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Dr. Sabine Johannsen und Stephen Struwe-Ramoth von der NBank wissen noch nicht, wie sehr die drastischen Kürzungen Lüneburg treffen. Foto: be
Dr. Sabine Johannsen und Stephen Struwe-Ramoth von der NBank wissen noch nicht, wie sehr die drastischen Kürzungen Lüneburg treffen. Foto: be

EU fährt Förderung drastisch zurück

rast Lüneburg. ,,Die Europäische Union senkt ihre Mittel in der neuen Strukturförderperiode für Niedersachsen drastisch auf unter eine Milliarde Euro“, sagt Dr. Sabine Johannsen vom Vorstand der NBank. Über den Wirtschaftsfonds (EFRE) werden in den Jahren 2014 bis 2020 rund 691 Millionen Euro fließen, 2007 bis 2013 waren es 1,22 Milliarden, aus dem Sozialfonds (ESF) kommen nur noch 287 statt 447 Millionen Euro. Dr. Johannsen: ,,Aus den beiden Töpfen fließen also 978 Millionen statt zuvor 1,67 Milliarden Euro noch ist allerdings unklar, welche Summen der Region zugute kommen: ,,Lüneburg ist kein Konvergenzgebiet mehr“, werde also nicht mehr bevorzugt gefördert.

Aufgabe der NBank ist es, Fördermittel im Namen des Landes Niedersachsen zu bewilligen, um die Regionen in einer Bündelung von Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Wohnraum- und Infrastrukturförderung voranzubringen. Dabei ist die Beratungsstelle An der Münze in Lüneburg unter der Leitung von Stephen Struwe-Ramoth verantwortlich für den ehemaligen Regierungsbezirk. Offiziell war die EU-Förderperiode Ende 2013 ausgelaufen, Dr. Johannsen weiß: ,,Die neue Förderperiode wird konkret Anfang 2015 beginnen können. Das bedeutet jetzt allerdings keinen Stillstand. Noch werden Anträge aus dem Jahr 2013 geprüft und bewilligt.“

Die NBank nennt Förderzahlen für das vergangene Jahr für die Region Lüneburg, die neben den EU-Mitteln auch Gelder von Bund und Land enthalten haben: Das Gesamtvolumen betrug 199 Millionen Euro, damit seien 652 Arbeitsplätze geschaffen und 4329 Arbeitsplätze gesichert worden, 660 Unternehmen wurden gefördert, davon 366 mit weniger als zehn Beschäftigten. 160 Einzelförderungen und Projekte in der Arbeitsmarktförderung wurden unterstützt, 123 Projekte der Infrastruktur, des Städtebaus, in Kultur und Naturschutz gefördert, dazu 108 Häuser und Eigentumswohnungen sowie 49 Mietwohnungen gefördert, zusätzlich 15 Häuser und Wohnungen durch den Hochwasserschutz-Topf. In Lüneburg selbst gefördert wurden beispielsweise der Innovationsinkubator der Universität (siehe rechts) und das neue Museum, für das zwei Millionen Euro flossen.

Die NBank legt vor allem Wert auf die Unterstützung kleiner und mittelständischer Betriebe. Dr. Johannsen: ,,Das Land Niedersachsen fokussiert sich künftig unter anderem auf zinsgünstige Darlehen für die Energieeffizienz und hat dazu ein Programm aufgelegt.“ In Lüchow etwa wurde über ein solches Darlehen ein Bus-, Taxi- und Kurierunternehmen gefördert, wo eine Ölheizung durch eine Gasbrennwertheizung ersetzt wurde: ,,Da erwarten wir eine Energieeinsparung von 68 Prozent.“ Nach schleppendem Start laufe nun auch das Mikrostarter-Programm sehr gut, Stephen Struwe-Ramoth: ,,Die Existenzgründer erhalten ein Darlehen zwischen 5000 und 25000 Euro zu einem Zinssatz von zwei Prozent. Zahlen sie es später zurück, kann das Geld wieder ins Programm fließen. Von Oktober bis September haben wir für Lüneburg 13 solcher Darlehen vergeben, 2014 waren es bislang schon 79.“

Eine Neuerung gibt es laut Dr. Sabine Johannsen seit dem vorigen Jahr auch bei der sogenannten GRW-Förderung zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur: ,,Hier werden nur noch Unternehmen gefördert, die neue Arbeitsplätze ausschließlich mit Arbeitnehmern besetzen, mit denen ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis eingegangen wurde. Darüber hinaus dürfen die geförderten Firmen innerhalb des Zweckbindungszeitraumes im Jahresmittel höchstens 15 Prozent Leiharbeitskräfte beschäftigen.“

One comment

  1. Eigentlich sehr schade das es das Förderprogramm Mikrostarter Niedersachsen nur im Konvergenzgebiet gibt. Auch in den anderen Teilen Niedersachsen gibt es genügend Gründer die davon profitieren könnten. Immerhin haben ca. 75% aller Existenzgründer einen Kapitalbedarf von maximal 25.000 €.

    Und darüber hinaus sind leider auch andere Förderprogramme der NBank Ende 2013 ausgelaufen ohne das es bisher großartig neue Programme gibt. Mal abwarten was noch bis Ende 2014 kommt.

    Klaus