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Prof. Dr. Paul Georg Lankisch (l.) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Thomas Köpping (r.) von der Toto Lotto GmbH freuen sich über die Plakette, die sie Hauseigentümer Günter Otte überreichen können. Foto: be
Prof. Dr. Paul Georg Lankisch (l.) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Thomas Köpping (r.) von der Toto Lotto GmbH freuen sich über die Plakette, die sie Hauseigentümer Günter Otte überreichen können. Foto: be

Großes Werk ist vollbracht

pet Oldershausen. Der Austausch des mächtigen Reetdaches war die letzte große Arbeit, die an dem imposanten Ensemble aus Haupthaus und zwei Speichern in der Gemeinde Oldershausen (Samtgemeinde Elbmarsch) gemacht werden musste. Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist die Arbeit jetzt vollbracht. Prof. Dr. Paul Georg Lankisch, Leiter des Lüneburger Ortskuratoriums der Stiftung, übergab Eigentümer Günter Otte jetzt eine Bronzetafel. ,,Sie soll symbolisieren, dass die Arbeiten abgeschlossen sind.“

Gekommen war auch Thomas Köpping, Bezirksleiter für Toto Lotto GmbH, die Gesellschaft, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz intensiv unterstützt. Hilfe für die Ottes hatte es auch vom Landkreis Harburg gegeben. ,,Insgesamt 60000 Euro pro Jahr für solche Baudenkmäler im Kreis stellen wir zur Verfügung“, erklärte Wolfgang Küchenmeister von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Fast von Anfang an kennt er das Projekt der Ottes.
Wann genau das Wohnhaus in Oldershausen gebaut wurde, ist gar nicht bekannt. Günter Otte zeigt auf die Inschrift in einem Deckenbalken. Die zeigt eine ,,1709″, die aber auch ,,1609″ heißen könnte. ,,1609 könnte passen, denn einer der beiden zum Haupthaus gebauten Speicher wurde 1623 gebaut“, mutmaßt der Hausherr. Der andere Speicher, das ist bekannt, wurde 1753 errichtet.

1987 kaufte die Familie Otte das Anwesen in Oldershausen in erbärmlichem Zustand. Dafür, die komplette Restaurierung durchzuführen, war Günter Otte genau der richtige Mann: Er ist Restaurator, damals mit Büro in Berlin. Seit dieser Zeit findet die Sanierung der Gebäude statt, begonnen wurde mit dem Haupthaus, dann wurden die beiden Speicher in Angriff genommen.

Ein typisches Bauernhaus sei das Haupthaus in früheren Zeiten gewesen, so Otte. Menschen und Tiere lebten unter einem Dach, noch früher hätten wahrscheinlich Lüneburger Händler Salz im Speicher zwischengelagert, wenn sie auf dem Weg nach Hamburg waren. Viel später habe sich auch ein kleiner Laden im Haupthaus befunden. ,,Kaufhaus“ ist auf einem alten Foto des Gebäudes an die Fassade geschrieben. Jetzt wohnen die Ottes in dem Haus.

Das ist mittlerweile sogar zur Kulisse für die in Lüneburg spielende ARD-Serie ,,Rote Rosen“ geworden. Mehrfach war das Rosen-Team bei den Ottes zu Gast, hat im Haus und im schmucken Garten gedreht. In der Serie ,,spielt“ Ottes Haus ein Ferienhaus an der Müritz.

In Lüneburg hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zuletzt auch die Restaurierung einer historischen Tapete in einem Bürgerhaus an der Neuen Sülze gefördert. Auch dort wurde eine Bronzetafel, die den Abschluss der Arbeiten symbolisiert, mittlerweile überreicht.

Die Stiftung ist nach eigenen Angaben die ,,größte Bürgerinitiative in Sachen Denkmalschutz in Deutschland“. Gefördert wurde in den letzten Jahrzehnten die fachgerechte Restaurierung von 4500 Baudenkmalen, dabei wurden etwa 500 Millionen Euro eingesetzt.