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Auf Teilflächen der Theodor-Körner-Kaserne würde die Stadt gerne Gewerbe und Sportflächen entwickeln. Doch der Bund wird die Flächen, die neben dem Flugplatz liegen, vor 2018 nicht freigeben. Foto: boldt
Auf Teilflächen der Theodor-Körner-Kaserne würde die Stadt gerne Gewerbe und Sportflächen entwickeln. Doch der Bund wird die Flächen, die neben dem Flugplatz liegen, vor 2018 nicht freigeben. Foto: boldt

Vor 2018 läuft nichts in Kaserne

as Lüneburg. Vor 2018 wird der Bund keine Flächen auf dem Gelände der Theodor-Körner-Kaserne (TKK) freigeben. Das hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge bei jüngsten Gesprächen mit dem Bund erfahren. Hoffnungen der Stadt, dass es zu einer früheren Freigabe kommen könnte, sind damit vorerst vom Tisch. ,,Wir haben uns aber verständigt, dass wir uns 2015 wieder zusammensetzen, auch mit Blick auf die Sportflächen“, erklärte Mädge gestern im Rat der Stadt. Bis dahin aber brauche sich keiner Gedanken zu machen über eine mögliche Nachnutzung. Lediglich was die Sportflächen angehe, arbeite man diesbezüglich mit dem LSK Hansa weiter.

Mädge reagierte damit auf eine Anfrage von Rot-Grün, die die Mehrheitsgruppe bereits im März in den Rat getragen hatte und die aufgrund langer Debatten immer wieder vertagt wurde. Bekanntlich braucht die Stadt zur Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Gewerbeflächen und hat zudem eine Sportnutzung im Blick. Im Mai hatte CDU-Politiker Eckhard Pols öffentlich gemacht, dass es eine Projektidee der Süderelbe AG gebe in Zusammenarbeit mit Investoren, wonach dort Unternehmen der Luftfahrtbranche angesiedelt werden könnten und der Flugplatz miteinbezogen werden sollte. Auch von einem Verkehrslandeplatz war die Rede. Mädge stellte damals klar, dass die Studie nicht im Auftrag der Stadt entstanden sei, erteilte dem Ganzen eine Abfuhr. Das machte er im Rat erneut deutlich. SPD-Chef Heiko Dörbaum hob trotzdem noch mal auf die Planspiele der Süderelbe AG ab, die die CDU inzwischen mit einem Prüfantrag befeuert hat (LZ berichtete). ,,Wir wollen keine Flugzeugtechnik-Betriebe, und eine Verschwenkung des Flugplatz würde in einen naturbelassenen Bereich gehen“, so Dörbaum. Es gebe einen einstimmgen Beschluss des Rates, dass auf freiwerdenden Flächen Sport und Gewerbe angesiedelt werden solle. Der Oberbürgermeister erkärte aber auch, der Kommandeur habe gesagt, dass man vorerst beide Sportplätze und die Halle brauche. ,,Ich hoffe aber, dass wir 2015 in die Diskussion kommen.“

Weitaus besser sieht es bei den Verhandlungen mit dem Bund über freiwerdende Flächen auf dem Gelände der ehemaligen Schlieffenkaserne aus, wo die Stadt im sogenannten Hanseviertel-Ost Wohnen und Gewerbe entwickeln möchte. ,,Die Kaufverhandlungen haben Anfang Mai begonnen“, erläuterte Stadtbaurätin Heike Gundermann zu einer Anfrage von Rot-Grün. Die Gruppe wollte auch wissen, wie es mit dem Städtebaulichen Wettbewerb im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanes steht. Laut Gundermann sind inzwischen drei Beratungsbüros aufgefordert, Angebote abzugeben. ,,Die Ergebnisse werden erwartet.“ Für die Entwicklung der Fläche und für die Aufgabenstellung müsse die Verwaltung aber noch verlässliche Angaben über den Gebäudebestand bekommen, Gespräche mit dem Bund laufen. Grundsätzlich gehe die Verwaltung davon aus, dass die Bearbeitung des Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes bis zu zwei Jahre betrage. Vorbereitung und Durchführung des Städtebaulichen Wettbewerbs würden zirka ein Jahr dauern. Frühestens Ende 2016 soll der Bebauungsplan stehen, dem der städtebauliche Wettbewerb zugrunde liegt. Gundermann erklärte auch, dass eine Nachnutzung von Gebäuden entlang der Bleckeder Landstraße eventuell bereits ab 2015 ohne B-Plan möglich werden könnte.

Rot-Grün freue sich, dass die Flächen vom Bund freigegeben werden, die man für den Geschossbau dringend benötige, sagte SPD-Chef Dörbaum. Susanne Puschmann (Grüne) wünscht sich eine nachhaltige Entwicklung, möglichst autofrei. Für Michèl Pauly (Linke) hat sozialer Wohnungsbau Vorfahrt. Regina Baumgarten (CDU) konterte: Tolle Ideen, „aber dazu müssen Sie jemanden finden, der Ihnen das auch hinsetzt“. Sozialer Wohnungsbau sei wichtig, aber auch eine Frage des Geldes, meinte Mädge. Dazu müssten Bund und Land auch eine entsprechende Förderung bereitstellen. Fürs Erste gehe es aber darum zu gucken, was man über den B-Plan und den Wettbewerb an der Stelle gestalten könne.

One comment

  1. „Susanne Puschmann (Grüne) wünscht sich eine nachhaltige Entwicklung, möglichst autofrei“.

    In welcher Welt lebt Frau Puschmann eigentlich? Stellt sie sich einen Sammelparkplatz ausserhalb des Wohngebietes vor? Ab da dann nur noch per Fahrrad oder Elektroauto vor die Haustür? Mit Einkauftüten und Getränkekisten eine Leichtigkeit. Oder sollen nur Fahrradfahrer ohne eigenes Auto dort eine Baugenehmigung oder einen Mietvertrag erhalten? Da kann man nur mit dem Kopf schütteln über so viel Weltfremdheit und Märchendenken. Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind! Das hat gefälligst am Haus zu stehen und nicht irgendwo weit weg.

    Ich will nicht behaupten dass es autofreie Wohngebiete irgendwann geben kann/wird. Denke ich an Science-fiction-Filme aus früheren Jahrzehnten, wurde vieles was man damals für unmöglich gehalten hat in diesen Filmen inzwischen alltäglich. Warum soll es dann in (ferner) Zukunft nicht eventuell rein elektrische Beförderungsmittel geben. Oder vielleicht beamen wir uns samt Einkauf von Ort zu Ort. Bestellte Kühlschränke und Möbel kommen per Fallschirm vor die Haustür und was weiß ich nicht noch alles. Aber gegenwärtig Frau Puschmann ist das leider nicht umsetzbar.