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Nach einem Monat kehrt der Ewer von seiner Reise aus Lübeck zurück. Gestern passierte er auch die Schleuse in Wittorf. Sie ist eigentlich gesperrt und gilt als baufällig. Foto: achim gründel/nh
Nach einem Monat kehrt der Ewer von seiner Reise aus Lübeck zurück. Gestern passierte er auch die Schleuse in Wittorf. Sie ist eigentlich gesperrt und gilt als baufällig. Foto: achim gründel/nh

Mit stotterndem Motor

ca Lüneburg. Eigentlich hatte die Crew am Dienstagmorgen gar nicht mehr damit gerechnet, bis nach Lüneburg zu kommen, denn der Motor des Ewers streikte und wollte nicht anspringen. Das 15 Meter lange Boot dümpelte im Hafen von Hoopte, also dort, wo die Ilmenau in die Elbe mündet. Doch schließlich konnten Bernd Strauch und seine Mitstreiter das Problem lösen, die Kraftstoffzufuhr funktionierte wieder. Zwei Stunden später als geplant, tuckerte der Lastkahn flussaufwärts, Ziel: der Alte Kran in der Hansestadt.

Die Männer passierten die drei Schleusen in Fahrenholz, Wittorf und Bardowick auf ihrem Weg. Selbst in Wittorf kam die Mannschaft gut durch, obwohl die Schleuse dort üblicherweise für den Schiffsverkehr gesperrt ist, sie gilt als Sanierungsfall.
Jens-Peter Fiedler vom Vorstand des Ewer-Vereins berichtet, dass das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt in Lauenburg aber inzwischen kooperativer sei als in der Vergangenheit, vielleicht auch, weil es selber nach Eindruck der Ewer-Crew und von Anliegern mehr mit eigenen Booten unterwegs sei, um Unterhaltungsarbeiten an der Ilmenau zu erledigen.

Wie berichtet, waren der Ewer und seine Besatzung quasi als Lüneburger Botschafter zum Hansetag nach Lübeck eingeladen worden. Fiedler und seine Freunde hatten den historischen Wasserweg genommen, auf dem vor Jahrhunderten Salz aus Lüneburg an die Ostsee gebracht wurde, das von dort aus etwa ins Baltikum verkauft wurde. Auf dem Rückweg machten die Segler Station an der Bergedorfer Hafenmeile, einem Treffen historischer Schiffe.

Vielleicht müssen die Lüneburger schon bald wieder auf den vertrauten Anblick im alten Hafen verzichten. Denn der Ewer braucht nach seinem ungewohnt langen Ausflug Pflege. Fiedler sagt: „Wir wollen den Motor überholen.“

Aber erst einmal gönnten sich die Männer gestern Abend bei ihrem Stammtisch im Schallander am Stint ein Bier auf die gelungene Fahrt, über die es noch eine Menge zu erzählen gab.