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Auf Stellwänden trugen die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung Inklusion in unseren Schulen an der Adendorfer Schule Am Katzenberg Anregungen, Sorgen und Wünsche 
zusammen. Foto: t&w
Auf Stellwänden trugen die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung Inklusion in unseren Schulen an der Adendorfer Schule Am Katzenberg Anregungen, Sorgen und Wünsche zusammen. Foto: t&w

Lüneburg auf dem Weg

emi Adendorf/Lüneburg. In Grüppchen stehen die mehr als 60 Vertreter von Politik, Behörden und Schulen aus der Region an sechs Stationen um leere Stellwände herum. „Welche Argumente für das Gelingen von Inklusion sprechen die Öffentlichkeit an? Welchen Verbesserungsbedarf gibt es bei Räumen und Ausstattung? Wie gehen wir vor: Schwerpunkt-Schulen oder alle Schulen inklusionsgerecht?“, ist in bunter Schrift auf den weißen Blättern zu lesen. Zuerst etwas zögerlich, dann immer mutiger äußern die Beteiligten ihre Sorgen, Ideen und Wünsche zum Thema Inklusion. Alle zehn Minuten klingelt eine Glocke und die Gruppen wechseln zur nächsten Station. Die Anregungen der Beteiligten sollen später in ein Inklusionskonzept für die Schulen in der Region einfließen.

Am Donnerstag hat in der Mensa der Schule am Katzenberg in Adendorf die Auftaktveranstaltung für das Gemeinschaftsvorhaben von Stadt und Landkreis stattgefunden. Eingeladen hatte das Bildungs- und Integrationsbüro (Bib) Lüneburg, das den Prozess voraussichtlich über drei Jahre begleiten wird.

Im März dieses Jahres hatten die Teilnehmer eines bundesweiten Gipfels zur inklusiven Bildung die Länder in der Bonner Erklärung aufgefordert, unter anderem zusammen mit den Bürgern einen Aktionsplan für die Umsetzung der Inklusion zu entwickeln. „Das gehen wir jetzt an“, sagte Landrat Nahrstedt in seiner Begrüßungsrede. „Je mehr Menschen sich einbringen, desto besser.“

Die Inklusive Schule soll Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zu den niedersächsischen Schulen ermöglichen.

Die aktuellen Förderquoten in Stadt und Kreis Lüneburg stellte Martin Peters, Leiter des Bib Lüneburg, vor. Demnach beträgt der Anteil der Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, gemessen an der Gesamtschülerzahl in den ersten bis zehnten Klassen an öffentlichen Schulen, 3,8 Prozent (709 von 19616). Von diesen Kindern mit Unterstützungsbedarf lernen heute schon 40,6 Prozent (288 von 709) der Erst- bis Zehntklässler an Regelschulen  das entspricht fast dem Dreifachen des Landesdurchschnitts. Ziel des Konzeptes soll es sein, diese Inklusionsquote noch weiter zu erhöhen.

Nach der Auftaktveranstaltung wird das Bib mit Prof. Dr. Matthias von Saldern von der Leuphana Universität nun die gesammelten Anregungen auswerten. Im Juli werden Vertreter von Stadt, Kreis, Landesschulbehörde sowie Bildungs- und Integrationsbüro laut Peters zusammenkommen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Nach der Sommerpause sollen sich außerdem Fach-Arbeitsgruppen bilden, die sich mit Themen von pädagogischem Personal über Gebäudemanagement bis Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen.

Im Landkreis Lüneburg werden seit August des vergangenen Jahres bereits die Schülerinnen und Schüler in den ersten Klassen der Grundschulen und den fünften Klassen der weiterführenden Schulen inklusiv unterrichtet. In den fünften Klassen der weiterführenden Schulen in Trägerschaft des Landkreises sind es 30 Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf, die inklusiv unterrichtet werden. Das Gesetz zur Einführung der Inklusiven Schule gilt landesweit seit dem Schuljahr 2013/2014.