Donnerstag , 29. September 2016
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Die Bahn hat insgesamt sechs Alternativen zur geplanten Y-Trasse untersucht. Eine davon ist die Neubaustrecke von Ashausen nach Suderburg. Der mögliche Untersuchungsraum für eine Trasse (schwarz gestrichelt) führt auch durch die Samtgemeinden Gellersen und Amelinghausen. Vom Güterverkehr entlastet werden könnte so die bestehende Bahnlinie Hamburg-Hannover (schwarz). Grafik: grewe
Die Bahn hat insgesamt sechs Alternativen zur geplanten Y-Trasse untersucht. Eine davon ist die Neubaustrecke von Ashausen nach Suderburg. Der mögliche Untersuchungsraum für eine Trasse (schwarz gestrichelt) führt auch durch die Samtgemeinden Gellersen und Amelinghausen. Vom Güterverkehr entlastet werden könnte so die bestehende Bahnlinie Hamburg-Hannover (schwarz). Grafik: grewe

Quer durch den Westkreis

dth Winsen/Lüneburg. Die Charmeoffensive der Deutschen Bahn in Sachen Y-Trasse hat offenbar im Nachbarkreis Harburg die Wirkung verfehlt. „Ich erwarte von der Deutschen Bahn AG, dem Land Niedersachsen und dem Bund, dass wir als unmittelbar betroffener Landkreis in alle Planungsschritte der Alternativprüfungen direkt eingebunden werden. Wir wollen auf der praktischen Arbeitsebene für unsere Region mitplanen und mitentscheiden, statt nur in Dialogveranstaltungen über die laufenden Planungen informiert zu werden“, wettert Harburgs Erster Kreisrat und designierter Landrat Rainer Rempe. Und auch die Dialogveranstaltungen haben viele Fragen offen gelassen.

Am Montag hat Rempe die Möglichkeit, auch seine Kritik Bahnchef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt persönlich mitzuteilen, wenn sie anlässlich einer Feierstunde in Maschen sind. In Lüneburg steht die öffentliche Dialogveranstaltung, DB-intern als „Roadshow“ bezeichnet, am Freitag, 11. Juli, ab 14.30 Uhr in der Lüneburger Ritterakademie an.

Auch Rempe hatte bei der jüngsten Dialogveranstaltung in Brackel im Kreis Harburg teilgenommen, bei der die Deutsche Bahn die verschiedenen Alternativen zur Y-Trasse zur Bewältigung des Güterverkehrs vor allem aus dem Hamburger Hafen vorgestellt hatte. Für manches Kopfschütteln unter den rund 80 Zuhörern sorgte allerdings das zusätzlich zum Vortrag zur Verfügung gestellte Kartenmaterial.

Zwar für jedermann einsehbar lagen dort drei dicke Aktenordner mit gedruckten Satellitenbildern der möglichen Korridore der verschiedenen Trassen, die vor allem für den Güterverkehr vorgesehen sind. Das Problem war nur, die Abbildungen waren so kleinteilig, und der Maßstab derart gewählt, dass rechts und links der Trassenskizze hauptsächlich Wälder und Felder zu sehen waren, kaum Ortslagen, kaum Orientierungspunkte. Ein Schelm, der Böses denkt. Doch jetzt hat die Bahn nachgeliefert, hat kürzlich die Machbarkeitsstudie online gestellt. Dort finden sich auch sogenannte Isophonendarstellungen. Die zeigen jeweils die verschiedenen Trassenvarianten unter dem Gesichtspunkt des Lärmschutzes. Sie machen deutlicher als bisher, welche Kommunen näher betroffen wären.

Der Landkreis Lüneburg wäre besonders von der Trassenführung Ashausen-Suderburg betroffen. Die angedachte Neubaustrecke verliefe nach der Darstellung unter anderem zwischen Westergellersen und Kirchgellersen in Richtung Südosten westlich vorbei an Südergellersen, Oerzen und Embsen sowie zwischen Betzendorf und Barnstedt weiter in Richtung Suderburg. Die Variante Ashausen-Unterlüß verliefe nach der Darstellung etwa westlich von Westergellersen und östlich von Wetzen und weiter in Richtung Süden zwischen Amelinghausen und Betzendorf vorbei.

Zu finden ist die Machbarkeitsstudie mit den zerteilten Kartendarstellungen online unter http://korridor-hbh.die-bahn-baut-im-norden.de/ .

Zu den im Internet abrufbaren Karten erklärt die Deutsche Bahn AG: „Die dargestellten Verläufe stellen keine festgelegte Trassenführung dar, sondern dienen nur als gedachter Korridor zur Ermittlung der theoretischen Machbarkeit und der Betroffenheiten sowie Auswirkungen auf Mensch, Flora und Fauna.“

Dobrindt und Grube sind übrigens am kommenden Montag in Maschen, um den Abschluss der Modernisierungsarbeiten an der sogenannten Zugbildungsanlage für 230 Millionen Euro zu feiern. Mit dem Bau neuer Gleisanlagen und Steuerungstechnik seit Ende 2009 sollen die Abläufe auf dem Rangierbahnhof effizienter gestaltet werden. Der Rangierbahnhof Maschen ist eine wichtige Drehscheibe im Seehafenhinterlandverkehr.

5 Kommentare

  1. ….voll durch die Idylle, voll duch Glüsingen. Da zieht man dorthin, um weit weg jeglicher Zivilisation zu sein, und dann das. Machen wir uns nichts vor, Güterverkehr und Lärmschutz schließen sich aus, die Ortsrandlagen in Betzendorf und Barnstedt werden unbewohnbar, wenn die Trasse hier verläuft…

  2. Wenn wir etwas für die Lüneburger Heide tun wollen, dann müssen wir einen Schulterschluss für genau diese Variante erreichen. Als einzige bietet sie die Chance, dass die Region überhaupt etwas von der geplanten Strecke hat: die tourismusförderliche und wirtschaftsdienliche Anbindung von Uelzen! In allen anderen Varianten gäbe es doch nur Nachteile und viel Lärm direkt in den Ortschaften und Städten. Dann doch lieber diese Variante mit vernünftigem Lärmschutz, Grünbrücken usw. und vor allem einer guten Anbindung der Lüneburger Heide über Uelzen!

  3. Herzlichen Dank, lieber Optimist. Als einer der Anwohner, der direkt 500m von der geplanten Bahntrasse quer durch die Lüneburger Heide entfernt wohnt, wäre ich natürlich begeistert von Ihrem Vorschlag.
    Das Problem für mich ist nur: ich habe meine Alterssicherung in unser Haus gesteckt (das schlagartig und drastisch an Marktwert verlieren wird und damit mein Altersarmutsrisiko signifikant steigen lässt), dem Wunsch folgend, aus der lärmenden, dreckigen Metropole Hamburg entfliehen und in der Lüneburger Heide Ruhe und Erholung finden zu können. Jetzt aber wird die Bahntrasse quer durch unsere Gemeinde geplant, zwei Orte liegen rechts, zwei Orte links von der Strecke, alle innerhalb der kritischen Isophongrenzen !

    Warum eigentlich neue Flächen versiegeln, wenn es schon eine Strecke gibt, an der die Bewohner wegen „Bestandsschutzes“ schon heute unzureichend vor dem emittierten Lärm geschützt sind ? Warum diesen nicht die Chance geben, durch den Ausbau der vorhandenen Trasse zu einem adäquaten Lärmscnutz zu kommen ?

    Übrigens ist die Heide schon heute hervorragend an Hamburg angeschlossen. Die neue Trasse wird das eher verschlechtern.

  4. Bürgerinitiative ist in Arbeit zum Wochenende
    http://www.keine-trasse-durch-gellersen.de

  5. Wenn man die Trassenführung gut legt, dann kann man schon die Strecke so planen, dass die Bürger fast vom Lärm verschont bleiben. Da aber der BUND und NABU eine menschenschonende Trassenplanung verhindern werden, sollte man sich rechtzeitig um ein neues zu Hause kümmern. Die Anwohner der A26 zwischen Stade und Hamburg können sich bei dem Wachtelkönig bedanken. Die neu gegründeten BI´s sollten prüfen mit wem man sich als Verbündeten einlassen sollte. Die Naturschutzorganisationen haben kein wirkliches Interesse Menschen zu schützen, wenn bedrohte Tier- und Pflanzenarten im Spiel sind. Außerdem sind wir alle Steuerzahler und unser Geld sollte nicht für Gutachten und Gerichtsprozesse ausgeben werden.