Aktuell
Home | Lokales | Wohnformen der Zukunft
Auf der Wiese nördlich des Seniorenzentrums Lopaupark (im Hintergrund) am Amelinghausener Lerchenweg könnten in Zukunft neue Wohnhäuser und -formen entstehen.
Auf der Wiese nördlich des Seniorenzentrums Lopaupark (im Hintergrund) am Amelinghausener Lerchenweg könnten in Zukunft neue Wohnhäuser und -formen entstehen.

Wohnformen der Zukunft

emi Amelinghausen. Sich frühzeitig auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten und Akzeptanz für Veränderungen schaffen: Das will die Samtgemeinde Amelinghausen mit einem Modellprojekt. Gefördert durch die Metropolregion Hamburg, erforscht die Kommune ab sofort neue und altersgerechte Wohnformen auf dem Land. Die Heidjer investieren insgesamt rund 120000 Euro, um Bedürfnisse zu ermitteln und Lösungen zu entwickeln. Denn in Amelinghausen sieht man sich wie vielerorts mit Schwierigkeiten konfrontiert: Immer mehr alte Menschen stehen immer weniger jüngeren gegenüber und die durchschnittliche Lebenserwartung steigt. Dass junge Leute vermehrt aus ländlichen Regionen abwandern, verschärft die Situation.

Am Freitag, 9. Mai, fand die erste öffentliche Auftaktveranstaltung zum Modellprojekt im Amelinghausener Rathaus statt. Die verschiedenen Akteure, die das Projekt begleiten werden, stellten sich und ihre Tätigkeitsbereiche im Kultursaal vor. Neben der Samtgemeindeverwaltung sprachen Matthias Reinold vom Planungsbüro Reinold, Volker Holtermann von der Projektentwicklungsgesellschaft „planW“ sowie Andrea Beerli vom Niedersachsenbüro, Neues Wohnen im Alter.

Das Modellprojekt „Zukunftsgerecht Wohnen“ läuft bis November 2015. Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker will in dieser Zeit nicht nur mit viel Geld ein aufwendiges Konzept erschaffen. „Mein Ziel ist: Nach 18 Monaten soll hier etwas entstanden sein.“

Die Idee: Nicht-zeitgemäße Seniorenwohnungen, am Lerchenweg und etwa im Quartier Haselhop, könnten zu barrierefreien oder -armen Wohnungen umgewandelt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, vorhandene Gebäude anders zu nutzen. Auf dem Amelinghausener Bauckhof etwa gibt es derzeit ein generationsübergreifendes Projekt, bei dem sich Singles und Paare, mit Kindern oder ohne, rund um den landwirtschaftlichen Betrieb einbringen können. Zusätzlich könnten künftig, schwerpunktmäßig am Lerchenweg, Kleinsthäuser für Jung und Alt, Mehrgenerationenhäuser und Senioren-WGs entstehen.

„Uns geht es nicht darum, in Amelinghausen etwas neu zu erfinden“, erklärt Bauamtsleiter Michael Göbel. Alternative Wohnformen gebe es schließlich auch in Lüneburg und Hamburg. Die Heidjer wollen Angebote schaffen, damit der ländliche Raum Chancen hat. Völker: „Wir wollen das, was wir haben schöne Landschaft, eine gute Infrastruktur, eine funktionierende Nachbarschaft nutzen, um uns neben den Großstädten zu behaupten.“