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Konversation bei Kaffee und Kuchen: Stefanie Sivkovich (vorne) und Klaus Dützmann (2.v.l.) mit ihren chinesischen Gästen (v.l.) Ming Zhu, Yinbai Zhang, Xiaopeng Mi und Jian Xiang. Foto: t&w
Konversation bei Kaffee und Kuchen: Stefanie Sivkovich (vorne) und Klaus Dützmann (2.v.l.) mit ihren chinesischen Gästen (v.l.) Ming Zhu, Yinbai Zhang, Xiaopeng Mi und Jian Xiang. Foto: t&w

Deutsch-chinesischer Kaffeeklatsch

us Lüneburg. Es gibt vieles, was die Volksrepublik China zu bieten hat, doch eines gibt es im großen Reich der Mitte nicht, jedenfalls noch nicht: Kaffeeklatsch. „Das ist so eine typisch deutsche Besonderheit, und genau deswegen haben wir die Studenten dazu eingeladen“, sagt Stefanie Sivkovich vom Chinaforum Lüneburg. „Wir möchten den jungen Menschen zeigen und vermitteln, wie Kommunikation in Deutschland eben auch sein kann.“

Seit sechs Jahren unterstützt das Forum den deutsch-chinesischen Austausch in der Region, es sieht sich als Netzwerk-Plattform für Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen. Besonderes Augenmerk richtet es dabei auf die chinesischen Studenten, die hier bereits studieren oder im Rahmen von Austauschprogrammen die Universität in Lüneburg besuchen.

Aktuell sind elf Studenten aus Hangzhou in der Hansestadt zu Gast, 14 Tage lang erfahren sie Neues am Lehrstuhl der Leuphana für Produkt- und Prozessinnovation, lernen Deutsch und werden im Bereich Internationale Logistik geschult. Täglich stehen acht Stunden Lernen und Austausch auf dem Programm, am Ende winkt ein Zertifikat für erfolgreiche Teilnahme. Nun wurde für sie ein deutscher Kaffeeklatsch organisiert. Bei Kaffee und Kuchen konnten sie nicht nur typisch deutsche Gepflogenheiten kennenlernen, sondern auch erste Kontakte zu Lüneburger Familien knüpfen, denn untergebracht sind sie im MTV-Wohnheim an der Uelzener Straße.

Welche „Langzeitwirkung“ solche Kontakte bisweilen haben, macht Klaus Dützmann deutlich. „Einige der Chinesen, die hier vor ein paar Jahren studierten, sind inzwischen Lüneburger geworden. Sie haben sich in Häcklingen und im Hanseviertel Häuser gekauft. Das sind doch schöne Entwicklungen“, sagt der Vorsitzende des Chinaforums Lüneburg. Der frühere Chef der Lüneburger Wirtschaftsförderung kann selbst auf langjährige China-Kontakte zurückblicken, heute freut er sich, wenn er damit anderen beim Aufbau oder der Erweiterung ihrer eigenen Netzwerke helfen kann. Dabei gehe es nicht nur um Unternehmen, Unterstützung habe er auch bei der Aufnahme chinesischer Schüler am Gymnasium in Scharnebeck und im Internat in Marienau geben können, erzählt Dützmann.

Ming Zhu freut sich unterdessen, die Zeit in Lüneburg genießen zu können. Besonders gefalle ihr, „dass es hier so friedlich ist“, sagt die 22-jährige Industriedesign-Studentin. Sie ist in ihrer Heimatstadt Hangzhou mit sieben Millionen Einwohnern anderes gewohnt, und selbst diese Stadt, nur 100 Kilometer von der 30-Millionen-Metropole Shanghai entfernt, gilt in China als eher durchschnittlich. Noch bis zum 18. Juli sind die chinesischen Studenten in Lüneburg, danach geht es über München wieder zurück in die Heimat. Aber vielleicht kehren ja auch sie schon bald wieder hierher zurück.