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An der B 209 zwischen Häcklingen und Melbeck stehen bereits vier Windkraftanlagen, fünf weitere sollen noch hinzu kommen, wenn es nach den Plänen eines Windpark-Betreibers geht. Foto: t&w
An der B 209 zwischen Häcklingen und Melbeck stehen bereits vier Windkraftanlagen, fünf weitere sollen noch hinzu kommen, wenn es nach den Plänen eines Windpark-Betreibers geht. Foto: t&w

Fünf neue Riesen am Stadtrand

us Lüneburg. Windkraftanlagen mit Höhen bis zu 200 Metern sollen künftig zwischen Lüneburg und Melbeck in den Himmel ragen, das jedenfalls sehen Pläne der Bürgerwindpark Häcklingen-Melbeck Projektentwicklungsgesellschaft mbh & Co. KG vor. Entstehen sollen die Anlagen auf einem Gelände, das vom Landkreis Lüneburg als Vorranggebiet „Melbeck/Häcklingen“ für die Errichtung von Windkraftanlagen vorgesehen ist.

Auf dem rund 103 Hektar großen Gelände sollen insgesamt fünf Windkraftanlagen errichtet werden. Bei Rotordurchmessern zwischen 115 und 122 Metern sollen die geplanten Anlagen Gesamthöhen zwischen 190 und 200 Metern erreichen. Die Fläche befindet sich zwischen den Ortsteilen Häcklingen und Melbeck, südlich der Bundesstraße 209 und westlich der Bundesstraße 4, und berührt die Gebiete der Hansestadt Lüneburg und der Samtgemeinde Ilmenau. Sie wird von einer Hochspannungs- und einer Mittelspannungsleitung durchschnitten. Im südwestlichen Bereich befinden sich bereits vier im Jahr 2003 errichtete Windkraftanlagen, zwei davon außerhalb des Vorranggebietes.

Die Projektentwicklungsgesellschaft, ein Zusammenschluss von Grundstückseigentümern und Landwirten aus Häcklingen, Melbeck und Rettmer, plant auf der Fläche die Einrichtung eines sogenannten Bürgerwindparks. Ziel ist es, Bürgern der Hansestadt Lüneburg und der Samtgemeinde Ilmenau die Möglichkeit zu bieten, sich an der Finanzierung des Bürgerwindparks zu beteiligen. Auch eine finanzielle Beteiligung der Avacon AG mit zehn Prozent des erforderlichen Eigenkapitals ist geplant.

Ob und wann es zu der Einrichtung des Bürgerwindparks kommt, hängt nicht zuletzt auch davon ab, ob die dafür vorgesehene Vorrangfläche wie geplant beschlossen wird. Denn das Gelände gehört zu den insgesamt acht Vorranggebieten, die der Landkreis Lüneburg im Rahmen der Überarbeitung des Regionalen Raumordnungsprogramms im Landkreis bislang lediglich vorgesehen hat, ein entsprechender Beschluss aber steht noch aus. Grund sind mehrfache Überarbeitungen der Pläne aufgrund von Einwendungen und Stellungnahmen von Einwendungsberechtigten und von Trägern öffentlicher Belange. Die Pläne für die Vorranggebiete waren zuletzt im Mai dieses Jahres öffentlich ausgelegt worden, derzeit laufen die Arbeiten für die Bewertung und Erörterung der Ergebnisse aus dieser Auslegung. Nach aktueller Planung sind mit den acht Vorranggebieten insgesamt rund 780 Hektar Fläche für Windkraftanlagen ausgewiesen, rund 0,6 Prozent der Gesamtfläche der Landkreises. Wann mit einem Abschluss des Verfahrens zu rechnen sei, könne derzeit noch nicht gesagt werden, teilte Katrin Holzmann, Pressesprecherin des Landkreises, mit.

Das Projekt soll in der gemeinsamen Sitzung der Umweltausschüsse von Stadt und Kreis am 9. Juli durch einen Vertreter der BVNON Dienstleistungs- und Projektentwicklungs GmbH, einem Tochterunternehmen des Bauernverbands Nordostniedersachsen (BVNON), detailliert vorgestellt werden. Die BVNON wurde von der Bürgerwindpark Projektentwicklungsgesellschaft mit der Organisation und Durchführung der Arbeiten für die Errichtung des Bürgerwindparks beauftragt.

6 Kommentare

  1. Wir werden sicher bald von einer BI lesen und hören, die den Bau dieser neuen Windkraftanlagen verhindern will.

  2. Sicher, liebe Heidi. Und bestimmt wohnen Sie in einem Bereich, der nicht betroffen ist. Da ist es kein Ruhmesblatt, einen solch zynischen Kommentar zu verfassen !

    • Sie irren „Ketteler“. Auch in meiner Nähe stehen Windkraftanlagen. Entweder wollen wir uns von Atomstrom und fossilen Brennstoffen unabhängiger machen, oder wir wollen keine Windkraft- und Solaranlagen. Eines geht nur. Und Windkraftanlagen machen in unserer Region nunmal mehr Sinn als Solaranlagen. Und was meinen Kommentar betrifft, so habe ich ihn auch deshalb verfasst, weil es offenbar „in“ ist gegen alles zu sein.

  3. Dann, „Heidi“, wenn ich dem glauben darf, nehme ich alles zurück. Das Sankt-Florian-Prinzip ( Heiliger Sankt Florian / Verschon‘ mein Haus / Zünd‘ and’re an!) mag verwerflich sein, menschlich ist es dennoch. Die bestehenden Windkraftanlagen und erst recht die geplanten stellen unzweifelhaft eine optische Beeinträchtigung dar (alle anderen Begleitumstände kann ich nicht einschätzen). Und es ist schon berechtigt zu fragen, ob für die Melbecker und Häcklinger hier nicht schon mit den alten Anlagen eine Grenze erreicht ist…
    Allerdings kann ich Ihnen mit der Einschätzung zur Photovoltaik nicht folgen. Die Preise sind dermaßen gefallen, dass man sich für unter 10 000 Euro eine Anlage zulegen kann, die locker den Eigenbedarf einer vierköpfigen Familie deckt – auch in diesen Breiten. Fehlen nur noch sichere, langlebige und in der Herstellung umweltfreundliche Stromspeicher, dann kann jeder Dachbesitzer sein Schicksal auf diesem Gebiet in die Hand nehmen. Aber was tun die Leute ? Kaufen sich fette Autos und jetten auf die Malediven…. Dann haben sie auch eine Windkraftanlage in Sichtweite verdient.

    • Danke für die sachliche Antwort „Ketteler“. Ob die Windkraftanlagen eine optische Beeinträchtigung darstellen, liegt m.E. im Auge des Betrachters. Wenn ich wie bei dem jetzigen Wetter die Zeit habe mich in den Garten zu setzen, finde ich den Anblick der Windräder nicht störend. Ich schaue gerne zu wie sich die großen Flügel friedlich und meist gemächlich im Wind drehen. Es strahlt für mich Ruhe aus. Der Anblick ist mir allemal lieber, als auf ein Kernkraftwerk oder ein Braunkohlekraftwerk sehen zu müssen. Das würde weder Friedlichkeit, noch Ruhe auf mich ausstrahlen.
      Was die Photovoltaik betrifft, stimme ich ihnen grundsätzlich zu. Ich habe aber nicht von den Anschaffungskosten geschrieben und auch nicht die Versorgung eines privaten Haushaltes gemeint. Das Ziel der Energiewende ist die gesamte Bevölkerung (und natürlich auch die Wirtschaft) mit regenerativer Energie zu versorgen. Somit spielt auch der Kosten/Nutzen Effekt eine Rolle. Und da ist die Errichtung von großen Solar-, bzw. Photovoltaikanlagen in Regionen sinnvoller, die deutlich mehr Sonnentage haben als wir im Norden der Republik. Den Umkehrschluss muß ich sicher nicht erklären. Den sehen wir ja täglich.

      Völlig richtig weisen Sie auch auf das größte Problem der Energiewende hin. Die fehlenden sicheren, langlebigen und in der Herstellung umweltfreundlichen Speicher. Ich möchte das noch ergänzen, dass sie auch finanzierbar/bezahlbar sein müssen. Und an diesem Punkt fürchte ich, dass diese Speicher noch über Jahre sehr kostspielig sein werden, weil man sich praktisch immernoch in der Entwicklungs- wenn nicht sogar in der Forschungsphase befindet (siehe auch Probleme mit Elektroautos). Bekanntlich sind alle neuen innovativen Erzeugnisse anfangs über Jahre relativ teuer. Erst die zunehmende Massenproduktions und nachlassende Nachfrage, bzw. Sättigung des Marktes, lassen dann die Preise sinken. So könnte also das Problem z.B. darin bestehen, dass die (von Ihnen gewünschten und erhofften) Speicher mehr kosten, als die Photovoltaikanlage selbst.

      Ich weiß. Meine Antwort wird ungewöhnlich länger als meine Kommentare sonst. In der Kürze liegt eigentlich bekanntlich die Würze. Doch kurz noch zu ihrer Anmerkung zum gesellschaftlichen Verhalten. – Wir leben in einer Konsumgesellschaft und davon lebt die Wirtschaftschaft. Also werden immer neue Anreize geschaffen nach dem Motto: Das müssen sie haben, da müssen sie hin. Und die Masse glaubt es, bzw. fällt darauf rein, weil sie keine anderen Werte im Leben kennt.

      Abschließend jedoch zurück zum Thema. Die Energiewende wurde quasi über Nacht verkündet und es wurde (wird noch) versucht, sie mit der Brechstange durchzusetzen. Dabei wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Schon jetzt wird viel mehr regenerative Energie produziert, als verbraucht. Warum? Sie haben es teils erwähnt. Es fehlenden die beschriebenen Speicher und vorallem Stromtrassen. Ach! Da haben wir das nächste Problem. Eine solche Stromtrasse will auch keiner in seiner Nähe haben. Wichtig ist nur Strom im Haus zu haben. Anmerkungen zur politischen Umsetzung und den massiven Fehlern dieser erspare ich mir.

      • …, unser Austausch der gängigsten Allerweltsplattitüden zum Thema Energiewende hat nun eine Länge erreicht, die mir zum Einschlafen vollauf genügt. Schon gestern konnte ich auf eine halbe Vivinox reduzieren. Doch als ich Ihren letzten Text las, fuhr die Müdigkeit wie Blei in meine Glieder. Wir sollten uns den Dialog als Narkotikum patentieren lassen. Schon beim Drandenken werde ich heute Abend bestimmt einschlummern wie ein Baby! Ich danke Ihnen für Ihre Mitarbeit.