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Traditionell wechselt nach einem Jahr der Vorsitz der Hilfsaktion Guter Nachbar, jetzt folgte auf Berthold Schweers von der Caritas (r.) Wolfgang Klose vom Paritätischen. Er steht der Aktion für das Geschäftsjahr 2014/2015 vor. Foto: t&w
Traditionell wechselt nach einem Jahr der Vorsitz der Hilfsaktion Guter Nachbar, jetzt folgte auf Berthold Schweers von der Caritas (r.) Wolfgang Klose vom Paritätischen. Er steht der Aktion für das Geschäftsjahr 2014/2015 vor. Foto: t&w

Hilfe in großen und kleinen Krisen

off Lüneburg. Er war da, als das Feuer am Stint ausbrach. Als eine alte, schwerkranke Dame mit 260 Euro Rente im Monat kein Geld mehr für Lebensmittel hatte. Und als sich eine alleinerziehende Mutter den teuren Schulranzen für ihren Sohn nicht leisten konnte. In 2793 Fällen war der Gute Nachbar im vergangenen Jahr zur Stelle, unterstützte insgesamt 6024 Menschen in der Not. Einsatz, den die Hilfsaktion von Wohlfahrtsverbänden und Landeszeitung nur aus einem Grund leisten konnte: „Weil so viele Menschen uns mit ihren Spenden unterstützen“, sagt die Geschäftsführerin Heidrun Hecht.

Zusammen gekommen sind im letzten Geschäftsjahr des Guten Nachbarn insgesamt rund 97000 Euro Spenden, hinzu kommen rund 20000 Euro, die gesondert für die Opfer des Stintbrandes gespendet wurden. Alle 44 Betroffenen haben vom Guten Nachbarn eine Soforthilfe in Höhe von 250 Euro erhalten, „darüber hinaus haben wir im Einzelfall je nach Bedarf geholfen und sind nach wie vor mit einigen Brandopfern im Gespräch“, sagt Berthold Schweers, Geschäftsführer der Caritas und bis vor kurzem Vorsitzender der Hilfsaktion.

Traditionell wechselt der Vorsitz der Hilfsaktion mit jedem Geschäftsjahr, 2014/2015 übernimmt Wolfgang Klose, stellvertretender Geschäftsführer des Paritätischen, das Amt. Getragen wird der Gute Nachbar seit Gründung 1958 von allen fünf Wohlfahrtsverbänden in Stadt und Kreis (Awo, Caritas, Diakonie, DRK und Paritätischem) sowie der Landeszeitung.

Von Anfang an eine feste Regel der Hilfsaktion: „Wir geben jeden gespendeten Euro eins zu eins weiter“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Klose. Die Beratungs-, Vermittlungs- und Verwaltungsarbeit übernehmen die Wohlfahrtsverbände, Heidrun Hecht arbeitet als Geschäftsführerin ehrenamtlich. Im vorletzten Geschäftsjahr 2012/2013 sind somit Spenden in Höhe von rund 100212 Euro verteilt worden an Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind. Im Jahr davor waren es knapp 118000 Euro.

Auf Werbung verzichtet der Gute Nachbar komplett, „die meisten Menschen, ob Spender oder Hilfsbedürftiger, erfahren von uns, weil ihnen jemand von der Hilfsaktion erzählt“, sagt Berthold Schweers. Ein Beispiel dafür: Zeitgleich zum Feuer am Stint brannte es in der Wohnung einer Familie in Kaltenmoor, „damals meldete sich der Schulleiter eines der Kinder bei uns und bat für die Familie um Hilfe“. Einer von vielen guten Nachbarn im alltäglichen Leben, die dem Team der Hilfsaktion immer wieder begegnen. Manchmal in Gestalt eines Anrufers und seit 1958 stets als treue Spenderinnen und Spender.