Dienstag , 27. September 2016
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Nahrstedt bleibt Landrat +++ OB Mädge muss in die Stichwahl

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lz Lüneburg. Der eine Amtsinhaber hat es im ersten Durchgang knapp geschafft, der andere muss in die Stichwahl: Manfred Nahrstedt (SPD) bleibt Landrat für den Kreis Lüneburg. Er setzte sich mit 50,5 Prozent der Stimmen gegen Monika Scherf (CDU, 39,6 Prozent) und Jörg Venderbosch (Linke, 9,9 Prozent) durch. Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge erreichte 48,7 Prozent, er muss in die Stichwahl gegen Eckhard Pols (CDU), der auf 24,1 Prozent der Stimmen kam. Claudia Schmidt (Grüne) erreichte 19,9 Prozent, Michèl Pauly (Linke) kam auf 7,3 Prozent.

Da kein Kandidat die für eine Direktwahl notwendige 50-Prozent-Hürde genommen hat, kommt es am Sonntag, 15. Juni 2014, zu einer Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Ulrich Mädge (SPD) und Eckhard Pols (CDU) treten dann gegeneinander an.


Oberbürgermeisterwahl für die Stadt Lüneburg

 +++ Vorläufiges Endergebnis: 20.20 Uhr +++ nach 71 von 71 Wahlbezirken

Ulrich Mädge, SPD: 48,7 Prozent

Claudia Schmidt, Die Grünen: 19,9 Prozent

Eckhard Pols, CDU: 24,1 Prozent

Michèl Pauly, Die Linke: 7,3 Prozent

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Reaktionen zur Oberbürgermeisterwahl für die Stadt Lüneburg

Video: Ulrich Mädge zur Oberbürgermeisterwahl Video: Eckhard Pols zur Oberbürgermeisterwahl Eckhard Pols (CDU): „Natürlich habe ich mir ein besseres Ergebnis gewünscht. Aber mein Hauptziel war es, den Amtsinhaber zu zwingen.“

Ulrich Mädge (SPD): „Ich habe mich immer zwischen 45 und 53 Prozent gesehen. Und ich habe damit gerechnet, dass Claudia Schmidt ein starkes Ergebnis einfährt.“

Claudia Schmidt (Grüne): „Ich habe ja immer gesagt, dass ich in die Stichwahl gehe.“

Michèl Pauly (Die Linke): „Für langjährig amtierenden Bürgermeister kein gutes Ergebnis. Unser ist besser als erhofft. Mit mehr als sieben Prozent habe ich nicht gerechnet. Aber er sieht ja so aus, als würde es noch darüber laufen. Ich bin sehr erfreut.“ „Wir sehen, dass ein linkes Korrektiv in der Stadt gewollt ist. Das Ergebnis bestärkt uns. Wir sind ein stückweit in Lüneburg angekommen.“

Ergebnisse Bürgermeisterwahlen

+++ Vorläufiges Endergebnis 20.16 Uhr +++ 

Samtgemeinde Elbtalaue: nach 29 von 29 Wahlbezirken

Jürgen Meyer, parteilos: 51,2 Prozent

Klaus-Peter Dehde, SPD: 29,8 Prozent

Holger Mertens, FDP: 19 Prozent

 

Samtgemeinde Ostheide: nach 14 von 14 Wahlbezirken

Norber Meyer, SPD: 66, 8 Prozent

Karsten Johansson, CDU: 33,2 Prozent

 

Samtgemeinde Ilmenau:  nach 8 von 8 Wahlbezirken

Hubert Ringe, CDU: 39,4 Prozent

Peter Rowohlt, SPD: 46,2 Prozent

Ralf Werner, Bündnis 90/Grüne: 14,3 Prozent

 

Stadt Bleckede: nach 17 von 17 Wahlbezirken

Jens Böther, CDU: 60,8 Prozent

Martin Gödecke, Unabhängige Wählergruppe Bleckede: 39,2 Prozent

Landratswahl für den Kreis Lüneburg

+++ Vorläufiges Endergebnis: 20.29 Uhr +++ nach 196 von 196 Wahlbezirken

Manfred Nahrstedt, SPD: 50,5 Prozent

Monika Scherf, CDU: 39,6 Prozent

Jörg Venderbosch, Die Linke: 9,9 Prozent

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Reaktionen zur Landratswahl

Video: Manfred Nahrstedt zur Landratswahl Monika Scherf zur Landratswahl

Monika Scherf (CDU): „Trotz der Niederlage halte es es für möglich und machbar auch weiterhin mit dem Landrat im Kreistag zusammenzuarbeiten.

Monika Scherf (CDU) nach Auszählung von etwa 100 Wahlbezirken: „Ich bin überrascht, wie viel Venderbosch zieht, ansonst warten wir das Ergebnis ab.“

Andrea Schröder-Ehlers, SPD-Landtagsabgeordnete: „Ich freue mich über das Europawahlergebnis, auch das Lüneburg nochmal zugelegt hat. Ich hoffe, dass jetzt auch der Landrat die 50-Prozent-Hürde nimmt.“

Nicole Ziemer (SPD), stvertretende Landrätin: „Ich hoffe, dass wir keine Stichwahl bekommen. Wir alle haben jetzt genug vom Wahlkampf.“

Jörg Venderbosch (Die Linke): „Super Ergebnis, es ist ein Ausdruck unser tollen Arbeit. Ich habe nicht damit gerechnet. Freue mich über das bisher wohl beste Ergebnis für einen Linken-Kandidaten“, „Vor acht Jahren waren wir weder nicht in Stadt noch im Kreis vertreten. Unser Standing hat sich deutlich verbessert. Die Linke wirkt immermehr in die Gesellschaft“. Mit Humor: „Das Ziel Landrat zu werden, habe ich wohl knapp verfehlt.“


Wahl zum Europäischen Parlament

+++ Vorläufiges Gesamtergebnis: 20.14 Uhr +++ nach 193 von 193 Wahlbezirken

CDU: 31,5 Prozent

SPD: 30,9 Prozent

Bündnis 90/Grünen: 17,6 Prozent

FDP: 2,6 Prozent

Die Linke: 5,2 Prozent

AfD: 6,0 Prozent

Reaktionen zur Europawahl

Ernst-August Röttger (Kreisvorsitzender AfD): „Ein tolles Ergebnis, mit dem wir weitermachen können. Wir wollen gute Oppositionsarbeit machen. Interessant wird es, ob die Zusammenarbeit mit den britischen Konservativen klappen wird. Wir wollen uns weiterhin als Alternative von den etablierten Parteien absetzen und durch konstruktive Kritik Lösungen erzielen. Wir verstehen das Ergebnis nicht als Denkzettel oder Protestwahl. Wir werden in der Sache immer mit anderen zusammenarbeiten, sind lösungsorientiert und machen keine Fundamentalkritik. In den nächsten zwei Jahren wollen wir uns auch als lokale Kraft behaupten. Als Ziel streben wir an, in Lüneburg demnächst einen Stadtverabnd zu gründen.“

Professor Dr. Gunter Runkel (AfD): „Wir sind hocherfreut über unseren Einzug ins Europaparlament. Wir haben das Ergebnis erreicht, was wir angestrebt haben. Die Euro-kritischen Positionen, die die AfD eingebracht hat, sind auf fruchtbaren Boden gestoßen. Den Altparteien ist es nicht gelungen, die AfD in eine rechtspopulistische Ecke zu schieben. Die AfD ist eine Partei, die aus der Mitte der Gesellschaft kommt.“

Karlheinz Fahrenwaldt, Kreisvorsitzender (Die Linke): „Sehr zufrieden, könnte bestes Ergebnis werden.“ „Wir liegen vor der AfD, das ist schon mal gut.“

Michel Pauly (Die Linke): „In Lüneburg sind wir auf dem richtigen Weg. Wenn wir unser Ergebnis von der letzten Wahl ausbauen können, wäre das ein Erfolg. Im Moment sieht es danach aus.“

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3 Kommentare

  1. Sollte das Ergebnis der OB-Wahl so bleiben, ist es ein echtes Armutszeugnis für Lüneburg. Niemand sollte länger als 10 Jahre regieren. Ansonsten verfilzt das Rathaus oder auch das Kreishaus, aber das ist ja schon passiert… Schade, wir hätten eine tolle Stadt haben können.

  2. Monika Scherf (CDU) nach Auszählung von etwa 100 Wahlbezirken: “Ich bin überrascht, wie viel Venderbosch zieht, ansonst warten wir das Ergebnis ab.” Dieser Satz ist doch ziemlich überheblich und zeugt von wenig Demokratieverständnis und wenig Achtung vor politischen Mitstreitern/Gegnern. Das ist nicht professionell. Ebenso wie die Äußerung nach dem vorläufigen Wahlergebnisse: Monika Scherf (CDU): “Trotz der Niederlage halte es es für möglich und machbar auch weiterhin mit dem Landrat im Kreistag zusammenzuarbeiten.“

    Frage ist, ob die anderen Parteien es umgekehrt auch so sehen. Ich hätte bei einer derartigen Arroganz wohl schon ein Problem mit einer „Zusammenarbeit“.

  3. Noch etwas zur Oberbürgermeisterwahl. Zuerst zu Herrn Pols:

    Eckhard Pols (CDU): “Natürlich habe ich mir ein besseres Ergebnis gewünscht. Aber mein Hauptziel war es, den Amtsinhaber zu zwingen.” Bei allem Respekt Herr Pols, aber gezwungen haben Sie den amtierenden OB beileibe nicht. Ich meine mich zu erinnern, dass ein voriger Parteifreund von Ihnen ein weitaus besseres Ergebnis bei einer OB-Wahl in Lüneburg erzielen konnte. Das lag vielleicht an dem unterschiedlichen Profil.

    Zu einer Stichwahl gezwungen hat das Ergebnis der Kandidatin der „Grünen“ Frau Claudia Schmidt. Das ist für mich erschreckend. Denn wer ihr auftreten bei der Podiumsdiskussion aller vier Kandidaten erlebt hat konnte gar nicht verhindern festzustellen, dass sie für die Leitung einer Stadtverwaltung und die Führung einer Stadt Lüneburg überhaupt keinen Plan, keine Ziele und nicht die geringste Befähigung hat. Von ihr wurden lediglich grundsätzliche, grüne ideologische Ziele vorgetragen (wie es bei den Grünen eigentlich immer so ist), ohne jeglichen Bezug zur Stadt Lüneburg und deren Bedarf und der Erwartung der Bürger. Da ist selbst Herr Pauly überzeugender und dem kommunalen Anspruch entsprechender aufgetreten.

    Damit will ich aber keinen Kandidaten hervorheben oder bevorzugen. Ganz im Gegenteil. Ich finde es bedauerlich, dass keinen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Lüneburg gibt, der wirklich überzeugt, der einen Weg für die Zukunft zeigt, einen Weg zur Entschuldung des Haushaltes, und das ohne zusätzliche Belastungen für die Bürger oder das Gewerbe.