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Mit seiner Solarbahn unternimmt Andreas Gensch eine Probefahrt. Vom Wochenende an rollen Zugmaschine und zwei Waggons durch Bad Bevensen. Foto: t&w
Mit seiner Solarbahn unternimmt Andreas Gensch eine Probefahrt. Vom Wochenende an rollen Zugmaschine und zwei Waggons durch Bad Bevensen. Foto: t&w

Bad Bevensen statt Lüneburg

ca Bad Bevensen. In Lüneburg umstritten und abgelehnt, 25 Kilometer weiter südlich, in Bad Bevensen, hochwillkommen: die Solarbahn von An­dreas Gensch. Die nimmt zum Monatswechsel ihren Betrieb in der Kurstadt im Kreis Uelzen auf. Voraussichtlich acht Mal pro Tag sollen Zugmaschine und zwei Wagen mit den riesigen Fenster, alles in allem 18 Meter lang, rollen. „365 Tage im Jahr“, sagt der Unternehmer aus Mechtersen, der rund 300000 Euro in das mit Sonnenenergie und Strom betriebene Vehikel investiert hat.

Bekanntlich wollte Gensch seine Bahn eigentlich durch Lüneburg rollen lassen. Er wollte damit Touristen die Stadt zeigen und seinen Kutschenbetrieb reduzieren und langfristig einstellen. Doch im vergangenen Sommer gab es bei einer Bürgerversammlung im Glockenhaus Protest. Erst dort erkannte die Politik das lange bekannte Vorhaben so recht als Thema. Und bei einem Genehmigungsverfahren durch die Landesnahverkehrsgesellschaft meldeten nun Träger öffentlicher Belange, die gehört werden müssen, wie auch die Stadt Bedenken an. Die reichten von der Einschätzung, die vom Volksmund getaufte „Bimmelbahn“ passe nicht zum Stadtbild, bis zu Sicherheitsbedenken: Käme es beispielsweise in der Heiligengeiststraße zu einem Feuer, könnte der Elektrozug zum Hindernis werden, die Feuerwehr stieße in der engen Straße auf eine Blockade. Damit war die von Gensch gewünschte Route passé.

Also suchte sich Gensch eine Alternative und fand sie schließlich in Bad Bevensen.

Auch seinen Kutschenbetrieb in Lüneburg betreibt er weiter, wie in den vergangenen 14 Jahren. Aktuell hat er an der Ilmenau Kutscher auf dem Bock. „Ich bin die nächsten acht Wochen in Bevensen unterwegs“, sagt er. Zwar habe er zwei Mitarbeiter für den Betrieb dort eingestellt. Doch die seien noch in der Ausbildung, um die Solarbahn fahren zu dürfen.

Über zehn Jahre laufe der Vertrag mit der Bad Bevensen Marketing GmbH, berichtet Gensch. Auf seinen Touren steuert der „Lokführer“ unter anderem Kliniken, Hotels und das Kloster Medingen an. Wer eine Kurkarte besitzt, fährt kostenlos, auch Einheimische dürfen zusteigen und einen der 60 Plätze nutzen.

Sind denn nun die Bahn-Pläne für die Hansestadt vom Tisch? „Diese Bahn wird nicht in Lüneburg fahren“, sagt er. Was ja nicht ausschließt, dass er ein anderes Modell aufs Kopfsteinpflaster bringen könnte: „Dazu sage ich vor der Stichwahl zum Oberbürgermeister nichts.“ In der Vergangenheit hatte Gensch angekündigt, auch rechtliche Schritte prüfen zu wollen.

2 Kommentare

  1. WUNDERSCHÖN !! Oh mein Gott … guckt euch das Teil mal an. Aquarium auf Rädern. Wenn jetzt noch einer behauptet „das passt zu Lüneburg“ oder „Es stört nicht“ … Das Gefährt würde selbst in der Feldmark bei Mechtersen stören. Einfach nur hässlich !! Zum Glück fährt es nicht in Lüneburg !!

  2. Ich frage mich gerade, was daran, Einzelanfertigung hin oder her, 300 000 EUR kosten soll?
    Hoffentlich kippen die Kästen ab Windstärke 4 nicht um. Würde aber nicht weiter auffallen, weil die gekippt (oder auf dem Kopf stehend) genauso aussehen.
    In Peine oder Bottrop könnte das schick aussehen…;)