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Wie putzt es sich am besten?

pet Lüneburg. Ist es besser, öffentliche Gebäude von eigenen Reinigungskräften putzen zu lassen? Oder von privaten Reinigungsunternehmen? Was ist gründlicher, sinnvoller und auch günstiger? Darüber streiten sich die Beteiligten schon lange. Kostendruck hatte den Landkreis Lüneburg seit Ende der 1990er-Jahre bewogen, den Bestand seiner angestellten Reinigungskräfte für die Schulen über die Jahre sozialverträglich abzubauen. Nur noch sieben eigene Kräfte waren Ende 2012 in den Landkreisschulen unterwegs  ehe es einen erneuten Schwenk gab. Über die Erfahrungen, die mit neu eingestellten Kräften gemacht wurden, berichtete Landkreismitarbeiter Detlef Beyer in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses des Kreistags.

,,Zunehmend festzustellende Unzufriedenheit über die Reinigungsqualität“ und eine neu eingeführte Entgeltgruppe innerhalb des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst, so Beyer, führten dazu, erneut einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen den Varianten anzustellen. Ergebnisse: Die Fremdreinigung stellte sich immer noch als die wirtschaftlichere dar, allerdings hatten sich die Mehrkosten durch die neue Niedrigentgeltgruppe im öffentlichen Dienst relativiert. Im Zuge der Haushaltsberatungen für 2013 wurde die Verwaltung beauftragt, als Pilotprojekt zwei kreiseigene Schulen wieder auf Eigenreinigung umzustellen. Die erwünschten Effekte: eine bessere Reinigungsqualität und ,,soziale Erwägungen zur Förderung von sozialversicherten Beschäftigungsverhältnissen“.

Insgesamt sechs Neueinstellungen mit Verträgen über 15 bis 25 Stunden im Schulzentrum Embsen und zwei Neueinstellungen mit jeweils 20 Stunden in der Schule am Knieberg wurden zum 1. August 2013 vorgenommen  dort waren Verträge mit Privatfirmen abgelaufen. Weitere Stellen für die im Bau befindliche Mensa in Embsen und die dortige Grundschule, so Beyer, seien vorgesehen. Im Vorfeld war ein Fachberater für Reinigungsmanagement beteiligt worden.

Die Umstellung sei bei den Schulen gut angekommen, berichtete Detlef Beyer. ,,Nur positive Rückmeldungen“ habe es von dort gegeben, das auch, weil ,,kleinere Probleme direkt vor Ort geklärt werden konnten“ und die Reinigungskräfte in Diensten des Landkreises ,,sich mit ihrer Schule und ihrer Arbeit identifizieren“. Weiter habe sich die Reinigungsqualität verbessert und auf besondere Vorkommnisse, etwa stärkere Verschmutzungen bei Veranstaltungen, sei zeitnah reagiert worden. Im Vergleich zu Privatfirmen werde den Mitarbeiterinnen mehr Zeit für ihre Arbeit gegeben. Beyer: ,,Letztlich trägt eine hohe Reinigungsqualität auch zum Werterhalt der Gebäudesubstanz bei.“

Eine weitere ,,sukzessive Umstellung von Fremdreinigung auf Eigenreinigung“ scheine ,,grundsätzlich denkbar“, so Beyer. Aber: ,,Eine Umstellung in allen kreiseigenen Liegenschaften ist wegen des damit verbundenen Verwaltungs- und Betreuungsaufwandes und der dadurch entstehenden Mehrkosten derzeit nicht zu leisten.“ Und: ,,Insbesondere die Reinigungsleistungen an den großen Schulzentren sollten von daher zumindest mittelfristig weiter fremdvergeben werden.“ Nicht nur die Wirtschaftlichkeit sondern auch die Einbeziehung von Qualitätskriterien seien daher, so Beyer, ,,bei der anstehenden Neuausschreibung dringend zu beachten.“

Die Ausschussmitglieder tendierten durchaus zu einer Ausweitung der Eigenreinigung. Matthias Hoffmann (SPD) etwa verwies auf Bremen, das 300 Reinigungskräfte angestellt habe und auf die positiven Erfahrungen, was ,,die Auswirkungen auf die Bausubstanz“ betreffe. Und er betonte, dass ein reiner Vergleich der Kosten ,,schwierig“ sei. Franz-Josef Kamp (SPD) bezweifelte, ob die von Beyer vorgestellten Mehrkosten für die Eigenreinigung gegenüber der Fremdreinigung wirklich so hoch sind.

Günter Dubber (CDU) reichte der von Beyer vorgelegte  auf die Vergangenheit bezogene  Vergleich nicht. Er bat um eine Gegenüberstellung, die die Kosten einer nach Wirtschaftlichkeit und Qualität formulierten Vergabe an ein Fremdunternehmen auf der einen und die Kosten für Eigenreinigung auf der anderen Seite beinhaltet.

Der Ausschuss nahm Beyers Bericht zur Kenntnis, künftig soll weiter darüber diskutiert werden.