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Wer Sperrmüll an die Straße stellt, hat in der Regel kein Problem damit, wenn sich vor der Müllabfuhr Wiederverwerter die Rosinen herauspicken. Doch es gibt auch unehrliche Sammler, die bei der Gelegenheit schon mal ein Fahrrad aus dem Carport mitnehmen, das die Besitzer gar nicht loswerden wollten.
Wer Sperrmüll an die Straße stellt, hat in der Regel kein Problem damit, wenn sich vor der Müllabfuhr Wiederverwerter die Rosinen herauspicken. Doch es gibt auch unehrliche Sammler, die bei der Gelegenheit schon mal ein Fahrrad aus dem Carport mitnehmen, das die Besitzer gar nicht loswerden wollten.

Diebische Sammler

ca Lüneburg. Am Abend kreisen die Transporter durch die Wohngebiete Händler suchen sich aus dem Sperrmüll all jene Dinge heraus, womit ein paar Euro zu verdienen sind. Nicht alle konzentrieren sich dabei auf Altmetall oder Elek­trogeräte. Die Polizei geht davon aus, dass Sammler in den vergangenen zweieinhalb Monaten allein in Lüneburg zwei Dutzend Fahrräder aus Vorgärten, Einfahrten und Carports gestohlen haben. Zum Teil waren die Räder sogar angeschlossen. Deshalb mahnen die Beamten nun, noch besser auf seinen Drahtesel zu achten, denn: „Gelegenheit macht Diebe.“

In mehreren Fällen hätten seine Kollegen bereits Räder von den Wagen der Jäger und Sammler gerettet, berichtet Polizeisprecher Kai Richter. An „Irrtümer“, wie von manchem behauptet, mögen die Ordnungshüter in solchen Fällen nicht glauben, wenn die Beute in Garagen und damit deutlich entfernt vom Straßenrand stand. Laut Kriminalstatistik kamen in Stadt und Landkreis im vergangenen Jahr mehr als 1000 Räder weg und damit rund 50 mehr als ein Jahr zuvor. Auch in diesem Jahr wird wieder kräftig zugegriffen: Im Februar und März verschwanden jeweils rund 50 Fahrräder. Darunter sind Fälle wie die, wo jemand mal eben von der Disco nach Hause strampeln will und sich den nächstbesten fahrbaren Untersatz schnappt, aber eben auch organisierte Taten. Aus der Vergangenheit wissen die Ermittler, dass Räder in Gänze oder als Ersatzteillager über Lüneburg hinaus eine „Zukunft“ haben. Die Polizeiführung hat eine dreiköpfige Einheit speziell in diesem Bereich eingesetzt, zudem kontrollieren die Lüneburger regelmäßig mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Radler auch mit dem Ziel, Diebe zu fassen.

Die Polizei empfiehlt daher, Räder gut zu sichern und falls möglich im Keller unterzustellen. Massive Bügel- oder Panzerkabelschlösser könnten ebenfalls Täter abschrecken. Auch sollten Radler die Codieraktionen der Polizei nutzen. Der in den Rahmen eingravierte Code zeigt den wahren Eigentümer des Rades an. Stichwort ist der „Speichenkommissar“, Hinweise auf die Kampagne gibt es bei der Polizei und bei manchem Fahrradhändler.