Mittwoch , 28. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Lücken sind zu groß
Rund 1220 Radler knackten bei Dömitz immerhin den Teilnehmerrekord für die längste Radlerkette der Welt. Den ersehnten Weltrekord verpassten sie dennoch. Foto: tho
Rund 1220 Radler knackten bei Dömitz immerhin den Teilnehmerrekord für die längste Radlerkette der Welt. Den ersehnten Weltrekord verpassten sie dennoch. Foto: tho

Lücken sind zu groß

tho Dömitz/Damnatz. Trotz aller Bemühungen sind sie knapp am Weltrekord vorbeigeradelt. 1220 Fahrradfahrer hatten gestern Nachmittag nur ein Ziel: auf dem Elberadweg zwischen Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern und Damnatz im Kreis Lüchow-Dannenberg die längste fahrende Radlerkette der Welt zu schaffen. Für einen neuen Guinessbuch-Rekord hätten die Radfahrer auf einer Strecke von 3,2 Kilometern nicht mehr als sechs Meter Abstand zueinander haben dürfen. „Am Ende bestätigten uns aber mehrere unabhängige Sachverständige, dass die Lücken zu groß waren“, resümierte Hauptorganisator Oliver Hänsel, der Teil eines großen Teams war. Den bisherigen Rekord halten knapp über 900 Radfahrer in Kalifornien.

Am Start an der Festung in Dömitz war der Amtsvorsteher von Dömitz-Malliß, Burkhard Thees, noch zuversichtlich: „Ich denke, das packen wir, wenn ich sehe, wie viele dabei sind und wie viele das organisiert haben.“ Sein Lüchow-Dannenberger Amtskollege, Samtgemeindebürgermeister der Elbtalaue, Jürgen Meyer, sah das ähnlich: „Es ist toll zu sehen, wie viele Menschen aus Ost und West hier gemeinsam etwas erreichen wollen.“ Beide machten den Anfang mit einem Tandem. Und dahinter reihten sich die zahlreichen weiteren Radfahrer ein ob Jung oder Alt, Mountainbike oder Hollandfahrrad, Hamburger oder Thüringer.

Aufgeregt waren vor dem Startschuss zum Beispiel Tabea und Jona Lechner aus Lüchow: „Wir hoffen, dass alles klappt und wir Teil des Rekords werden.“ Zusammen mit ihrer Großmutter Gisela Lechner fährt Tabea jedes Jahr auf dem Elberadweg. In diesem Jahr solle es sogar nach Prag gehen, erzählte Gisela Lechner. „Der Rekordversuch ist sozusagen eine Generalprobe“, sagte sie.

Das Team um Hänsel hatte seit November den Rekordversuch vorbereitet. Dass die Teilnehmer nun knapp am Rekord vorbeigeradelt sind, stimmte Hänsel dennoch nicht traurig: „Was wollen wir mehr? Die Stimmung war spitze und die Gemeinschaft auch. Außerdem haben wir den Elberadweg wieder ins Gespräch gebracht.“ Denn nach Negativmeldungen über das Hochwasser im vergangenen Sommer konnten die Organisatoren wieder ein positives Zeichen setzen.