richtungsweisende Wochen. Denn die Entscheidung steht an, wo es für sie nach der Grundschule weitergehen soll. Ihre Eltern haben sich bereits Gedanken darüber gemacht und auf Grundlage der bisherigen Zeugnisse ihrer Kinder Wünsche geäußert. Jetzt liegen die gesammelten Trendmeldungen wichtige Planungsgrundlage für die Stadt und den Kreis als Schulträger vor. Danach ist die Integrierte Gesamtschule (IGS) Lüneburg die beliebteste Schule, das Gymnasium Oedeme kommt auf Rang zwei. Es sind die beiden einzigen Schulen in Stadt und Kreis, die von mehr als 200 Schülern ausgewählt wurden.

1788 Mädchen und Jungen lernen aktuell in den vierten Klassen in Stadt und Landkreis Lüneburg. Die Lehrer trauen mehr als 730 von ihnen den problemlosen Sprung aufs Gymnasium zu. Ebenfalls mehr als 700 Schüler haben eine Schullaufbahnempfehlung für die Realschule, rund 330 eine Empfehlung für die Hauptschule. Dabei ist zu beachten: Da es keine reinen Haupt- und Realschulen im Landkreis mehr gibt, würden diese Kinder, sofern die Eltern dem Rat der Grundschulen folgen, zu einer der Oberschulen wechseln. Da die Empfehlungen der Grundschulen aber nicht bindend sind und viele Eltern dazu neigen, ihrem Kind vielleicht doch eher die höhere Schulform zutrauen als ihre Lehrer, würden sich auch deutlich mehr Mütter und Väter als empfohlen für den gymnasialen Zweig für ihre Sprösslinge entscheiden, nämlich mehr als 900. Dass diese Entwicklung aber nicht überall zu beobachten ist, zeigt das Beispiel der Grundschule Adendorf, die mit 109 Viertklässlern den zahlenmäßig stärksten Jahrgang stellt. Hier haben 17 Kinder eine Hauptschulempfehlung, die Eltern von 24 Kindern aber würden sich aktuell für den Hauptschulzweig einer Oberschule entscheiden.

Davon unberührt kann die IGS Lüneburg rekordverdächtige Zahlen verbuchen: Die Eltern von 233 Schülern haben sie zum Favoriten für ihr Kind auserkoren und damit annähernd so viele wie im Rekordjahr 2011, als es 235 Bewerbungen gab. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es 214. Für viele wird sich der Schullaufbahnwunsch für den eigenen Nachwuchs allerdings nicht erfüllen, denn es stehen im kommenden fünften Jahrgang erneut nur maximal 150 Plätze zur Verfügung. Sollte der Trend also bis zum Sommer anhalten, wird nach Berücksichtigung pädagogischer Kriterien erneut gelost werden müssen. Dabei wird auch wieder berücksichtigt, dass genügend Schüler aller Leistungsstärken, also vom Kind mit Hauptschulempfehlung bis zum Schüler mit Gymnasialempfehlung, zum Zuge kommen, um dem Gedanken einer Integrierten Gesamtschule Rechnung zu tragen. Aktuell haben die meisten Viertklässler, die zur IGS Lüneburg wollen, eine Realschulempfehlung (120), nur 26 dagegen eine Hauptschulempfehlung. Für die zweite Gesamtschule im Kreisgebiet, die IGS Embsen, liegen insgesamt 135 Vorab-Anmeldungen vor, auch hier stellen die Kinder mit Realschulempfehlung (74) den größten Anteil.

Der hohe Zuspruch für die Gesamtschulen dürfte Forderungen nach einer dritten Gesamtschule neue Nahrung geben. Möglich aber auch, dass die Politik in Stadt und Landkreis abwartet, wie sich die Zahlen entwickeln, wo jetzt klar ist, dass an den Gymnasien etwas Druck rausgenommen und das Abitur bald wieder nach 13 Schuljahren abgelegt wird.

Bei den Gymnasien untermauern die momentanen Trendzahlen einmal mehr den guten Ruf Oedemes. 218 Viertklässler sollen nach dem Wunsch ihrer Eltern hier künftig im fünften Jahrgang den Weg zum Abitur beschreiten. Das wären acht Klassen so viel aber können dort gar nicht untergebracht werden. Auch hier dürfte also manch ein Wunsch unerfüllt bleiben, müssen sich einige Eltern umorientieren. Auf Platz zwei der Beliebtheitsrangliste folgt das Scharnebecker Bernhard-Riemann-Gymnasium mit 152 Vorab-Anmeldungen vor der Herderschule (149), dem Johanneum (95), der Wilhelm-Raabe-Schule (77) und dem Gymnasium Bleckede (49).

Bei den Oberschulen erwartet Scharnebeck den größten Andrang mit 118 Vorab-Anmeldungen, für Oedeme entscheiden sich aktuell die Eltern von 94 Viertklässlern, für Stadtmitte liegen 88 Trendmeldungen vor. Auf den weiteren Plätzen: Christianischule (64), Hugo-Friedrich-Hartmann-Schule in Bardowick (64), Schule am Katzenberg in Adendorf (60), Dahlenburg (45) und Neuhaus (15). Etwas mehr als 20 Grundschüler aus dem vierten Jahrgang sollen im Sommer zu einer Privatschule wechseln.

Beim Blick auf die einzelnen Grundschulen fällt auf, dass zum Beispiel in Deutsch Evern kein einziger der 42 Viertklässler eine Hauptschulempfehlung bekommen hat. Als absolute Durchschnittsschule erweist sich natürlich nur statistisch gesehen Soderstorf. Von 18 Viertklässlern haben je sechs eine Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialempfehlung.