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SternPartner Thomas Dannacker (l.) neben den drei gleichberechtigten Geschäftsführern Achim Wolter, Christian Hackbarth und Jens-Peter Laudien. Ihr Haus repräsentiert künftig fünf Marken und vereinigt neun Filialen unter einem Dach.
SternPartner Thomas Dannacker (l.) neben den drei gleichberechtigten Geschäftsführern Achim Wolter, Christian Hackbarth und Jens-Peter Laudien. Ihr Haus repräsentiert künftig fünf Marken und vereinigt neun Filialen unter einem Dach.

Die große Autofusion

cst Lüneburg/Uelzen. Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn gibt die Marschroute vor: Bis zum Jahr 2018 soll es 60 Modelle der Marke Audi und 55 der Marke VW geben. Diese Vielfalt erfreut die Kunden, stellt aber die Händler vor massive Herausforderungen.

Dem tragen das Lüneburger Autohaus Dannacker & Laudien und die Uelzener Wolter-Gruppe Rechnung: Sie schließen sich Mitte des Jahres zusammen und wollen dann gemeinsam in die Zukunft der enormen Modellvielfalt steuern. „Eine Fusion auf Augenhöhe“, wie die drei gleichberechtigten Geschäftsführer Achim Wolter, Christian Hackbarth und Jens-Peter Laudien unterstreichen. Das von ihnen geführte Gemeinschaftsunternehmen mit neun Filialen repräsentiert die fünf Marken VW, VW Nutzfahrzeuge, Audi, Skoda und Fiat. Die beiden letztgenannten Marken werden allerdings nur in den Uelzener Häusern angeboten. Das Marktgebiet reicht von Uelzen bis Lüneburg und von Ebstorf bis Lüchow-Dannenberg.

Insgesamt 384 Mitarbeiter, die am Abend auf einer Betriebsversammlung in der Bienenbütteler Ilmenauhalle informiert wurden, beschäftigt das fusionierte Unternehmen. „Es wird keine Stellenstreichung geben“, betont Achim Wolter. Allerdings werden Lüneburger Verwaltungsmitarbeiter von D & L künftig in der Uelzener Zentralverwaltung des Groß-Autohauses arbeiten. Mit Stolz verweist das Geschäftsführer-Trio auf insgesamt 75 junge Leute, die im Gemeinschaftsunternehmen ausgebildet werden.

Zusammengezählt haben die 1993 in Uelzen gegründete Wolter-Gruppe und das 1999 aus der Fusion von Dannacker und Laudien hervorgegangene D & L-Haus im vergangenen Jahr knapp 3000 Neufahrzeuge und 3120 Gebrauchtwagen abgesetzt. Mit 140 Leihwagen (Euromobil) sind die neuen Partner der größte regionale Autovermieter. Den Gebrauchtwagenbestand beziffert Christian Hackbarth auf 500, die Flotte der Vorführwagen auf 120 Fahrzeuge.

Für die Kundschaft wird der spektakuläre Zusammenschluss  zumindest anfangs  nicht sichtbar. Audi- und VW-Käufer haben in Lüneburg wie bisher die Wahl, entweder das 2013 von Wolter übernommene Autohaus Havemann an der Uelzener Straße oder das D & L-Haus an der Automeile am Bilmer Berg anzusteuern. Allerdings machen die Partner nach ihren achtmonatigen Fusionsgesprächen, die von einer Münchener Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei begleitet wurden, kein Geheimnis daraus, dass es zur Aufnahme weiterer Marken ins Portfolio und auch zu baulichen Veränderungen in naher Zukunft kommen wird.

Derzeit sind die Häuser noch damit beschäftigt, ihre beiden EDV-Systeme entsprechend umzustellen. Notariell besiegelt wird die Fusion Mitte des Jahres. Die Aufgabenverteilung der drei gleichberechtigten Geschäftsführer gestaltet sich dann wie folgt: Achim Wolter (46), der von seinem Stammhaus aus weiterhin die Uelzener Kunden betreut, übernimmt Verwaltung, Finanzen und Marketing. Christian Hackbarth (39), bei Havemann an der Uelzener Straße zu Hause, wird zuständig für den Vertrieb der Gesamtgruppe. Und Jens-Peter Laudien (54) widmet sich am gewohnten D & L-Standort dem Aufgabenbereich Service und Teiledienst.

Die von den Herstellern ausdrücklich begrüßte und unterstützte „Autohändler-Hochzeit“ zielt neben der Nutzung von Synergien auf eine noch stärkere Spezialisierung der Abteilungen, höhere Mitarbeiterqualifizierung und vielfältigere Ausbildungsmöglichkeiten ab. „Und wir versetzen uns in die Lage, vom kleinen VW Up! bis hin zum Supersportwagen Audi R8 die ganze Palette sehr kompetent anzubieten“, sagt Wolter. Dass damit auch eine Erweiterung des Elektromobilitäts-Spektrums angesprochen ist, versteht sich in den Augen seiner Geschäftsführer-Kollegen Jens-Peter Laudien und Christian Hackbarth von selbst.