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Anton Hotzel ist stolz auf seinen Chevrolet ,,El Camino, von dem seinen Worten zufolge in Deutschland nur noch sechs Exemplare zugelassen sind.
Anton Hotzel ist stolz auf seinen Chevrolet ,,El Camino, von dem seinen Worten zufolge in Deutschland nur noch sechs Exemplare zugelassen sind.

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kre Ellringen. „Ich weiß“, sagt Anton Hotzel fast schon entschuldigend: „Was Autos angeht, bin ich ein bisschen bekloppt!“ Nein, ganz und gar nicht, und überhaupt: Was wäre die Welt ohne Enthusiasten wie Anton Hotzel: Der 47-Jährige ist stolz wie Bolle auf seinen „Chevrolet 1959er El Camino“. ,,Das ist ein ganz seltenes Modell“, sagt Hotzel, und fährt mit seinen Fingern geradezu liebevoll über das Blech: ,,Davon sind nur noch sechs Wagen in Deutschland zugelassen.“

Während der Ludwigsluster noch über die Geschichte seines automobilen Schätzchens sinniert, rollt einige Meter weiter ein Militärkonvoi auf das Oldtimer-Gelände in Ellringen. Vorneweg Hans-Jürgen Hinrichs in einem US-Militärjeep Baujahr 1959, stilecht mit gehisster Stars-and-Stripes-Flagge. Wenige Fahrzeuge dahinter leuchtet die Rote Hammer-und Sichel-Flagge an einem GAZ 69 ein Auto, das einst seinen Dienst in der Sowjet-Armee verrichtete. In Ellringen treffen Ost- und West aufeinander, aber ganz friedlich, sogar brüderlich und das im wahrsten Sinne des Wortes: Die beiden Fahrzeug-Kommandanten Hans-Jürgen Hinrichs und Norbert Hinrichs sind Brüder. Nach Ellringen kommen die beiden aus dem Landkreis Luidwigslust schon seit Jahren „weil es einfach Kult ist“.

Das haben sich gestern wohl auch die weit mehr als 10000 Besucher gedacht. Bei bestem Wetter herrschte schon früh morgens der sprichwörtliche Ausnahmezustand in dem ansonsten eher beschaulichen Dörfchen. Old- und Youngtimer gucken war angesagt und von denen gabs reichlich und aus nächster Nähe zu bestaunen. Alte Feuerwehrfahrzeuge aus den 1940er-Jahren ebenso, über alte BMW- oder Horex-Motorräder bis hin zu einem ,,Morgan Threewheeler“. Der automobile Klassiker auf drei Rädern gehört Peter Gellert aus Rellingen. ,,Das ist schon ein besonderes Auto, das ein besonderes Fahrvergnügen vermittelt“, sagt Gellert. Handgas, nur drei Räder, ein offenes, enges Cockpit daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Und ein Hingucker ist die flache Flunder allemal, die aber durchaus langstreckentauglich ist: ,,Mit meiner Frau war ich damit auch schon nach England gereist“, berichtet Gellert stolz.

Auf solch lange Reisen mit ihren ,,Oldtimern“ verzichten die Scharnebecker Hans-Jürgen Meyn und seine Frau Traute dann doch lieber: Die beiden stellen gemeinsam mit ihrem Kumpel Otto Grimm aus Wolterstorf alte Gartenfahrzeuge der Marke ,,Holder“ vor. Einachser, die schon vor mehr als 50 Jahren gebaut wurden, den dreien aber immer noch gute Dienste leisten: Dass die drei aber neben Ellringen auch an den Markentreffen von „Holder“ teilnehmen, versteht sich für das Trio von selbst: Vergangenes Jahr feierte die Firma 125-jähriges Bestehen in Metzingen bei Stuttgart und die drei waren natürlich mit von der Partie. ,,Angereist waren wir aber mit dem Zug“, berichtet Traute Meyn schmunzelnd. Das ist dann doch bequemer als die Fahrt auf dem Einachser.

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