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Das Forschungsschiff Ludwig Prandtl ist die meiste Zeit im Auftrag des HZG Geesthacht auf Reisen. In der kommenden Woche ist es auf der Elbe unterwegs und lässt auch Besucher an Bord. Foto: nh
Das Forschungsschiff Ludwig Prandtl ist die meiste Zeit im Auftrag des HZG Geesthacht auf Reisen. In der kommenden Woche ist es auf der Elbe unterwegs und lässt auch Besucher an Bord. Foto: nh

Forschungsschiff legt an

pet Tespe. Wie können die norddeutschen Deiche am besten vor Sturmfluten geschützt werden? Wie reagiert das Wattenmeer auf Verschmutzungen durch Öl? Und wie breiten sich Schiffsabgase in Europa aus? Mit diesen Fragen und vielen mehr beschäftigen sich Wissenschaftler des Helmholtz-Zen­trums Geesthacht (HZG), wenn sie mit dem Forschungsschiff ,,Ludwig Prandtl“ unterwegs sind. Am Wochenende gibt es die seltene Chance, das Schiff und die Wissenschaftler einmal ganz aus der Nähe zu sehen: Am Sonntag von 13 bis 17 Uhr liegt die ,,Ludwig Prandtl“ in Tesperhude an der Seebrücke, kann dort kostenlos besichtigt werden.

Einblicke aus erster Hand in die Küsten- und Klimaforschung wollen die Wissenschaftler interessierten Besuchern geben. Einmal im Jahr tun sie das entlang der Nord- und Ostseeküste in diesem Jahr ist die Elbe an der Reihe. Besucher können den Forschern an Bord über die Schulter sehen, selbst Messungen durchführen oder erfahren, auf welche Weise Informationen und Daten gesammelt werden. Das Motto der Tour lautet: „Forschung vor Anker“.

Die Auswirkungen der ständig steigenden Mengen an Schiffsabgasen über der Nordsee sind etwa Thema für Dr. Volker Matthias vom Helmholtz-Zentrum. Er hat herausgefunden, dass 20 bis 30 Prozent der Schwefel- und Stickoxidkonzentrationen in der Nordseeluft auf die Schifffahrt zurückzuführen sind der Grund: Die Motoren der meisten Schiffe werden mit schwefelreichem Schweröl angetrieben. Und: ,,Das Thema Luftverschmutzung durch Schiffe betrifft nicht nur die direkte Küstenregion“, sagt Matthias. Die Schiffsabgase werden durch Winde verdriftet und reagieren dann mit Gasen aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr.

Das Forschungsschiff ,,Ludwig Prandtl“ lief 1983 in Hamburg vom Stapel, ist speziell für den Einsatz in Flachwasserbereichen, etwa Flussmündungen, Wattenmeergebieten oder Boddengewässern, gebaut worden. Die Messeinsätze des Forschungsschiffs dienen insbesondere dazu, neue Messsysteme für die Analyse von Küstengewässern zu erproben, Wasser- und Sedimentproben zu entnehmen sowie zuverlässige Daten zur Wasserqualität zu erfassen.

Zwischen dem 7. und dem 10. Juli legt die ,,Ludwig Prandtl“ auch noch in Stade, Balje und Glückstadt an, zum Abschluss in Hamburg: Am Freitag, 11. Juli, 14 bis 19 Uhr, sowie am Sonnabend, 12. Juli, 13 bis 18 Uhr, ist sie dort im Sandtorhafen zu besichtigen.

Weitere Informationen zur Tour ,,Forschung vor Anker“ finden Interessierte im Internet unter www.hzg.de (dann: Veranstaltungen).