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Barums Ortsbrandmeister und Maurer Jürgen Lehmann versenkt die Zeitkapsel. Über den Bau freuen sich mit ihm (v.l.) Helmut Meier vom Bauamt, Gemeindebrandmeister Claus Fehrmann, Feuerwehrmann Lutz Lehmann, Gruppenführer Sven Burmester, Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann und der stellvertretende Ortsbrandmeister Sven Lehmann. Foto: dth
Barums Ortsbrandmeister und Maurer Jürgen Lehmann versenkt die Zeitkapsel. Über den Bau freuen sich mit ihm (v.l.) Helmut Meier vom Bauamt, Gemeindebrandmeister Claus Fehrmann, Feuerwehrmann Lutz Lehmann, Gruppenführer Sven Burmester, Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann und der stellvertretende Ortsbrandmeister Sven Lehmann. Foto: dth

Hier baut die Wehr noch selbst

dth Barum. Die Barumer Feuerwehr zelebrierte jetzt die Grundsteinlegung für den großen Anbau an ihr Gerätehaus. Das Barumer ist das erste auf einer Liste von sechs Feuerwehrgerätehäusern in der Samtgemeinde Bardowick, die bis zum Jahr 2030 modernisiert und erweitert werden sollen. So sieht es das Ausstattungskonzept für die Feuerwehren der Samtgemeinde Bardowick vor. 600000 Euro stehen für den Um- und Anbau in Barum im Haushalt bereit. Damit die Rechnung aufgeht, investieren viele ehrenamtliche Helfer Feierabende und Wochenenden, um einen guten Teil der Bauarbeiten in Eigenleistung zu erbringen, im Wert von zusätzlich 120000 Euro. Dass sie dabei zügig vorankommen, zeigte eindrücklich die symbolische Grundsteinlegung, bei der sich bereits das neue Dach über dem Bauplatz erstreckte. Eigentlich hätten die Barumer auch gleich das Richtfest zelebrieren können hätten sich damit aber um eine weitere Möglichkeit zum Feiern gebracht.

Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann sagt: „Durch die Eigenleistung, die bei Weitem nicht selbstverständlich ist, können wir unseren gesteckten Kostenrahmen einhalten.“ Und: „Vor diesem privaten Engagement kann man nur den Hut ziehen.“ Dass die ehrenamtlichen Brandschützer beim Bau des kommunalen Feuerwehrgerätehauses kräftig mit anpacken, hat auch in Barum schon Tradition: Die Barumer bauen dort an, wo ihre Vorgänger bereits 1975/76 ebenfalls mit viel Eigenleistung das heute alte Feuerwehrgerätehaus errichtet hatten. Doch das zehn mal 17 Meter große Gebäude mit einem rund 50 Quadratmeter großen Schulungsraum und zwei Fahrzeugboxen erfüllt längst nicht mehr die heutigen Anforderungen. Zur notwendigen räumlichen Grundausstattung gehören mittlerweile beispielsweise drei Stellplätze mit einer Tiefe von jeweils 12,50 Meter nsowie ein Schulungsraum von 80 bis 90 Quadratmetern sowie Küche, Büro, Werkstatt und Technikraum. Um auf den neuesten Stand zu kommen, packen die Barumer Helfer auch heute gerne mit an.

Dabei fällt die Barumer Ausführung sogar noch etwas größer aus. Sven Lehmann, stellvertretender Ortsbrandmeister, sagt: „Wir haben hier nachher insgesamt vier Stellplätze, drei für Einsatzfahrzeuge und einen für unseren Bootstrailer, um Zusatzaufgaben im Gewässerschutzzug der Kreisfeuerwehr wahrnehmen zu können.“ Der Anbau bringt in der Summe eine zusätzliche Nutzfläche von rund 700 Quadratmetern. Zudem wird der Altbau modernisiert und umgebaut.

Bardowicks Gemeindebrandmeister Claus Fehrmann sagt: „Wir wollen etwas Langfristiges schaffen, das auch den Herausforderungen der Zukunft gerecht wird. Dabei fragen wir nicht, was die Allgemeinheit für uns tun kann, sondern was wir selber tun können.“ Seit Februar haben rund 40 Barumer Helfer bereits mehr als 1000 Arbeitsstunden an Eigenleistung, vor allem Maurerarbeiten, eingebracht.

Auch bei den Bauarbeiten steht Barums Ortsbrandmeister Jürgen Lehmann in der ersten Reihe mit Mörtel und Maurerkelle. Er versenkte bei der Grundsteinlegung auch die Zeitkapsel, in der eine Ausgabe der Landeszeitung ihren Platz fand, mit dem Wunsch „dass das Gebäude verschont bleibt von Feuer, Wasser und Sturm“.