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Peter Rowohlt (l.) und Hubert Ringe (r.) wollen Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau werden. Bei einer Podiumsdiskussion stellten sie sich den Fragen von Moderator Klaus Reschke (LZ).
Peter Rowohlt (l.) und Hubert Ringe (r.) wollen Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau werden. Bei einer Podiumsdiskussion stellten sie sich den Fragen von Moderator Klaus Reschke (LZ).

Ilmenau bleibt selbstständig

kre Melbeck. Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau wollen sie werden: Doch mit Hubert Ringe (CDU) und Peter Rowohlt (SPD) standen am Mittwochabend nur zwei Bewerber den mehr als 100 Zuhörern Rede und Antwort: Der dritte im Bunde, Ralf Werner von den Grünen, hatte aus beruflichen Gründen seine Teilnahme an der von den Unabhängigen organisierten Podiumsdiskussion im ,,Bootshaus“ in Melbeck abgesagt.

Auch wenn beide Bewerber unterschiedlichen Parteien angehören  in einigen Punkten stimmen sie durchaus überein: Beispielsweise, was die missglückte Umwandlung der Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde betriftt. Dieser Prozess war letztlich am ,,Nein“ des Barnstedter Rates gescheitert. Eine Entscheidung, die beide Kandidaten akzeptieren. ,,Dem Diskussionsprozess hat das nicht geschadet, wir haben viele Erkenntnisse gewonnen“, befand Ringe und Rowohlt fügte an: ,,Die Sachdebatte hat dem Demokratieverständnis gut getan.“

Lob gabs von beiden für die Infrastruktur der Samtgemeinde: Schulen, Kindergärten, Krippen  da sei die Kommune gut aufgestellt. Die neue Grundschule mit Mensa in Embsen sei ein echtes ,,Schmuckkästchen“, betonte Ringe, der zudem die pädagogischen Mittagstische in Deutsch Evern und Melbeck lobte. Kritik äußerte er an der Absicht des Kreises, ab Ende 2015 nur noch pädagogische Mittagstische an Ganztagsschulen zu fördern.

,,Gute Schulen sind das A und O des Lebens“, pflichtete Rowohlt bei, der sich schon deshalb noch mehr Ganztagsschulen in der Samtgemeinde wünscht. Auch die Austattung der Grundschulen mit moderner IT-Technik, für Rowohlt ein wichtiges Thema.
Deutlich unterschiedliche Positionen wurden beim Thema ,,Gewerbe und Industrie“ deutlich. Rowohlt machte keinen Hehl daraus, dass er es begrüßen würde, wenn der Industriebetrieb ,,Zajons“ seine Pforten schließt. Nach dem Großband vor zwei Jahren hatte der Gemeinderat Embsen eine entsprechende Resolution gegen den Wiederaufbau der Halle auf den Weg gebracht (LZ berichtete)  ,,zu dieser Resolution stehe ich nach wie vor“, sagte Rowolhlt. Industrie passe nicht in die unmittelbare Nähe von Wohnorten und auch nicht in die Lüneburger Heide als Touristenziel. Ringes Kritik: ,,Man kann doch jetzt nicht den Betrieb einfach an vier Ecken packen und wegtragen.“ Im Übrigen habe seinerzeit nur die Gemeinde Melbeck den B-Plan hinsichtlich von Industrie-Ansiedlungen geändert. Die Gemeinde Embsen, in der Rowohlt Ratsmitglied ist, habe dies bislang nicht getan.

Beim Thema Windkraft-Anlagen hielt sich Ringe zurück  im Gegensatz zu Rowohlt: „Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten gegen die geplanten Windkraftanlagen vor den Toren Oerzens ausschöpfen.“ Denn dort sind im Regionalen Raumordnungsprogramm bis zu 200 Meter hohe Windquirle, manche keine 800 Meter von der letzten Wohnbebauung entfernt, geplant. Rowohlts Kommentar: ,,Zu viele, zu hoch, zu dicht.“

Dass der ÖPNV in der Samtgemeinde ,,ausbaufähig“ ist, da waren sich beide Politiker wieder einig  beispielsweise durch Einführung eines Bürgerbusses nach Amelinghausener oder Bleckeder Vorbild. Und auch, was den Blick in die Zukunft betrifft, lagen die beiden nicht weit auseinander: Beide sehen die Samtgemeinde auch in zehn Jahren noch als selbstständige Kommune.