Dienstag , 27. September 2016
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Das Haus am Schulweg in Deutsch Evern entstand in Holzrahmenbauweise. Foto: nh
Das Haus am Schulweg in Deutsch Evern entstand in Holzrahmenbauweise. Foto: nh

Neue Formen der Baukultur erleben

rast Lüneburg. Was verbirgt sich hinter dem reizvollen Äußeren von Gebäuden? Zeigen die Bauherren und Architekten im Inneren ebenso viel Ideenreichtum? Die Fragen beantwortet mit Beispielen der Tag der Architektur am Sonntag, 29. Juni. Laut Architektenkammer Niedersachsen haben dann 118 Objekte in Niedersachsen und Bremen geöffnet, darunter drei in Lüneburg und ein Einfamilienhaus in Deutsch Evern. Die Besucher haben vor Ort die Chance, Fragen zur Planung und Realisierung der Bauten an die Architekten zu stellen.

Mit dem Tag der Architektur bietet die Architektenkammer Niedersachsen eine Plattform, neue Architektur zu erleben und zu begreifen „Wir wollen dabei keinen Unterschied machen zwischen Leuchtturmprojekten und Alltagsarchitektur“, macht Kammerpräsident Wolfgang Schneider deutlich. „Die Vielschichtigkeit der architektonischen Themen und der lokale Bezug sind die große Stärke des Tags der Architektur. Es ist ein Nebeneinander von großen Entwicklungs­perspektiven und kleinen, bewohnernahen Bauprojekten, von Landschafts- und Innenarchitektur und Stadtplanung, die Neugierde wecken und auch faszinieren.“

„Doch es geht auch darum“, so Schneider, „mit möglichst vielen Besuchern einen Diskussionsprozess über die Baukultur in unserem Land in Bewegung zu setzen. Architekten wollen für Menschen bauen. Sie brauchen den Austausch mit Menschen, auch um neue architektonische Perspektiven zu entwickeln.“ Der Tag der Architektur ist auch immer ein Indikator für aktuelle und zukünftige Entwicklungen, die das Planen und Bauen bestimmen. Der Umbau und die Aufwertung von Bestandsgebäuden sowie Themen wie Wohnen und Barrierefreiheit sind in diesem Jahr zahlreich im Programm vertreten. In Lüneburg und Deutsch Evern haben folgende Objekte geöffnet:

St.-Ursula-Schule/Musikschule, St.-Ursula-Straße 5-7: Treffpunkt für die Führungen ist um 11, 13 und 15 Uhr am Eingang zur Musikschule. Nach den Plänen von Tobias Kister (Architekten BDA Feldschnieders + Kister) entstand für 9,21 Millionen Euro der Komplex mit Grundschule, Musikschule und Sporthalle. Eigenständigkeit und doch Verbundenheit ist das Motto. Durch eine durchgehende Sockelzone sind die einzelnen Baukörper optisch verbunden. Die Musikschule mit ihrem Konzertsaal bildet den Kopf des Gebäude-Ensembles und bietet ein angemessenes Entrée. Direkt dahinter ragt die gläserne Sporthalle hervor. Rückgrat des Ensembles ist die Schule.

Kita St. Marien, Johannisstraße 36a: Treffpunkt für Führungen um 12 und 15 Uhr vor dem Eingang. Für 2,5 Millionen Euro Baukosten entstand nach den Plänen der Architekten Karsten Holst und Friederike Becker und dem Innenarchitekt Hanno Kempgens (alle Holst Becker PartG) auf einem weitläufigen Grundstück Raum für sechs Gruppen, angeordnet in zwei Gebäuderiegeln, die über einen offenen Spiel- und Flurbereich verbunden sind. Vielfältige Blick- und Raumbeziehungen werden durch die farbige Gestaltung der Innenräume und der Möbel sowie der großzügigen natürlichen Belichtung unterstützt.

Seniorengerechtes Wohnhaus, Triftweg 25 in Häcklingen: Treffpunkt für Führungen um 11, 12 und 13 Uhr an der Hauseinfahrt. Das eingeschossige und komplett barrierefrei von Bauherrin Marita Kirchner und den Architekten Matthias Meinheit und Adrian Batzik (batzik meinheit architekten) entwickelte Einfamilienhaus bietet optimale Bedingungen für das Wohnen in der zweiten Lebenshälfte. Haus und Nebenanlagen bieten eine Einheit. Jeder Wohnraum ist von mehreren Seiten natürlich belichtet. Baukosten: 260000 Euro.
Einfamilienhaus in Holzrahmenbauweise, Schulweg 8 in Deutsch Evern: Das Haupthaus greift mit seiner klassischen Giebeldachfigur die ortstypische Bauweise in zeitgemäßer Übersetzung auf. Flankiert wird der Baukörper durch zwei über Glasfugen getrennte eingeschossige Anbauten. Für den Bau des barrierefrei zugänglichen Hauses wurden ökologische und schadstoffarme Materialien verwendet. Die Bauherren sind Ines und Moritz Graf, die Architekten Johannes Jakubeit und Michael Rapp (q:arc Architektur/Design Jakubeit & Rapp GbR).