Mittwoch , 28. September 2016
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Wie das ehemalige Postgelände aus Sicht der Grünen entwickelt werden könnte, das stellen Susanne Puschmann und Andreas Meihsies bei einer Info-Veranstaltung vor. Foto: t&w
Wie das ehemalige Postgelände aus Sicht der Grünen entwickelt werden könnte, das stellen Susanne Puschmann und Andreas Meihsies bei einer Info-Veranstaltung vor. Foto: t&w

Die grüne Alternative

as Lüneburg. Die Zukunft des ehemaligen Postgeländes hängt noch in der Schwebe. Zwar gibt es einen Bebauungsplan-Entwurf, wonach dort Investoren Neubauten für einen Frischemarkt und einen Discounter planen. Doch der sorgte bei Bürgern und Umweltverbänden für Kritik. Die rot-grüne Mehrheitsgruppe schlug deshalb Ende April vor, die Planungen noch einmal zu überdenken und benachbarte Flächen mit einzubeziehen. Nun geht die grüne Stadtratsfraktion nach vorne und legt einen Alternativvorschlag auf den Tisch. Den wollen Fraktionschef Andreas Meihsies und Susanne Puschmann zusammen mit Ralf Gros, Arbeitskreis Lüneburger Altstadt, bei einer Info-Veranstaltung am kommenden Montag, 23. Juni, 19.30 Uhr im Salzmuseum präsentieren. ,,Gleichzeitig möchten wir den Dialog mit den Bürgern zur Entwicklung des Postgeländes eröffnen und für mehr Transparenz bei politischen Entscheidungen sorgen“, sagen die beiden Grünen.

Nach den bisherigen Planungen sollen auf dem Postgelände ein Frischemarkt mit 3350 Quadratmetern Fläche sowie ein Discounter mit 1200 Quadratmetern entstehen. In den Frischemarkt möchte der Edeka-Markt, der noch auf dem Salinengelände angesiedelt ist, umziehen. Der Anfang 2014 ausgelegte Bebauungsplanentwurf hatte für viele Einwände gesorgt. Nicht nur die Größe der Neubauten wurde kritisiert, sondern auch die verkehrliche Erschließung sowie fehlende Ansätze für eine Wohnbebauung. Diese Einwände nehme man sehr ernst, erklärten Meihsies und SPD-Chef Heiko Dörbaum gemeinsam im April.

Susanne Puschmann, die bei den Grünen Sprecherin für Stadtentwicklung ist, und Meihsies machen nun deutlich: ,,Unserer Fraktion ist ein öffentlicher Dialog wichtig, der allen Bürgern ermöglicht, ihre Meinung einzubringen.“ Fakt sei, dass es unterschiedliche Interessen bei der Entwicklung des Areals gebe. Bei der Veranstaltung gehe es deshalb auch um die Frage, wie man alle auf einen Nenner bringen könne. ,,Ein Patentrezept haben wir auch nicht“, räumt Puschmann ein. Aber man erhoffe sich Aufschluss darüber, welche ,,Vorstellungen und Visionen die Bürger haben“. Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatte allerdings beim Ortstermin im April mit Dörbaum und Meihsies auf dem Postgelände klargestellt, dass auf dem Areal Gewerbe Bestandsschutz habe. Wenn der Rat ausschließlich auf Wohnungsbau bestehe, müsse die Stadt das Gelände kaufen. Doch in deren Kasse herrscht bekanntlich Ebbe.

Der Alternativvorschlag der Grünen sieht nun vor, dass ins bestehende Postgebäude, das erweitert werden soll, der Frischemarkt sowie Gewerbe einzieht. Zieht der Edeka-Markt vom Salinengelände um, sei die Möglichkeit der Erweiterung des Salzmuseums gegeben, so Puschmann. Um das Postgebäude könnten Parkplätze entstehen, zudem sieht der Grünen-Vorschlag eine Tiefgarage unter dem hinteren Teil des Postgebäudes vor.

Die Grünen setzen auch auf Wohnungsbau, ,,denn es besteht Bedarf und der Rat hat sich für Nachverdichtung in der Innenstadt ausgesprochen“, so Meihsies. Die Grünen möchten diesen zwischen Salzmuseum und Postgebäude ansiedeln. Auch in Richtung Weißer Turm sieht ihr Vorschlag Wohnen und Gewerbe vor. Der Neubau für einen Discounter fällt bei den Überlegungen unter den Tisch. Puschmann verweist auch auf die bestehende massive Versiegelung des Geländes. „Bei der Info-Veranstaltung möchten wir deshalb diskutieren, wie diese aufgebrochen und Grün erhalten sowie ausgeweitet werden kann.“

Der Alternativvorschlag sieht einen Grüngürtel von der Soltauer Straße übers Postgelände bis zum Lambertiplatz vor, in den Rad- und Fußwege integriert sind.

One comment

  1. Was mögen die „Grünen“ bloß als Nachtlektüre zu sich nehmen? Wilhelm Busch oder Grimms Märchen? Ich wüßte es gern, denn die Märchenhaften Vorstellungen der „Grünen“ müssen schließlich einen Ursprung oder Gedankenanstoß haben.

    Ein Frischemarkt im jetzigen Postgebäude (wo bleibt eigentlich noch eine Post in Lüneburg?). Schön verwinkelt und über mehrere Geschosse verteilt? Da werden sich die Rollator-Kunden freuen. Und davon leben nicht wenige in der näheren Umgebung. Zudem plant das DRK auf dem ehemaligen Gelände der Fa. Frido Anders eine Einrichtung für betreutes wohnen. Der Plan muß wohl gestrichen werden wenn stattdessen von der Soltauer Strasse bis zum Lambertiplatz ein Grüngürtel mit Fuß- und Fahrradwegen entstehen soll. Da könnten dann ältere Mitbürger vielleicht nett spazieren gehen, aber kaum noch wohnen. Naja und was Kosten betrifft: Eine Tiefgarage kann ja auch nicht so teuer sein.

    Das (noch) Postgelände ist für jede Planung ein sensibler Bereich. Es liegt genau zwischen den Wohnbereichen Am Weißen Turm und der Uelzener Strasse mit dem angrenzenden Roten Feld. Eigentlich passt hier nicht unbedingt eine Gewerbeansiedlung hin. Ein Supermarkt und eventuell Discounter macht angesichts der anliegenden Wohngebiete jedoch ggf. Sinn. Gerade für ältere Bewohnern. Doch was steht für die Stadtverwaltung in Persona Ulrich Mädge im Vorgergrund? Gewerbesteuereinnahmen oder Wohnqualität auch für ältere Bürger nahezu im Herzen der Stadt? Gewerbe gehört m.E. nicht auf dieses Gelände. Aber ebenso wenig eine Grünzeile quer durch das Gebiet.