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David McAllister (l.) im Gespräch mit den beiden Lüneburgern Eckhard Pols und Monika Scherf.
David McAllister (l.) im Gespräch mit den beiden Lüneburgern Eckhard Pols und Monika Scherf.

Ohne Hauptgewinn nach Brüssel

wko Lüneburg. Es ist für Anfang Mai lausig kühl. Doch David McAllister redet und schreibt sich warm. Der CDU-Spitzenkandidat für die Europawahl steht seit 65 Minuten in der Bäckerstraße. Viele Lüneburger sind zum CDU-Stand gekommen, um mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten zu reden  oder einfach nur, um ein Autogramm zu bekommen.

Geduldig, freundlich, aber bestimmt fallen seine Antworten aus. Er nimmt sich Zeit für jeden Interessierten. „Niemand sollte mehr sagen, dass sich die Bürger nicht für Europa interessieren“, lautet McAllisters Fazit nach fast zwei Stunden. Die breite Palette der Themen, über die Lüneburger mit ihm reden wollten, „hat mich überrascht und gefreut, da war fast alles dabei: Eurostabilisierung, Bürokratieabbau, Agrarpolitik, selbst das Freihandelsabkommen, über das die EU derzeit mit den USA verhandelt“.

Auf die Frage, warum seine Partei vor allem mit Angela Merkel und weniger mit ihm oder Jean-Claude Juncker, dem Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei (EVP) wirbt, reagiert McAllister gelassen. „Ein zweite und dritte Wahlkampagnen-Welle rollt gerade erst an, dann gibt es viele Plakate von Jean-Claude Juncker und mir.“

Gelassen bleibt er auch, als er mit einem Europa-Quiz behelligt wird. Die vier Fragen „Wann finden die Europawahlen in diesem Jahr statt?“, „Wie viele Mitgliedsstaaten hat die EU?“, Wie heißt der SPD-Spitzenkandidat“ und „Wie viele Abgeordnete darf Deutschland ins nächste EU-Parlament schicken“ beantwortet er ohne zu zögern  und richtig. Er könnte nun am Gewinnspiel teilnehmen, als erster Preis winkt eine zweitätige Reise für zwei Personen nach Brüssel. McAllister winkt ab: „Ich will niemandem den Gewinn wegnehmen“, sagt er und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Vielleicht auch, weil der Quiz-Veranstalter die SPD ist. Unterm Strich, betont McAllister, sei es wichtig, dass Deutschland gut vertreten ist und dass das nach der Reform deutlich gestärkte Europaparlament gut arbeiten kann. Denn Europa steht vor großen Herausforderungen  außenpolitisch wie wirtschaftspolitisch.