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Zuletzt bemühte sich die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in dem Wäldchen bei Heiligenthal einen Ruheforst einzurichten. Anwohner wehrten sich aber gegen das Projekt. Foto: uk
Zuletzt bemühte sich die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in dem Wäldchen bei Heiligenthal einen Ruheforst einzurichten. Anwohner wehrten sich aber gegen das Projekt. Foto: uk

Letzte Ruhe bei Dachtmissen?

dth Reppenstedt/Südergellersen. Auf der Suche nach einem naturnahen Bestattungsort liefen die Kommunalpolitiker erneut durch Wald und Flur. Die Mitglieder des Gellerser Ausschusses für Feuerschutz, Ordnung und Soziales sowie Vertreter der Verwaltung haben sich bei Ortsbegehungen zwei alternative Standorte für einen möglichen Bestattungswald angesehen. Der zuletzt stark umstrittene Standort bei Heiligentha ist offiziell noch im Rennen, auch wenn die Option manchem Gellerser Ratsmitglied längst als verbrannt gilt. Gleichwohl spricht laut Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers rechtlich nichts gegen die Nutzung dieser Fläche. Dennoch: Bei der Ortsbegehung nahmen die Politiker neben dem vorgeschlagenen Südergellerser Areal beim Hambörn auch eine neue, bisher kaum öffentlich diskutierte Fläche beim Reppenstedter Ortsteil Dachtmissen in Augenschein.

Im Größenvergleich fällt der zwischenzeitlich vorgeschlagene Alternativ-Standort in Südergellersen zurück: Dort steht eine Fläche von zirka zwei Hektar zur Verfügung, die sich im Eigentum der Gemeinde befindet. Zu der Fläche, die zum Landschaftsschutzgebiet zählt, hat es bereits eine Potenzialanalyse gegeben. Demnach stehen dort rund 200 Bäume für Beisetzungen zur Verfügung. Aufgrund der geringen Größe sei es aber nicht möglich, dafür einen Betreiber zu finden, berichtete Ordnungsamtsleiter Arndt Conrad dem Ausschuss schon bei der vorherigen Sitzung Anfang Mai. Grundsätzlich sei die Fläche zwar für einen Bestattungswald geeignet, allerdings ließe sich das Projekt nicht mit der bereits vorhandenen Mehrfachnutzung „übereinbringen“. Dort befindet sich bisher ein alter Schafstall mit Grillplatz, die „Urwaldzelle“ mit Aussichtsplattform und der „Bürgerwald“. Zudem ist beim Naherholungsgebiet Hambörn der Bau eines Aussichtsturms geplant. Ob sich Trauernde im Bestattungswald von dort aus beobachten lassen wollen, ist zumindest fraglich.

Aber es steht noch eine dritte Alternative zur Verfügung, die sich die Kommunalpolitiker jetzt bei der Ortsbegehung angesehen haben. Es handelt sich um das rund 15 Hektar große Waldgebiet zwischen der Kreisstraße 50 und Brockwinkel beziehungsweise östlich des Ortes Dachtmissen. Der noch relativ junge Waldbestand könne von der Kreisstraße aus erreicht werden und für die Fläche sei laut Ordnungsamtsleiter Conrad auch die Realisierung eines Betreibermodells möglich. Es gibt bereits einen Interessenten dafür, heißt es. Zum nächsten Treffen des Fachausschusses soll eine Vorlage mit der Bewertung aller drei Optionen vorgelegt werden.

Unabhängig von der Einrichtung von Bestattungswäldern hat der Ausschuss jüngst grünes Licht gegeben für Baum- und Naturbestattungen auf bestimmten Friedhöfen in der Samtgemeinde: So sollen auf dem Friedhof Kirchgellersen und auf dem neuen Friedhof Reppenstedt Baumbestattungen ermöglicht werden. So sollen dort Urnengemeinschaftsgrabanlagen mit einem Baum in der Mitte eingerichtet werden. Damit wird ein Element aus dem Gellerser Programm „Friedhof 2020“ umgesetzt. Auf dem Friedhof Heiligenthal wird die Einführung von Urnengemeinschaftsgräbern als Naturbestattung auf einer naturbelassenen Heidelbeerfläche ermöglicht.

Die neuen Bestattungsarten treten mit Änderung der jeweiligen Friedhofssatzungen in Kraft.