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Jens-Michael Seegers und Ina Heise vom kreiseigenen Betrieb Straßenbau und -unterhaltung sehen sich die Schäden der Brücke an der K1 über die Neetze in Barum an. Im kommenden Jahr sollen sie ausgebessert werden. Foto: t&w
Jens-Michael Seegers und Ina Heise vom kreiseigenen Betrieb Straßenbau und -unterhaltung sehen sich die Schäden der Brücke an der K1 über die Neetze in Barum an. Im kommenden Jahr sollen sie ausgebessert werden. Foto: t&w

Millionen für marode Brücken

emi Lüneburg. Die Fahrbahn ist rissig und an manchen Stellen so stark eingesackt, dass die Brücke einen Schlag erhält, wenn Fahrzeuge auf sie auffahren: Das Bauwerk über die Neetze an der Kreisstraße 1 in Barum ist sanierungsbedürftig. Im kommenden Jahr soll die Brücke für voraussichtlich 170000 Euro einen neuen Schliff bekommen. Welche weiteren Sanierungsmaßnahmen bis zum Jahr 2023 geplant sind, stellte Ina Heise vom kreiseigenen Betrieb Straßenbau und -unterhaltung (SBU) jetzt in der jüngsten Sitzung des Betriebs- und Straßenbauausschusses des Landkreises Lüneburg vor. Das rund 2,6 Millionen schwere Sanierungskonzept soll auch dazu dienen, eventuelle Bundes- und Landesmittel einzuwerben.

Die Aufstellung des Mehrjahresprogrammes zur Brückensanierung, analog zur Schulbausanierung, hatte die rot-grüne Mehrheitsgruppe in einem Antrag gefordert und sich damit durchgesetzt. Die CDU hatte die Prioritätenliste dagegen als überflüssig bezeichnet. Das Sanierungskonzept ist vom SBU auf Grundlage der Brückenhauptprüfungsergebnisse und jährlichen Besichtigungen erstellt worden und beruht auf dem aktuellen Zustand der Brücken. Akuten Handlungsbedarf gebe es derzeit zwar nicht, sagte Heise, aber das könne sich ändern: „Prioritäten können verschoben werden und neue Maßnahmen dazukommen.“

Zunächst gab die SBU-Mitarbeiterin einen Überblick über die diesjährigen Maßnahmen. Demnach sind in diesem Jahr unter anderem eine Instandsetzung der Brücke über den Neetzekanal an der Kreisstraße K12 bei St. Dionys, der Brücke an der K1 in Barum über den Schöpfwerkskanal sowie ein Ersatzneubau der Brücke über die Neetze zwischen Scharnebeck und Echem geplant.

Für das Jahr 2015 ist zuerst die Sanierung der Brücke in Barum vorgesehen. Danach folgt die Sanierung des Radwegtunnels in Bardowick für 50000 Euro: Dort sollen der Asphalt saniert, die Beleuchtung sowie die Entwässerungspumpe erneuert werden.

Ein teures Jahr steht dem Landkreis 2016 bevor: Für insgesamt 440000 Euro soll dann die Bahnbrücke K37 in Deutsch Evern instand gesetzt werden: Fugenschäden, Fahrbahnrisse und Schäden im Beton müssen repariert, die Lager sowie der gesamte Überbau saniert werden. Zusätzlich stehen zwei vorbereitende Instandsetzungskonzepte für je 10000 Euro an.

Die Brücken werden laut Heise regelmäßig darauf überprüft , ob sie den Anforderungen der Sicherheit und den Regeln der Technik entsprechen. Alle drei Jahre findet eine einfache Prüfung statt, in jedem sechsten Jahr die Hauptprüfung: Dabei tastet ein externer Prüfer das Bauwerk ab, erfasst, dokumentiert und bewertet mit speziellen Messgeräten unter anderem Hohlstellen und Rissbreiten. Die Werte werden in ein Programm eingegeben, das am Ende eine Note auswirft. Fällt sie schlechter aus als 2,5, muss saniert werden. Dazu kommen Prüfungen aus besonderem Anlass, zum Beispiel bei größeren Hochwassern oder schweren Verkehrsunfällen.

Der SBU ist für 56 eigene und sechs Fremdbrücken im Kreis Lüneburg zuständig.