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Zuletzt hat auch der Gemeinderat Betzendorf beschlossen, die Betreuungszeiten im örtlichen Kindergarten auszuweiten, auch das kostet Geld: Deshalb hat der Kreistag beschlossen, die Betriebskostenzuschüsse aufzustocken.
Zuletzt hat auch der Gemeinderat Betzendorf beschlossen, die Betreuungszeiten im örtlichen Kindergarten auszuweiten, auch das kostet Geld: Deshalb hat der Kreistag beschlossen, die Betriebskostenzuschüsse aufzustocken.

Kreis greift Kommunen unter die Arme

pet Lüneburg. Schwer drücken die Kosten für Kindergärten und Kinderkrippen auf die Haushalte der Kommunen nun will der Landkreis Lüneburg die Städte, Samtgemeinden und Gemeinden mit einer Erhöhung der Zuschüsse für Betriebskosten entlasten. Einstimmig sprach sich der Kreistag gestern während seiner Sitzung in der Ritterakademie für eine neue Kindergartenvereinbarung aus.

In der neuen Vereinbarung zur Regelung der Aufgabe ,,Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen“ ist festgehalten: Im laufenden Jahr sollen die Betriebskostenzuschüsse für die Einrichtungen in Stadt und Landkreis Lüneburg um 800000 Euro erhöht werden, ab 2005 sogar um 1,6 Millionen Euro. Pro Kind bedeutet das ab 2015 eine Erhöhung des Grundbetrags von 133 auf 305 Euro pro Jahr. Die Kreistagsmitglieder waren sich in der Zustimmung einig. ,,Das hilft den Gemeinden weiter“, erklärte Nicole Ziemer (SPD). Deren Haushalte hätten unter der Belastung durch mehr Plätze und auch die Erweiterung der Betreuungszeiten zu leiden. ,,Wir verbinden die Erhöhung der Zuschüsse auch mit der Hoffnung, dass die Elternbeiträge stabil bleiben.“

Unterstützung kam auch von Meinhard Perschel (CDU). Man sei ebenfalls ,,der Auffassung, dass wir die Gemeinden mehr unterstützen müssen“. Er wagte einen Blick in die Zukunft: ,,Wir hoffen, dass die Vereinbarung schon in Kürze wieder Makulatur ist.“ Dann nämlich, wenn das Land ,,viel mehr Geld“ für die Kleinkindbetreuung gebe.

,,Allerhöchste Zeit“ sei es für eine neue Kindergartenvereinbarung und die Erhöhung der Zuschüsse, erklärte Achim Gründel (SPD), der als Radbrucher Bürgermeister die Belastung der Gemeinden nur zu gut kennt. ,,Wir investieren nicht in Beton, sondern in Inhalte“, sagte er. Als Beispiel nannte er eine 4-Stunden-Gruppe in Amt Neuhaus mit 5822 Euro werde die bisher unterstützt, 12505 Euro werden es ab 2015 sein.

In den Gemeinden kommt die Erhöhung der Betriebskostenzuschüsse gut an die Hauptverwaltungsbeamten hatten der neuen Vereinbarung bereits Anfang April einmütig zugestimmt. ,,Es ist keine dramatische Erleichterung für uns, aber es hilft uns weiter“, sagte Richard Meier, in Adendorf für die Kindertageseinrichtungen verantwortlich, auf Anfrage.

Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer betonte, die Erhöhung der Betriebskostenzuschüsse entspreche einer Senkung der Kreisumlage um etwa einen Prozentpunkt.

Einmütigkeit zwischen allen Kreistagsmitgliedern herrschte auch, als es um zwei Resolutionen zum Thema Kindertageseinrichtungen ging. Im Antrag der Gruppe CDU/Bündnis 21 RRP wird eine ,,dritte Betreuungskraft in Krippengruppen“ gefordert, die ,,spätestens ab 2015 zu 100 Prozent aus Landesmitteln zu finanzieren“ ist. In der Resolution der Gruppe SPD/Grüne wird eine ,,Verbesserung der Qualitätsstandards in der frühkindlichen Bildung“ gefordert, unter anderem auch ein Konzept, ,,wie eine bedarfsgerechte Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern gewährleistet werden kann“.

Die Bundesländer sollen, das wurde kürzlich bekannt, ab 2015 von der Beteiligung an der Ausbildungsförderung Bafög befreit werden. Das niedersächsische Kultusministerium hatte deshalb erklärt, mit Kommunen und anderen Trägern von Kindertagesstätten ein Konzept zu entwickeln, wie die in Aussicht stehenden neuen Mittel in dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr für mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung eingesetzt werden können.

,,Dennoch sollten wir ein Zeichen setzen, dass die dritte Kraft in den Krippen jetzt zügig kommen muss“, so Ulrike Walter (CDU).