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Die Grafik zeigt, wie viel Kilogramm Müll die Verbraucher 2013 in Stadt (rot) und Landkreis (blau) pro Kopf produziert haben. Grafik: hm
Die Grafik zeigt, wie viel Kilogramm Müll die Verbraucher 2013 in Stadt (rot) und Landkreis (blau) pro Kopf produziert haben. Grafik: hm

Biotonne wird zur Pflicht

ml Lüneburg. Alle fünf Jahre kommt das Abfallwirtschaftskonzept von Stadt und Landkreis Lüneburg auf den Prüfstand. Das schreibt der Gesetzgeber vor. „Und das ist auch gut so, denn es gibt immer etwas zu verbessern“, sagt Erich Tegtmeyer, Bereichsleiter Technik beim kommunalen Entsorger GfA. Deshalb müssen sich die Haushalte vor allem außerhalb der Stadt Lüneburg auf Änderungen einstellen. Unter anderem wird es weniger Sperrmülltermine geben und die Biotonne verpflichtend.

Ende des vergangenen Jahres ist das Abfallwirtschaftskonzept ausgelaufen. Bereits im Sommer hatte die Kreisverwaltung ein Ingenieurbüro mit der Fortschreibung beauftragt. In der Folge nahmen die Experten Organisation und Struktur der Müllabfuhr und -entsorgung in Stadt und Kreis unter die Lupe. „Mit dem Ziel, die Abläufe ökonomisch, aber auch ökologisch zu optimieren“, sagt Tegtmeyer. Die schon öfter diskutierte Zusammenlegung der getrennten Entsorgungsgebiete Stadt und Landkreis war jedoch nicht Gegenstand der Untersuchung.

Doch die externen Berater hatten nicht nur Ökonomie und Ökologie im Blick, sondern auch die Gesetzeslage: So wird die Einführung der Biotonne verpflichtend, weil dies im Kreislaufwirtschaftgesetzt gefordert wird  und zwar zum 1. Januar 2015. Ein Blick auf die Abfallbilanz 2013 macht die Diskrepanz zwischen beiden Entsorgungsgebieten deutlich: Fielen in der Stadt Lüneburg pro Kopf rund 103,5 Kilogramm Bioabfall im Jahr an, waren es im Landkreis nur 26,5. Ein Grund ist die hohe Zahl an Kompostanlagen, die in den Gärten im Landkreis zu finden sind. „Und daran wollen wir auch nichts ändern“, sagt Tegtmeyer. „Ausnahmen für Selbstkompostierer lässt das Gesetz ausdrücklich zu.“ Es sei Unsinn „ein System aufzubauen, wenn ich keins brauche“.

Reduziert werden künftig die Termine für Sperrmüll und Grünabfälle. Während der Sperrmüll in der Stadt bereits nur noch alle zwei Monate eingesammelt wird, ist die GfA im Kreisgebiet noch monatlich unterwegs. Das soll sich ändern, auch in der Fläche die Zahl der Abfuhrtermine auf sechs gesenkt, der Rhythmus damit auf zweimonatlich umgestellt werden. „Die Müllmenge wird dadurch nicht sinken, aber die Zahl der gefahrenen Kilometer unserer Fahrzeuge“, erklärt Tegtmeyer. Ökonomisch und ökologisch für den Bereichtsleiter ein sinnvoller Schritt, „denn das bisherige komfortable System bleibt erhalten“. Aus den gleichen Gründen sammelt der Entsorger Grünabfälle nur noch 18- statt 22-mal im Jahr ein. Dies gilt für Stadt und Landkreis.

Effizienter werden will die GfA auch bei der Erfassung kleiner Elektrogeräte: Derzeit wird an einem Konzept gefeilt, bei dem der Handel vor Ort eingebunden wird  ähnlich wie bei der Sammlung alter Batterien in zahlreichen Geschäften. „So landen hoffentlich weniger Elektrorasierer und Küchengeräte im Hausmüll“, hofft Tegtmeyer.

Vorgestellt wird das Abfallwirtschaftskonzept am Mittwoch, 9. Juli, bei einer gemeinsamen Sitzung der Umweltausschüsse von Stadt und Landkreis.

Beginn ist um 15 Uhr in der Kreisverwaltung, Auf dem Micheliskloster 4. Bis das Konzept inkraft tritt werden jedoch noch einige Monate vergehen. Denn Änderungen müssen noch eingearbeitet, betroffene Behörden und Verbände beteiligt werden. Am Ende muss der Verwaltungsrat des Entsorgers GfA das Abfallwirtschaftskonzept beschließen.

2 Kommentare

  1. Gut für die Umwelt und schlecht für die Müllwerker. Dadurch das die Abfuhrtermine reduziert werden, werden auch die Arbeitsplätze reduziert. Und bei dann doppelter Sperrmüllmenge an den nur noch 6 Abfuhrtagen werden die Angestellten überlastet, was dann zu krankheitsbedingten Ausfällen führt. Das führt dann wieder dazu, das die Müllwerker noch mehr schuften müssen, weil zu wenig Müllwerker vorhanden sind. Und das sind die Folgen, nur um ein paar Kilometer weniger zu fahren und Sprit zu sparen. Sowas denken sich die Schlipsträger aus, die von nichts ne Ahnung haben. Ich habe selber bei der GFA gearbeitet und weiß wo von ich Rede.

  2. Vielleicht sollte man auch mal was gegen die professionell organisierten Spermülldiebe unternehmen, die es vor allem auf Metall abgesehen haben. So könnte man mit Sicherheit auch mal die Gebühren senken.