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Blutspendetermine sind während der Osterfeiertage auch im Landkreis Lüneburg nicht geplant. Wegen der begrenzten Haltbarkeit drohen Engpässe bei den sogenannten Thrombozyten-Spenden. Foto: A/t&w
Blutspendetermine sind während der Osterfeiertage auch im Landkreis Lüneburg nicht geplant. Wegen der begrenzten Haltbarkeit drohen Engpässe bei den sogenannten Thrombozyten-Spenden. Foto: A/t&w

Feiertage machen Ärzten Sorge

kre Lüneburg. Die Osterfeiertage stehen vor der Tür: Zeit zum Ausspannen, in die Kirche zu gehen, sich der Familie zu widmen. Viele Ärzte und Kliniken allerdings sehen die bevorstehenden Feiertage mit gemischten Gefühlen. In einer Pressemitteilung warnt jetzt der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes aufgrund der Osterfeiertage vor einem Thrombozyten-Engpass.

Die Thrombozyten (Blutplättchen) spielen bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle. Besonders Krebspatienten sind während ihrer Behandlung auf Thrombozytenspenden angewiesen, die auf zwei Arten für die Therapie gewonnen werden. Zum einen aus dem Vollblut der Blutspenden, oder aber durch das sogenannte Apharäse-Verfahren. Darunter versteht man die Abtrennung des Plasmas vom restlichen Blut. Eine Prozedur, bei der die freiwilligen Spender bis zu einer Stunde an entsprechenden Apparaturen sitzen müssen. Das Problem, das sich jetzt aber wieder über die Osterfeiertage stellt: Die Thrombozyten haben nur eine begrenzte Haltbarkeit von maximal vier Tagen und müssen daher kontinuierlich in ausreichender Zahl aus dem gespendeten Blut gewonnen werden. Im Lüneburger Krankenhaus werden deshalb auch keine Thrombozyten-Spenden bevorratet, ,,sondern bei Bedarf beim Blutspendedienst in Bremen bestellt“, berichtet Angela Wilhelm, Specherin der Lüenburger Gesundheitsholding. Das habe bislang immer zuverlässig geklappt: ,,Wenn wir morgens bestellen, ist die Spende in der Regel mittags auch schon in Lüneburg.“ Und im Notfall werde die Thrombozyten-Spende auch schon mal mit dem Blaulicht angeliefert.

Über die Feiertage finden allerdings so gut wie keine Blutspendetermine statt auch nicht im Landkreis Lüneburg: Die beiden letzten Termine, die das Deutsche Rote Kreuz vor Ostern veranstaltete, fanden gestern in Lüneburg bei der Bereitschaftspolizei und in Scharnebeck statt. Der nächste Termin im Kreis ist dann erst wieder für Mittwoch, 23. April, geplant. „In Adendorf in der Schule Am Weinbergsweg“, berichtet DRK-Kreisgeschäftsführer Matthias Körte.

Eine Blut- und mithin auch Thrombozytenspende-Möglichkeit gibt es am heutigen Gründonnerstag trotzdem: mitten in der Stadt beim Blutspendedienst Lüneburg, Am Markt 2. Der gehört allerdings nicht zum DRK-Blutspendedienst mit Sitz in Springe, sondern zu den Asklepios-Kliniken in Hamburg. Wer allerdings am Sonnabend vor Ostern das Angenehme mit dem Nützlichen den Einkaufsbummel mit der Blutspende verbinden will, wird dann auch Am Markt 2 in Lüenburg vor verschlossenen Türen stehen. ,,Wer trotzdem spenden möchte, kann das am Sonnabend aber in der Zeit von 9 bis 14 Uhr beispielsweise in Hamburg-Wandsbek“, sagt eine Unternehmenssprecherin.

,,Wir rollen jedem Freiwilligen, der Gründonnerstag, am Sonnabend oder auch am Dienstag nach Ostern zum Blutspenden kommt, den roten Teppich aus“, sagt Markus Baulke vom DRK-Blutspendedienst und fügt hinzu. ,,Wir verfügen zwar über einen Pool von Freiwilligen, die auf Abruf bereit stehen, um Blut zu spenden.“ Doch die Feiertage und das schöne Wetter ließen die Liste schmelzen: ,,Wir sind jetzt wirklich auf Kante genäht.“