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Laubbläser kommen nicht nur wie auf dem Foto im Herbst zum Einsatz. Aktuell werden sie genutzt, um Flächen von Grasschnitt zu säubern. Foto: A/t&w
Laubbläser kommen nicht nur wie auf dem Foto im Herbst zum Einsatz. Aktuell werden sie genutzt, um Flächen von Grasschnitt zu säubern. Foto: A/t&w

Nervtötende Gartengeräte

rast Lüneburg. Die Gartensaison läuft, viele Lüneburger werden, sobald das Wetter wieder besser wird, Entspannung an der frischen Luft suchen. Doch manchmal wird das Idyll empflindlich getrübt, denn Gartenarbeit geht hin und wieder auf die Ohren, sei es wenn Rasen gemäht, Hecken oder Bäume beschnitten werden. Das geschieht in der Regel mit motorisierten Maschinen  und da hören Ruhe und Entspannung bei den Nachbarn auf. So wie jetzt bei Klaus Westedt. Er ärgerte sich jüngst über den ,,Höllenlärm eines Laubbläsers“, mit dem ein Mitarbeiter der städtischen Tochtergesellschaft Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) einen Rasenbereich und einen neu gepflasterten Weg an der Stöteroggestraße freigeblasen hatte: ,,Ich bekomme davon Kopfschmerzen. Der Arbeiter hat Ohrenschützer auf, ich nicht.“ Anlieger Westedt beschwerte sich beim Ordnungsamt, verwies darauf, dass es doch eine Verordnung gebe, die den Einsatz benzinbetriebener Laubbläser verbiete. Doch das ist nicht der Fall.

Laub liegt zwar nicht mehr rum, die AGL-Mitarbeiter greifen aber auch aktuell zu Laubbläsern, um größere Flächen zu reinigen, zum Beispiel von Grasschnitt oder auch Wildkräutern zu säubern. AGL-Geschäftsführer Lars Strehse erklärt: „Es ist richtig, dass wir an vielen Stellen in der Stadt Laubbläser und andere Geräte einsetzen, die Geräusche verursachen. Wir können darauf gar nicht verzichten, wenn wir unsere Arbeit erledigen wollen. Natürlich berücksichtigen wir dabei die geltenden Vorschriften. Außerhalb von bestimmten schutzwürdigen Gebieten, die im Bundesimmissionsschutzgesetz klar aufgeführt sind, dürften wir auch tagsüber durchgehend zum Beispiel mit Laubbläsern und anderen motorgetriebenen Geräten arbeiten.“ Als schutzwürdige Gebiete führt das Gesetz Wohn-, Kleinsiedlungs-, Erholungs-, Kur- und Klinikgebiete auf, in denen bestimmte Betriebszeiten gelten, wobei auch nicht nach dem Antrieb  beispielsweise per Benzin oder Elektro  unterschieden wird. Demnach können alle Geräte werktags von 7 bis 20 Uhr genutzt werden. Ausnahmen sind hier die Laubbläser, Laubsauger, Freischneider und Gras­trimmer, die werktags nur von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr eingesetzt werden dürfen. Ein komplettes Verbot gibt es für alle Geräte und Maschinen an Sonn- und Feiertagen.

Es gibt laut Lars Strehse allerdings auch grundsätzliche Ausnahmen: ,,Sie bestehen zum Beispiel für Arbeiten an Bundes- und Landesstraßen sowie an Schienenwegen. In den im Gesetz genannten schutzbedürftigen Gebieten sind dagegen morgens, mittags und abends Ruhezeiten einzuhalten, wobei es dabei auch auf das Ziel der Arbeiten ankommt. Geht es zum Beispiel akut um Verkehrssicherheit, Gefahrenabwehr oder auch um die Durchführung von Arbeiten, die im sonstigen öffentlichen Interesse liegen, ist dieses unter Umständen höher zu bewerten als die Lärmentwicklung in dem Moment.“ Strehse sagt allerdings: „Insgesamt haben wir zum Glück wenig Beschwerden deswegen, was ich auch als Zeichen dafür werte, dass wir uns erfolgreich bemühen, gute Arbeit zu leisten, ohne Anwohner über Gebühr zu strapazieren. Sollte es dennoch Probleme geben, so sprechen Sie unsere Mitarbeiter gerne an oder melden sich bei uns unter Tel. 856911.“