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Stefan Bartscht (r). und Thomas Mitschke appellieren an die Besucher im Naturschutzgebiet, sich an die Regeln zu halten. Zum Wohle aller Besucher und der Natur- und Pflanzenwelt.
Stefan Bartscht (r). und Thomas Mitschke appellieren an die Besucher im Naturschutzgebiet, sich an die Regeln zu halten. Zum Wohle aller Besucher und der Natur- und Pflanzenwelt.

Paddler stören beim Fischen

kre Lüneburg. Was ist den Menschen eine intakte Natur wert? Offenbar wenig bis nichts! Dieser Eindruck drängt sich Thomas Mitschke immer mehr auf. Spätestens dann, wenn der Vorsitzende des Naturschutzbundes Lüneburg (Nabu) mal wieder an der llmenau unterwegs ist. Ein Naturschutzgebiet  unter anderem Heimat des Eisvogels, des Fischotters, der vom Aussterben bedrohten Sandbiene oder auch der Bachmuschel. Doch diese seltenen Tierarten und ihr Lebensraum sind zusehends bedroht: Von Jugendlichen, die offenbar Spaß daran finden, ihre leeren Flaschen in die Bruthöhlen des Eisvogels zu stopfen. Durch Reiter, die abseits der ausgewiesenen Reitwege unterwegs sind. Durch Paddelbootfahrer und Kanuten, die an jeder Flussbiegung ans Ufer fahren und Fauna und Flora niedertreten. Und von Hundehaltern, die ihre vierbeinigen Lieblinge auch in der Brut- und Setzzeit frei laufen lassen. Vor allem jetzt zu ,,Vatertag“ und eine Woche später zu Pfingsten fürchten Mitschke und seine Mitstreiter das Schlimmste  noch mehr illegale Feuerstellen im Naturschutzgebiet entlang der Ilmenau. Noch mehr achtlos weggeworfener Müll und Unrat und noch mehr Störungen der Tierwelt. ,,Offensichtlich haben viele Menschen den Bezug zur Natur verloren“, stellt der Nabu-Vorsitzende enttäuscht fest.

Auch Hinweis- und Verbotsschilder und selbst ein Zaun halten manche Zeitgenossen nicht davon ab, sich im Naturschutzgebiet wie die Vandalen zu benehmen: ,,Bei manchen Ilmenau-Anwohnern kursiert schon der Spruch, dass man an den Wochenenden nur einen Käscher in das Wasser halten muss, um innerhalb kürzester Zeit drei Kästen Leergut aus dem Wasser zu fischen“, berichtet Anneken Roschke von der Unteren Naturschutzbehörde. Die Ilmenau als illegale Müllhalde  alleine der Gedanke daran lässt bei Stefan Bartscht, Fachdienstleiter Umwelt bei der Unteren Naturschutzbehörde, die Zornesader schwellen. ,,Wer gegen die Regelungen des Naturschutzgesetzes verstößt, dem drohen empfindliche Strafen, die in schwerwiegenden Fällen bis hin zur Freiheitsstrafe gehen können“, stellt der Kreisbeamte unmissverständlich klar.

Leicht geschwungen schlängelt sich die Ilmenau zwischen Melbeck und Deutsch Evern durch die Aue  keine Frage: Hier zeigt sich der Fluss, der auch Namensgeber für die Samtgemeinde ist, von seiner schönsten Seite. Das haben auch die erkannt, die  Naturschutzgebiet hin, Naturschutzgebiet her  am liebsten dort grillen, Party machen und in die Ilmenau springen, wo auch der seltene Eisvogel sein Zuhause hat. Papiermüll, Kippen, Feuerstellen, Essensreste, leere Flaschen  zuweilen gleicht das verschwiegene Plätzchen einer Müllhalde.

Doch damit nicht genug. Thomas Mitschke hat auch schon erlebt, dass Jugendliche ihre ,,Gettoblaster“, große mobile CD-Player mit leistungsstarken Lautsprechern, direkt unter der Steilwand positionierten und damit stundenlang die Tierwelt beschallten. ,,Die haben sich einfach nichts dabei gedacht“, staunt der Nabu-Vorsitzende, ,,statt ein Herz für die Natur zu zeigen, regiert offenbar nur noch Oberflächlichkeit und Egoismus.“

Der Landkreis hat zwar reagiert und die Steilwand eingezäunt, um die Brutplätze des Eisvogels zu schützen, ,,doch an den Seiten ist diese Absperrung schon wieder niedergetrampelt“, hat Thomas Mitschke beobachtet.

Immer wieder in die Kritik geraten auch Paddler und Kanuwanderer, die außerhalb der ausgewiesenen Ein- und Ausstiegsstellen die Boote verlassen. Stefan Barschts Tipp: ,,Informieren Sie sich beim Kanuverleiher oder buchen Sie eine geführte Tour. Nur so lässt sich verhindern, dass Flüsse wie die Ilmenau im schlimmsten Fall wegen Übernutzung gesperrt werden müssen.“ Abschließend kündigt der Fachdienstleiter an: ,,Gerade an Pfingsten werden wir besonders darauf achten, dass sich Besucher an Naturschutzgesetze halten.“

Verhaltensregeln

Darauf müssen Besucher im Naturschutzgebiet ,,Lüneburger Ilmenauniederung“ achten:

Hunde sind ganzjährig an der Leine zu führen.

Moutainbiker und Reiter dürfen die vorgeschriebenen Wege nicht verlassen.

Grillen, Lagerfeuer sowie das achtlose Wegwerfen von Abfällen ist verboten.

Paddler und Kanuwanderer dürfen nur an den ausgewiesenen Ein- und Ausstiegsstellen anlegen. Welche das sind, steht in den Info-Karten für Kanuwanderer, die bei den Bootsverleihern ausliegen.

Weitere Informationen unter www.landkreis-lueneburg.de

 

4 Kommentare

  1. Was soll die Überschrift? Ums Fischen geht es in dem Artikel nicht, höchstens um Fische. Bestimmt sind die Gettojungs mit ihrem Blaster große Fischfreunde und vertreiben deshalb den Eisvogel.

  2. Die Ilmenau gehört schon lange wegen Überbenutzung gesperrt. Wenn man im Sommer die Natur geniessen will und beim Angeln 2-3 Stunden abschalten möchte, kommen alle 5 Minuten Kanu Fahrer vorbei.Es gibt viele Kanu Fahrer die vernünftig sind (meist private ein,zwei Kanuten), aber leider auch ein Großteil, die sehen, das man am Angeln ist und trotzdem die Seite nicht wechseln und einem in die Angelschnüre fahren. Es sind überwiegend junge Leute, aber auch viele Erwachsene die keine Rücksicht nehmen. Am schlimmsten sind große Kanu Gruppen, die haben keine Interesse an der Natur, sondern nur am feiern und Saufen. Die Boote sind dann voll mit Bierkisten und anderen alkoholischen Getränken. Und zum Ende der Tour wird dann der Müll in der Ilmenau entsorgt, oder am Ufer liegen gelassen.

    Es ist auch schon vorgekommen, das ich an einer Stelle geangelt habe, die im Sommer gerne als Badestelle genutzt wird,das ich von mehreren Jugendlichen beleidigt wurde und die Stelle verlassen sollte, weil diese da feiern und Baden wollten. Wären nicht 2 Kollegen von mir gekommen, wäre das wohl nicht gut ausgegangen für mich. Es ist schon soweit, das ich nur noch in den Abendstunden zum Angeln fahre und selbst da hat man oftmals keine Ruhe mehr. Da kommen dann auf einmal in völliger Dunkelheit Tretboote vorbei gefahren oder ein motorisiertes Partyboot mit Beleuchtung und Musik. Dann gibt es noch Hundebesitzer, die in 3-4 Meter Entfernung Ihre Hunde zum Stöckchen holen in Wasser jagen. Oder nachts um eins kommen dann angetrunkene Jugendliche, die meinen,noch ein Bad nehmen zu müssen. Zum Müll an der Ilmenau möchte ich noch erwähnen, das es leider auch viele Angler gibt, die Ihren Müll an der Angelstelle liegen lassen. Ich finde es einfach nur traurig, wie die Menschen mit der Natur, oder anderen Mitmenschen umgehen.
    Und von alleine wird sich daran auch nichts ändern. Da hilft nur eine Benutzungsgebühr, die beim Verleihen von Kanus bezahlt werden sollte. Oder Jahreskarten für private Kanu Fahrer. Und dieses Geld kann dann dafür benutzt werden, um Leute einzustellen, die die Ilmenau und Ihr Ufer sauber halten. Anders geht es nicht. Wir Angler zahlen auch einen Jahresbeitrag um an der Ilmenau Angeln zu dürfen. Und in den Angelvereinen gibt es zusätzlich noch einen Arbeitsdienst (Müll sammeln).
    Leider betrifft das in unserer Gegend nicht nur die Ilmenau. Am Elbe Seiten Kanal ist die Verschmutzung noch viel schlimmer. Und da gibt es keine Kanu Touren. Wo kommt der ganze Müll den her? Aber nicht nur am Wasser gibt es ein Müllproblem.
    Was ich am schlimmsten finde ist, das viele Leute Ihren Müll während der Autofahrt entsorgen. Am meisten fällt es mir auf, das in der Nähe von Burgerketten, dann die Verpackungen von Burgern und Getränkebecher in der nächsten Kurve zur Schnellstraßen Aufahrt entsorgt werden. Ich bin froh, das ich von meinen Eltern so erzogen wurde, das man so etwas nicht macht. Aber diese Werte werden ja trauriger Weise nicht mehr weitergegeben.

    • Ich glaube der meiste Müll kommt von den Anglern selbst. Die zumeist aus Osteuropa stammenden Angler betrinken sich, machen Feuer und lassen ihren den ganzen Müll liegen. Die Kanufahrer sollten nicht als Sündenbock allien herhalten.

  3. Die Natur kann sich besser anpassen, als der Nabu es wahrhaben will. Die Paddler stören nur die aufgebrachten Herren. Es gibt genug Bespiele wie z.B. das Mühlenberger Loch die belegen wie unbegründet die Schwarzmalereien der Umweltverbände sind. Natürlich darf kein Müll in die Natur gelangen, aber paddeln und auch mal aussteigen wo man will das geht.